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Verurteilt: Das Lager Liebenau als Tatort gesühnter NS-Verbrechen

Nach Kriegsende untersuchte ein britisches Militärgericht die NS-Verbrechen im Lager Liebenau. Vier ehemalige Mitglieder des Lagerpersonals waren angeklagt: der Lagerleiter Nikolaus Pichler, der Lagerführer Alois Frühwirt, weiters dessen Vorgänger Franz Eder sowie der Lagerpolizist Josef Thorbauer.
Am 12. September 1947 erfolgte die Urteilsverkündung: Das Gericht beschloss einen Schuldspruch wegen Misshandlung ungarischer Jüdinnen und Juden, Entzugs von Verpflegung und Verweigerung von Medikamenten sowie - im Falle von Pichler und Frühwirt - wegen Mordes. Thorbauer wurde zu drei Jahren Haft, Pichler und Frühwirt wurden zum Tod verurteilt und am 15. Oktober 1947 hingerichtet. Eder wurde freigesprochen.
Gegen mutmaßliche Mörder aus den Reihen der Gestapo oder der Wachmannschaft wurde weder ermittelt, noch wurden sie zur Rechenschaft gezogen. Die Opfer des Lagers Liebenau gerieten in Vergessenheit.

Nikolaus Pichler, hier in seinem Büro 1943, ordnete als Lagerleiter die Erschießungen ungarischer Jüdinnen und Juden an. © Quelle: BIKLiebenauer Prozess vor dem Oberen Britischen Militärgericht in Graz im September 1947: Blick in den Gerichtssaal. © Quelle: Universalmuseum JoanneumGraffito im Keller der Andersengasse 32–34: eventuell Marianne, französische Nationalfigur. © Quelle: Mitchel; Erich Lessing Fine Arts Archives

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