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Wohnkostenmodell für städtische Wohnheime

GZ.: A5-006179/2005/0002


Richtlinie
des Gemeinderates vom 14.06.2012 betreffend die Einführung eines Wohnkostenmodells für städtische Wohnheime.

Auf Grund des § 45 Abs. 2 Ziff. 14 des Statutes der Landeshauptstadt Graz 1967, LGBl. Nr. 130/1967, idF LGBl. Nr. 8/2012 wurde beschlossen:

  1. Für das städtische Männerwohnheim, in dem insgesamt 74 Betten zur Verfügung stehen, wird eine tägliche Nächtigungsgebühr von Euro 1,00 bzw. eine Monatsgebühr von Euro 30,00 oder 31,00 eingehoben. Für das städtische Frauenwohnheim mit insgesamt 15 Wohngemeinschaften (davon 7 Mutter-Kind-Einheiten) für 65 Frauen und Kinder, werden Euro 40,00 pro Monat für die Unterbringung in den Mutter-Kind-Einheiten verrechnet.

  2. Die Unterbringung im städtischen Männerwohnheim erfolgt in Zwei- bis Vierbettzimmern. In jedem Stockwerk gibt es gemeinschaftliche Küchen sowie Sanitäreinrichtungen und es steht den Bewohnern ein Aufenthaltsraum (Cafe), sowie Gruppen-, Fitness-, Töpfer- und Werkräume zur Verfügung.

  3. Im städtischen Frauenwohnheim erfolgt die Unterbringung in Wohngemeinschaften mit Ein- und Zweibettzimmern bzw. in Mutter-Kind-Einheiten. Jede Wohngemeinschaft bzw. -einheit ist mit einer eigenen Küche, Dusche und WC ausgestattet. Darüber hinaus gibt es einen Aufenthaltsraum, Spielzimmer und einen Kinderspielplatz im Freien.

  4. Die sozialen Betreuungs- und Dienstleistungsangebote umfassen die Beratung in persönlichen, finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten, psychologische Beratung und Behandlung, medizinische Diagnostik - Gesundheitsberatung, Unterstützung bei pflegerischen und hygienischen Maßnahmen, tagesstrukturierte Maßnahmen und Freizeitangebote, Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, Beschäftigungstherapie, Nachbetreuung in Form von Beratungssgesprächen.

    Für die Erbringung dieser umfassenden Dienstleistungen stehen den KlientInnen im städtischen Frauen- und Männerwohnheim ein multiprofessionelles Team bestehend aus den HeimbetreuerInnen (24-Stunden-Dienst), 2 klinische Gesundheitspsychologinnen, einem Konsiliararzt, DiplomsozialarbeiterInnen und Sozialbetreuerinnen zur Verfügung.

  5. Die monatlichen Wohnkostenanteile für die Benutzung der Angebote des städtischen Frauen- und Männerwohnheimes orientieren sich an der jeweils geltenden Höhe gemäß § 10 Steiermärkischen Mindestsicherungsgesetz - StMSG.

  6. Die Wohnkostenanteile werden für längstens 36 Aufenthaltsmonate mit 25 % des Haushaltseinkommens, das über dem Standard für den Lebensbedarf nach dem Steiermärkischen Mindestsicherungsgesetz liegt, festgesetzt.

  7. Als generelle Obergrenze gilt die jeweilige Höhe der jeweils maximal zulässigen Wohnkosten gem. StMSG gemäß § 10 Steiermärkisches Mindestsicherungsgesetz.

  8. Für Aufenthalte, die in Summe über 36 Monate hinausgehen, sind 100 % der jeweils maximal zulässigen Wohnkosten gem. StMSG einzuheben. Für die ersten drei Monate Aufenthalt kann von der Einhebung eines Wohnkostenanteiles i.S. genommen werden.


    Erläuterungen zum Wohnkostenmodell „Wohnen im Männer- und Frauenwohnheim der Stadt Graz":

  1. Bis zu einem Haushaltseinkommen (HHEK) in Höhe des Lebensunterhaltes gem. StMSG werden keine Wohnkosten verrechnet.

  2. Sobald das HHEK den Standard für den Lebensunterhalt laut StMSG übersteigt, sind 25 % des den Lebensunterhalt übersteigenden Betrages als Wohnkostenanteil (nicht rückerstattbar) zu verrechnen.

  3. Ab einem HHEK über dem jeweiligen Mindeststandard gem. StMSG wird der 25 %-ige Wohnkostenanteil gedeckelt.

  4. Die Berechnung des Haushaltseinkommens erfolgt nach den Bestimmungen des Steiermärkischen Mindestsicherungsgesetz, LGBl. Nr. 14/2011, i.d.j.g.F.. D. h. als Einkommen gelten grundsätzlich alle Einkünfte, die der/dem Bewohner/in zufließen.

  5. Der Wohnkostenanteil ist auf ganze Euro-Beträge abzurunden.

  6. In den ersten 3 Aufenthaltsmonaten im Männer- und Frauenwohnheim kann im begründeten Anlassfall von Seiten der Leitung der Einrichtung von der Einhebung eines Wohnkostenbeitrages Abstand genommen bzw. kann dieser reduziert werden.

  7. In besonderen Härtefällen (u.a. außergewöhnliche finanzielle Verpflichtungen der BewohnerInnen, Sparmodelle für künftige eigene Wohnversorgung außerhalb der Einrichtung, besondere qualitative Situation der Unterbringung etc.) kann von Seiten der Leitung der Einrichtung eine (dauerhafte) Ermäßigung oder gänzliche Befreiung von der Entrichtung der Wohnkostenbeiträge vorgenommen werden. Die diesbezügliche Entscheidung ist schriftlich zu begründen und der Amtsleitung vorzulegen.

  8. Abzahlung von Rückständen aus Miete und/oder Strom bzw. Sparmöglichkeit für selbständige Wohnversorgung: In der jeweiligen Vereinbarung zwischen der Einrichtung und der/dem Bewohner/in soll verbindlich geregelt werden, dass entsprechend obigem Wohnkostenmodell 25 % der maximal zulässigen Wohnkosten gem. StMSG als Wohnkostenbeitrag zu leisten ist und 75 % (= Sparanteil) von der Verwaltung des Männer- oder Frauenwohnheimes für den/die Bewohner/in entweder zur Schuldentilgung (z.B. Mieten- und Stromrückstand, etc.) verwendet werden, um so eine selbständige Wohnversorgung vorzubereiten oder wenn keine Miet- oder Stromschulden bestehen, soll der Betrag für eine künftige selbständige Wohnversorgung angespart werden. Im Falle der Sparvariante wird das Guthaben bei Auszug aus der Einrichtung an den/die Bewohner/in ausbezahlt.

  9. Die näheren Bestimmungen bezüglich der Abwicklung der Schuldenregulierung bzw. in welcher Form das Sparen erfolgen soll, werden in den jeweiligen Betreuungsvereinbarungen festgelegt.

  10. Dieses Wohnkostenmodell mit jeweiligem Sparanteil gilt für einen Aufenthalt von max. 36 Monaten, wobei diese Berechnung kumulativ anzuwenden ist. Ab dem 37. Monat ist von den BewohnerInnen der volle Wohnkostenanteil gemäß StMSG an die jeweilige Einrichtung zu bezahlen und die Splittung 25 % / 75 % (Wohnkosten nicht rückzahlbar / Sparanteil rückzahlbar) der maximal zulässigen Wohnkosten gem. StMSG ist nicht mehr anzuwenden. Besteht ein Sparguthaben aus dem Wohnkostenmodell, wird dieser erst bei Auszug aus der Einrichtung an die BewohnerInnen ausbezahlt. Durch diese zeitliche Begrenzung der Abzahlungs- bzw. Sparmöglichkeit soll ein dauerhafter Verbleib in einer der Einrichtungen verhindert und der Anreiz zu einer möglichst raschen Eigenwohnversorgung geschaffen werden.

  11. Bei BewohnerInnen, die sich zum Stichtag 1.7.2012 bereits länger als 36 Monate in einer der Einrichtungen aufhalten und bei denen aufgrund ihrer persönlichen Situation ein baldiger Auszug auszuschließen ist, ist der volle Wohnkostenanteil gem. StMSG Mindeststandard einzuheben.

    Musterwohnkostentabelle für eine alleinstehende Person  im Frauen- bzw. Männerwohnheim
    ab 01.01.2018

    Musterwohnkostentabelle für eine Alleinerziehende im Frauenwohnheim mit 1 Kind
    ab 01.01.2018

    Die monatlichen persönlichen Beiträge (Sparanteil und Wohnkostenanteil) werden auf Basis des individuellen Monatseinkommens, laut den Bestimmungen des Steirischen Mindestsicherungsgesetzes i.d.g.F. und laut Gemeinderatsbeschluss vom 14.06.2012 berechnet und vorgeschrieben.

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