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Graz ist für Blackout gerüstet

Kirchen werden zu „Leuchttürmen“, Wasserversorgung und Kommunikation sind gesichert.

23.06.2022

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist: In Graz und der Steiermark ist man für den Fall eines Blackouts vorbereitet. „Energieversorger gehen davon aus, dass die Stromversorgung in Österreich und speziell in der Steiermark binnen 12 bis 24 Stunden wiederhergestellt ist", erklärt Magistratsdirektor Martin Haidvogl. Dafür sorgen die sogenannten „schwarzstartfähigen" Kraftwerke wie zum Beispiel in Kaprun, Malta oder Sölktal, die ohne zusätzlichen Strom wieder hochgefahren werden können.

Von einem Blackout spricht man, wenn der Strom längerfristig großflächig ausfällt und der Alltag dadurch stillsteht.
Von einem Blackout spricht man, wenn der Strom längerfristig großflächig ausfällt und der Alltag dadurch stillsteht.© pexels/George Becker

„Leuchttürme“ als Informationsdrehscheiben

Im Falle eines tatsächlichen Blackouts - eines überregionalen, längerfristigen Stromausfalles - werden in Kooperation mit der Diözese acht „Leuchttürme" bei Kirchen sowie städtischen Einrichtungen eingerichtet, die als Informationsdrehscheiben und Anlaufstellen für Notfälle dienen. Die notstromversorgten Standorte werden von Mitarbeiter:innen des Grazer Parkraum- und Sicherheitsservice (GPS) sowie ehrenamtlichen Teams besetzt, die via Funkgerät mit dem behördlichen Führungsstab verbunden sind. Auf diese Weise werden der Informationsaustausch, aber auch die Kommunikationsmöglichkeit, speziell für Notfälle, sichergestellt.

Wasserversorgung ist gesichert

Einen wichtigen Bestandteil der essenziellen Daseins- und Notfallvorsorge der Stadt Graz, im Falle eines Blackouts, stellt die Wasserversorgung dar. Diese stellt die Wasserwirtschaft der Holding Graz sicher und sorgt auch während eines Blackouts für die Grundversorgung mit Trinkwasser durch entsprechende Einsatzpläne und Notstromaggregate bei den wichtigsten Anlagen. In Graz werden täglich unter „Normalbedingungen" rund 50.000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Im Notfall kann die Wasserwirtschaft täglich noch immer rund 30.000 Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht jeder Grazerin, jedem Grazer einen rechnerischen Wasserverbrauch von rund 100 Liter pro Tag, was bei einem anzunehmenden Rückgang an „Großverbrauchern" (Industrie, Geschirrspüler, Waschmaschine) mehr als ausreichend anzunehmen ist.  Dennoch gilt der Appell: Im Notfall Wasser sparen! „Besonders in Krisenzeiten müssen wir zusammenhalten und auf den sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen achten", bekräftigt Bürgermeisterin Elke Kahr. Auf Poolbefüllungen, ausgedehnte Bäder und lange Duschgänge sollte daher verzichtet werden.

Selbstvorsorge in der Familie

Einen wichtigen Teil zur Bewältigung von Krisen kann jedoch jede und jeder Einzelne leisten, indem man für einen krisensicheren Haushalt sorgt. „Die Bedürfnisse der Menschen sind ganz individuell, deshalb ist es wichtig, dass jeder für sich selbst vorsorgt", betont Sicherheitsmanager Gilbert Sandner. Die existenzielle Bevorratung mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten sind die wichtigsten Punkte für die Basisvorsorge. Im Notfall sollte sich jeder Haushalt für mindestens 14 Tage mit dem Nötigsten versorgen können. Wie man das am besten macht und was in einen krisensicheren Haushalt gehört, lesen Sie hier.

Wichtig ist es außerdem, einen eigenen Notfallplan für die Familie zu haben: Wie erreiche ich Familienangehörige? Welche individuellen Bedürfnisse wie Babynahrung oder Tiernahrung muss ich abdecken? Mit Ende Juni starten erste Blackout-Vorträge in den Grazer Bezirken in Kooperation mit dem Zivilschutzverband Steiermark, um die Bevölkerung mit einer basisorientierten Grundinformation gut auf mögliche Notsituationen vorbereiten zu können.

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