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Vernichtet: Das Lager Liebenau als Tatort der Endphaseverbrechen

Die Steiermark war Tatort zahlreicher NS-Endphaseverbrechen: der systematischen Ermordung politischer Gefangener, der Erschießung alliierter Bombenbesatzungen und von Evakuierungsmärschen. Im April 1945 war das Lager Liebenau eine Zwischenstation dieser „Todesmärsche" ungarischer Jüdinnen und Juden vom „Südostwall" Richtung KZ Mauthausen. Sie mussten im Freien nächtigen, erhielten unzureichende Verpflegung und wurden medizinisch nicht versorgt. Mindestens 34 Personen wurden hier erschossen und in Massengräbern verscharrt.

Der Massenmord an diesen Opfern geschah in den letzten Kriegswochen vor aller Augen: Rechnitz, Graz-Liebenau, die SS-Kaserne Wetzelsdorf oder Präbichl sind Synonyme für Verbrechen des kollabierenden NS-Systems, für den Holocaust vor unserer Haustür. Die über 250 am Präbichl von Mitgliedern des Eisenerzer Volkssturms ermordeten Jüdinnen und Juden hatten zuvor im Lager Liebenau haltgemacht.

An dieser Stelle wurde 2017 von Archäologinnen und Archäologen ein Luftschutzdeckungsgang ausgegraben. Nachweise für Erschießungen an dieser Stelle wurden nicht gefunden.  © Quelle: ARGISDie einzig bekannte, in Hieflau heimlich augenommene Fotografie des „Todesmarsches“ über den Präbichl-Pass. © Quelle: CLIOExhumierung jüdischer Opfer eines Todesmarsches in Gratkorn. © Quelle: Museum Joanneum

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