Das Internationale Jugendorchester Darmstadt war zu Gast in Graz und hat am 18. August 2026 ein Konzert in der Herz-Jesu-Kirche gegeben. Die rund 300 Besucher:innen erlebten ein stimmungsvolles Konzert der 40 jungen Musiker:innen, die aus Darmstadt und seinen 17 Partnerstädten angereist waren. Bürgermeisterin Elke Kahr begrüßte die Gruppe und hob die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Darmstadt und Graz hervor, die seit 1964 besteht.
Neben dem musikalischen Austausch pflegen die beiden Städte eine aktive Zusammenarbeit in Bereichen wie Kultur und Bildung, beispielsweise durch das Projekt „Jazz & the Cities“ oder die strategische Partnerschaft der Technischen Universitäten. Die Gastmusiker:innen wurden mit einer Stadtführung und einem Empfang im Rathaus geehrt. Die Organisation des Besuchs und die herzliche Gastfreundschaft wurden von der Delegation aus Darmstadt besonders gelobt.
Vierzig junge Menschen in eleganter schwarzer Kleidung, vor ihnen bzw. in ihren Händen ein wunderschönes Instrument und rundherum das gotisch-sakrale Ambiente der Herz-Jesu-Kirche. Dann hebt der Dirigent den Taktstock und ein Schwall an Tönen breitet sich wie ein kostbarer Schleier über dem Publikum aus. So geschehen am gestrigen Abend beim Konzert des Internationalen Jugendorchesters Darmstadt, das von 17. bis 20. August 2026 zu Gast in Graz ist.
Die vierzig jungen Musiker:innen wurden von einer neunköpfigen Delegation, angeführt von Hans-Jörg Daum, dem Leiter des Amts für Gremiendienste, Protokoll und Internationales der Stadt Darmstadt, begleitet. Seit 1988 ist dieser Chor (stets in anderer Besetzung) in einer der 17 Darmstädter Partnerstädten zu Gast.
Heuer war Graz an der Reihe. Bürgermeisterin Elke Kahr, die die Begrüßung vornahm, zeigte sich überwältigt von der Begeisterung, die das Jugendorchester mitbringt. Kahr vergaß auch nicht, sich bei allen, die diesen Besuch und das Konzert ermöglichten zu bedanken, u. a. dem Pfarrer von Herz-Jesu Matthias Keil und Kirchenmusiker Matthias Unterkofler sowie dem Team der Abteilung für Kommunikation, Stadträtin Claudia Unger sowie Klubobfrau Sahar Mohsenzada, Klubobmann Karl Dreisiebner sowie Honorarkonsul Bernhard Kügler und die Kunstuniversität-Vizerektorin Elisabeth van Treeck wohnten dem Konzert ebenfalls bei - wie rund 300 Besucher:innen auch, die die Kirche bis zum letzten Platz füllten.










Geburtstagskind und schöne Erinnerungen
Ein besonders schöner Anlass, den die Bürgermeisterin für Glückwünsche und die Übergabe einer Sunny-Bag als Geschenk nutzte: Orchestermitglied Theo Ahmad-Abdallah Enriquez aus Logroño (Spanien) wurde exakt am Konzert-Tag, dem 18. 8. 2026, 18 Jahre alt. Der junge Musiker lächelte schüchtern hinter seinem wuchtigen Kontrabass hervor.
Amtsleiter Daum und der künstlerische Leiter des Internationalen Jugendorchesters Darmstadt, Norbert Müller, waren voll des Lobes für die großartige Organisation durch durch die Abteilung für Kommunikation und herzliche Gastfreundschaft, mit der sie in Graz empfangen wurden. Nach den ersten Klängen blickte Müller einige Tage zurück, zu jenem Zeitpunkt, als die jungen Musiker:innen in Darmstadt das erste Mal aufeinandertrafen: "Ich kannte mehr als die Hälfte von ihnen gar nicht, wusste nicht, wie gut alle zusammenspielen würden. Doch rasch war ihre Begeisterung und ihr Wille gemeinsam zu musizieren spürbar. Da wurde mir klar, dass es zwei wunderbare Konzerte geben wird."
Das Besondere bei den Auftritten des Jungenchorsters Darmstadt ist nämlich dessen Zusammensetzung: etwa die Hälfte stammt aus Darmstadt, der Rest wird von den 17 Partnerstädten Darmstadts gestellt. Auch geht traditionell das erste Konzert nach den Probetagen in Darmstadt über die Bühne, das zweite dann in einer Partnerstadt. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die jedoch vom gemeinsamen Spirit und den rasch geknüpften Freundschaften beflügelt mühelos zu meistern ist.
So blickt Magdalena (26), Tochter von Günter Fürntratt, dem Leiter der städtischen Abteilung für Bildung und Integration sowie der Leiterin des HIB-art-Chors Maria Fürntratt, begeistert darauf zurück, dass sie insgesamt dreimal am Internationalen Jugendorchester Darmstadt teilnahm: "Es war eine tolle persönliche Erfahrung, ein niederschwelliger Zugang zur Orchestermusik. Ich habe vorher niemanden gekannt, aber man kommt rasch in Kontakt, lernt so viel dazu und manche Freundschaften halten ewig", strahlt die Harfenistin, die gerade ihr Studium in Wien beendet hat. Auch die Unterbringung in den Gastfamilien in Darmstadt ist ihr in bester Erinnerung geblieben.
Städtefreundschaft seit bald 60 Jahren
Die Städtefreundschaft bahnte sich bereits im Jahr 1964 durch den Oberbürgermeister von Darmstadt, Dr. Ludwig Engel und dem Bürgermeister von Graz, Ing. Gustav Scherbaum an, die sich auf einer Konferenz des Städte- und Gemeindeverbandes in Straßburg kennen lernten. Bei gegenseitigen Besuchen stellte sich heraus, dass nicht nur die beiden Städte aufgrund ihrer vielen Gemeinsamkeiten miteinander eine Partnerschaft eingehen wollten, sondern dass sowohl Darmstadt als auch Graz ebenfalls eine Städtepartnerschaft mit Trondheim anstrebte. So kam es im Oktober 1968 zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Städtepartnerschaftsurkunde zwischen den Städten Darmstadt, Graz und Trondheim mit Oberbürgermeister Engel, Bürgermeister Scherbaum und Bürgermeister Odd Sagör im Arkadenhof des Steiermärkischen Landhauses in Graz.
Die Städte Darmstadt und Graz haben viele Gemeinsamkeiten. Darmstadt ist gleichermaßen für seine bedeutenden Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie für sein reiches kulturelles Erbe bekannt, insbesondere die Mathildenhöhe, die im Jahr 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Altstadt von Graz gehört seit 1999 und das Schloss Eggenberg seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Bei beiden Städten handelt es sich um Universitätsstädte, die viele Student:innen anziehen. Seit dem Jahr 2017 gibt es eine strategische Partnerschaft zwischen der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität Graz mit laufenden Aktivitäten.
Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Darmstadt - Graz entstand das Projekt „Jazz & the Cities: Graz - Darmstadt", eine künstlerische Zusammenarbeit von Jazzmusiker:innen und Jazzinstitutionen beider Städte. Das gemeinsame Konzertprogramm wurde damals sowohl in Graz als auch in Darmstadt aufgeführt.
Beim jährlich stattfindenden "Europawochenende", zu dem die Stadt Darmstadt Partner:innen ihrer 17 Partnerstädte einlädt, ist jedes Mal auch die Stadt Graz vertreten - dieses Wochenende bietet neben einem Kulturprogramm die Gelegenheit zu unzähligen bilateralen Gesprächen und Denkanstößen zu gemeinsamen Projekten. Beim traditionellen „Grenzgang" im Rahmen des Europawochenendes werden die Wanderer immer an den Ständen entlang der Route mit allerlei Spezialitäten und Erfrischungen aus den Partnerstädten verwöhnt. Helmut Gutschy organisiert seit
30 Jahren den Graz-Stand und bringt mit zünftiger steirischer Musik, Schilcher und ausgewählten kulinarischen Köstlichkeiten die steirische Landeshauptstadt den Besucher:innen des Grenzganges näher.
Beim Internationalen Jugendorchester Darmstadt, das jedes Jahr in Darmstadt stattfindet, erarbeiten junge Musiker:innen im Alter von 14 bis 21 Jahren aus Darmstadt und seinen Partnerstädten ein gemeinsames Konzert, das nicht nur in Darmstadts Orangerie aufgeführt wird, sondern auch in einer der Partnerstädte. Dass diese Konzertreise das Internationale Jugendorchester heuer zu uns nach Graz führt, freut uns riesig - das gestrige Konzert in der Herz-Jesu-Kirche war ein besonderes Erlebnis und wird uns sehr lange in guter Erinnerung bleiben.
Stadtführung und Empfang im Rathaus
Am Tag nach dem "großen" Konzert stand für die Gäste aus Darmstadt eine Stadtführung durch Graz auf dem Programm - passend dafür zeigte sich das Wetter auch wieder seiner sommerlichen Seite. Als Höhepunkt trafen die Delegation im Rathaus ein, wo die jungen Musiker:innen samt Begleitung von Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Klubobmann Karl Dreisiebner empfangen wurden. Alle drei waren voll des Lobes für die gestrigen Darbietungen. Amtsleiter Hans-Jörg Daum unterstrich seitens der Gäste nochmals die großartige Organisation und die Herzlichkeit, mit der man empfangen wurde: "Unser Wappentier, der Löwe, neigt sich freundlich zum Grazer Panther."
Bürgermeisterin Elke Kahr betonte, was sie auch gestern beim Konzert schon gesagt hatte: "Stadtefreundschaften sollen nicht nur auf politischer Ebene stattfinden, sondern auch die Bevölkerung miteinander verbinden. Das würde ich mir in Zukunft wünschen."
Morgen am Vormittag wird die Delegation die Heimfahrt nach Darmstadt im Reisebus antreten.

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