Gender Mainstreaming im Haus Graz blickt auf eine mehr als zwei Jahrzehnte lange Entwicklung zurück, in der sich Strukturen, Instrumente und Haltungen kontinuierlich weiterentwickelt haben. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war die Erkenntnis, dass Gleichstellung nicht als isolierte Maßnahme, sondern als dauerhafte Querschnittsaufgabe verstanden werden muss. Bereits früh begann Graz damit, strukturelle Grundlagen zu schaffen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Dazu zählten etwa der Beschluss der Stadtregierung zur Implementierung von Gender Mainstreaming im Magistrat Graz im Jahr 2001, das erste Frauenförderungsprogramm (2001) und die Verankerung von Gleichstellungsagenden in der Geschäftseinteilung (2011).
Über die Jahre hinweg folgten zahlreiche Meilensteine, die die Stadt auf ihrem Weg zu mehr Gleichstellung sichtbar vorangebracht haben. Mehr erfahren: 20 Jahre Gleichstellung für die Stadt Graz

Internationalen Expertise
Internationale Initiativen, wie die Beteiligung an EU‑Projekten (JUST GEM und POP UP GeM) und an einer internationalen Studie („Making Public Services Work for Women" der Columbia University New York & UN Women), sowie der Beitritt zum FemCities‑Netzwerk setzten wichtige Impulse und verankerten die Grazer Gleichstellungsarbeit in einer internationalen Expertise.
Weiterentwicklung interner Prozesse
Gleichzeitig wurden interne Prozesse strukturell weiterentwickelt, etwa durch die Einführung verpflichtender Gleichstellungsziele in den Balanced Scorecards der Abteilungen, durch die Entwicklung handlungsleitender Instrumente wie dem Handbuch zur geschlechtergerechten Personalauswahl (2014) sowie durch die Integration von Gender- und Diversitätskriterien in der Stadtplanung. In Pilotprojekten wurden Daten zur Nutzung von Bezirkssportplätzen durch Mädchen und Burschen sowie von Leistungen des Amtes für Jugend und Familie erhoben, um darauf aufbauend die Angebote gezielt weiterzuentwickeln.
Unterzeichnung der EU-Charta
Durch die Unterzeichnung der EU-Charta für die „Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene" im Jahr 2012 erkennt die Stadt Graz an, „dass das Recht auf die Gleichstellung von Frauen und Männern eine der Grundbedingungen einer demokratischen Gesellschaft darstellt und eine demokratische Gesellschaft nicht auf die Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Kreativität von Frauen in all ihrer Vielfalt verzichten kann. Dementsprechend muss sie auf Grundlage der Gleichstellung die Teilhabe, Vertretung und Einbeziehung von Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Alters in allen Bereichen politischer und öffentlicher Entscheidungsprozesse sicherstellen" (Artikel 1).
Die Stadt Graz hat sich mit der Unterzeichnung der EU-Charta dazu verpflichtet, Gleichstellungsaktionspläne zu entwickeln, umzusetzen und in regelmäßigen Abständen zu evaluieren. Diese Pläne sollen Maßnahmen bündeln, ihren übergeordneten Zusammenhang sichtbar machen und die Gleichstellung der Geschlechter sowohl in der Stadtverwaltung als auch in städtischen Angeboten für Bürger:innen stärken. Die Gleichstellungsaktionspläne werden öffentlich zugänglich gemacht, um das Engagement der Stadt für die Gleichstellung von Frauen und Männern sichtbar und transparent zu kommunizieren.
Die Stadt Graz als Arbeitgeberin
Ein zentraler Bereich in der Gleichstellung ist die Rolle der Stadt als Arbeitgeberin. Seit 2012 werden bei Stellenausschreibungen Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt aufgenommen, wenn sie in einem Bereich unterrepräsentiert sind, bis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen erreicht ist. Mit der freiwilligen Erstellung von Einkommensberichten, regelmäßigen Netzwerktreffen für Frauen sowie vielfältigen Sensibilisierungsformaten in den Abteilungen - wie etwa „Frauen: Wirtschaft" oder „Gender im Bau" - erweitert die Stadt Graz seit Jahren ihre kontinuierliche Arbeit für mehr Gleichstellung im eigenen Wirkungsbereich.
Heute zeigen die vielfältigen Maßnahmen, wie breit und facettenreich Gleichstellung im Haus Graz verankert ist. Viele der erreichten Fortschritte beruhen auf kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und internationalen Partner:innen.
