Graz Reininghaus

Auf dem Weg zu einem neuen Stadtteil

Das ehemalige Areal der Brauerei-Familie Reininghaus im Grazer Westen bietet als größtes noch unbebautes Entwicklungsgebiet der Stadt Graz die Chance zur Entwicklung eines urbanen, dichten und energieoptimierten Stadtteils. Der vom Gemeinderat beschlossener Rahmenplan gibt dafür die Richtung vor.

Rund 100 Hektar umfasst das gesamte Planungsgebiet von Graz-Reininghaus im Grazer Westen, davon sind etwa 55 Hektar im Besitz der Asset One. Nur 1,8 Kilometer von der historischen Altstadt entfernt bietet dieses Areal eine Chance für eine zukunftsbeständige und nachhaltige Entwicklung eines neuen Stadtteils, in dem rund 10.000 Menschen leben und arbeiten könnten. Generelle Zielvorgaben sind dabei die Schaffung einer möglichst kompakten Siedlungsstruktur, eine optimale Grünraumversorgung mit einem hohen Grünflächenanteil, attraktive Fuß- und Radverbindungen, eine gute Anbindung an den Öffentlichen Verkehr, eine verkehrsberuhigte Quartierserschließung und eine offensive Verkehrspolitik zur deutlichen Reduktion des Anteils an Motorisiertem Individualverkehr. Großen Wert legt man auch auf die Sicherung von Frischluftschneisen.

Urbaner Nutzungsmix erforderlich

Zentrale Voraussetzung für das Entstehen eines solchen jungen Stadtzentrums im Westen der Stadt ist es, dafür Sorge zu tragen, dass möglichst vielfältige städtische Nutzungen wie Handelsflächen, Büros und Wohnungen realisiert werden - Fachleute sprechen von einem urbanen Nutzungsmix. Dafür vorgesehen ist vor allem die zentrale Zone des Reininghaus-Areals westlich der Alten Poststraße, die als „Esplanade" bezeichnet wird. Die Stadt muss darauf achten, dass keine einseitige gewerbliche oder Wohnnutzung in dieser Prima-Lage die Gesamtentwicklung beeinträchtigt oder gar verhindert. Für diese hochwertige Nutzung ist dann auch eine ebenso hochwertige Infrastruktur - also etwa mit öffentlicher Parkanlage und einer Straßenbahn - erforderlich.

Entwicklungsprozess wurde 2005 gestartet

Rahmenplan Graz-Reininghaus als Grundlage für die künftigen Entwicklungen 
Rahmenplan Graz-Reininghaus als Grundlage für die künftigen Entwicklungen

Seit dem Jahr 2005 arbeiten die städtischen Planungsabteilungen unter Leitung der Stadtbaudirektion kontinuierlich am Entwicklungsprozess für diesen Stadtteil. Der wichtigste Schritt war dabei die Erarbeitung des Rahmenplans Graz-Reininghaus, der am 25. Februar 2010 einstimmig vom Grazer Gemeinderat beschlossen wurde. Dieser gliedert die gesamten Flächen in Quartiere mit unterschiedlichen Nutzungen: Bereiche fürs Wohnen und Arbeiten sind ebenso geplant wie ausreichende Grünflächen, öffentlicher Raum und Platz für die nötige Verkehrsinfrastruktur. Gemäß dem Motto „Definiere so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig" sind diese Quartiere nicht bis ins letzte Detail festgelegt, wodurch der Rahmenplan auf der einen Seite flexibel genug ist, um in Zukunft städtebauliche Gelegenheiten schnell und unbürokratisch nutzen zu können, auf der anderen Seite aber auch genügend robust, um das Funktionieren und den Zusammenhalt des gesamten Stadtteils unabhängig von einzelnen Quartieren gewährleistet zu können.

Planungsrechtliche Voraussetzungen

Für die Entwicklung von Graz-Reininghaus zum zukunftsbeständigen Stadtteil sind noch nicht alle planungsrechtlichen Voraussetzungen vorhanden, weil ja Wohnraum die entsprechende Baulandausweisung braucht. Mit dem jüngst vom Grazer Gemeinderat beschlossenen Stadtentwicklungskonzept wurde jedoch ein wichtiger Schritt in diese Richtung gesetzt. Bei der bevorstehenden Revision des Flächenwidmungsplanes sind nun die Umwidmungsvoraussetzungen geschaffen worden. Außerdem ist geplant, über das gesamte Entwicklungsgebiet eine Bebauungsplanpflicht zu verhängen. Damit hat die Stadt die Möglichkeit, auch hinkünftig wichtige Interessen im Zug der Bebauungsplanung einzubringen und zu regeln, wie Werle betont. Allerdings fehlt auch noch eine städtebauliche Umweltverträglichkeitsprüfung, die bei Entwicklungen in einer Größenordnung über zehn Hektar Fläche grundsätzlich vorgesehen ist. Ob und in welchem Ausmaß diese Umweltverträglichkeitsprüfung, die wohl jedenfalls zwei Jahre in Anspruch nehmen würde, anfällt oder erforderlich ist, hat der Grundeigentümer bei der Behörde im Amt der Steiermärkischen Landesregierung zu klären.

Luftbild Claudio Alessandri 
Luftbild Claudio Alessandri
Impressionen aus dem... 
Impressionen aus dem...
... Rahmenplan  
... Rahmenplan

Umsetzung Zug und Zug

Die Umsetzung des Rahmenplans ist für die einzelnen Quartiere Zug um Zug geplant. Die erforderliche technische und soziale Infrastruktur ist je nach Erfordernis parallel dazu zu entwickeln. Dadurch ist gewährleistet, dass die Infrastrukturleistungen nicht bevorratet werden müssen, sondern sich deren Herstellung am jeweiligen tatsächlichen Bedarf orientiert. Die Umsetzung des Gesamtprojekts erfolgt etappenweise und wird voraussichtlich mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.Die Umwidmung in Bauland wurde im Flächenwidmungsplan bereits durchgeführt. Für die Bebauung sind zahlreiche Aufschließungserfordernisse zu erzielen. Ebenso Architekturwettbewerb sind als Grundlage für die Bebauungspläne verpflichtend. 

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