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Blindenleitsystem

Orientierungshilfen für sehgeschädigte Menschen

Taktile Bodeninformationen (TBI)

Taktile Bodeninformation: Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.
Taktile Bodeninformation: Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.© Stadt Graz

Wir von der Stadt Graz möchten, dass blinde und sehbehinderte Menschen Wege und Plätze im öffentlichen Raum sicher nutzen können. Dafür setzen wir taktile (tastbare) Bodenleitsysteme (TBI) ein.

Es gibt zwei Elemente von taktilen Bodeninformationen:

  • Rillenplatten zeigen die Richtung eines Weges an. Sind sie quer zur Gehrichtung verlegt, weisen sie auf ein Hindernis hin.
  • Noppenplatten markieren die Halteposition von Bussen und Straßenbahnen oder jene Stellen, an denen eine Richtungsentscheidung notwendig ist.

Zusätzlich dienen Elemente wie Mauern, Geländer, Kleinsteinpflaster oder Rasenkanten als vorhandene Orientierungshilfen. Taktile Bodeninformationen setzt die Stadt Graz vor allem dort ein, wo solche vorhandenen Orientierungsmöglichkeiten fehlen. Das kann beispielsweise bei Fußgängerübergängen oder auf großen, offenen Plätzen der Fall sein.

Unser Ziel ist es, ein durchgängiges, hindernisfreies und eindeutig ertastbares Leitsystem zu schaffen.

Fußgängerüberquerungen – Grazer T

Das Grazer T in der Praxis. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.
Das Grazer T in der Praxis. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.© Stadt Graz
Der Aufbau des Grazer T. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.
Der Aufbau des Grazer T. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild.© Stadt Graz

Bei Fußgängerübergängen besteht im Sinne der Barrierefreiheit ein klassischer Zielkonflikt:

  • Menschen mit Mobilitätshilfen, wie etwa Rollstühlen oder Rollatoren, profitieren von einer Absenkung des Gehsteigs auf Fahrbahnniveau. Dadurch können sie Hindernisse leichter überwinden.
  • Für blinde und sehbehinderte Menschen mit Taststöcken ist diese niveaugleiche Gestaltung jedoch sehr problematisch. Ohne tastbaren Höhenunterschied können sie nicht mehr eindeutig erkennen, ob sie sich noch auf dem Gehsteig oder bereits auf der Fahrbahn befinden. Das erschwert die Orientierung und Sicherheit deutlich.

Um diesen Zielkonflikt zu lösen, haben wir das „Grazer T" entwickelt. Es ist eine Weiterentwicklung eines schwedischen Systems. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit seh- und mobilitätsbehinderten Menschen sowie den zuständigen Abteilungen der Stadt Graz.

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus tastbaren (taktilen) Bodeninformationen und Gehsteigabsenkungen bei Fußgängerübergängen. Die taktilen Elemente sind T-förmig angeordnet:

  • Rillenplatten führen zum Schutzweg.
  • Ein Querfeld markiert den Beginn der Fahrbahn und signalisiert besondere Vorsicht.
  • Neben dem Grazer T ist eine Gehsteigsenkung (Nullabsenkung) angeordnet.

Diese Gestaltung erleichtert sehbehinderten Menschen die sichere Orientierung im Straßenraum. Gleichzeitig können Menschen mit Mobilitätsbehinderung sowie Personen mit Kinderwägen die Straße barrierearm überqueren.

Taktile Trennung von Geh- und Radwegen

Taktile Trennung von Geh- und Radwegen. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild
Taktile Trennung von Geh- und Radwegen. Zum Vergrößern klicken Sie aufs Bild© Stadt Graz/Fischer
  • In Graz wird die taktil erfassbare (tastbare) Trennung von Geh- und Fahrradwegen zunehmend umgesetzt. Damit soll die Sicherheit und Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen verbessert werden.

  • Als Taktile Trennung werden Kleinsteinpflaster verlegt. Durch die unregelmäßige Oberfläche kann man sie mit dem Blindenstock oder den Füßen gut ertasten. Sie dienen als klare Grenze zwischen Geh- und Radwegen und helfen gefährliche Situationen zu vermeiden.

Taktile Wartefelder bei Haltestellen

Wartefeld beim Buseinstieg. Zum Vergößern klicken Sie aufs Bild
Wartefeld beim Buseinstieg. Zum Vergößern klicken Sie aufs Bild© Stadt Graz

In Graz tragen taktile Wartefelder wesentlich zur barrierefreien Mobilität bei. Diese taktilen Bodeninformationen mit Noppenstruktur sind an Haltestellen von Bus und Straßenbahn angebracht. Sie dienen als taktil erfassbare Orientierungshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen.

Die Wartefelder zeigen die Halteposition der ersten Türe des Fahrzeugs. So können Menschen mit Sehbehinderung leichter einsteigen und bei Bedarf mit dem Fahrpersonal sprechen.

Bei Doppelhaltestellen, wie zum Beispiel am Hauptplatz, wird besonders auf blinde und sehbehinderte Fahrgäste geachtet. Steht eine Person auf dem Noppenfeld, hält die Straßenbahn noch einmal. Das Fahrpersonal sagt Linie und Richtung an. So kann der Fahrgast sicher einsteigen.

Wichtig! Nicht beeinträchtige Menschen sollen diese Bereiche unbedingt freihalten.

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