• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Deklaration gegen Diskriminierung

Stadt Graz setzt ein Zeichen zum Welt-Aids-Tag

01.12.2020
Der Welt-Aids-Tag am ersten Dezember steht für Solidarität mit den Betroffenen. © stock.adobe.com/Myimagine
Der Welt-Aids-Tag am ersten Dezember steht für Solidarität mit den Betroffenen.© stock.adobe.com/Myimagine

Heute ist der Welt-Aids-Tag. An dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufenen Tag erinnern verschiedenste Organisationen rund um den Globus an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, Aids-Kranken sowie ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen.

Solidarität ist gerade auch im Job gefragt. Immer noch werden HIV-positive Menschen auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Die Kampagne #positivarbeiten, an der sich unter anderem auch die Aids-Hilfe Steiermark beteiligt, will aktiv mit Vorurteilen aufräumen. Denn: Menschen mit HIV können heute leben und arbeiten wie alle anderen Menschen.

Auch der Grazer Stadtregierung ist der Kampf gegen die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen ein Anliegen. Die Stadt Graz hat sich bereits dem Projekt #positivarbeiten angeschlossen und die Deklaration unterzeichnet. Bürgermeister Siegfried Nagl dazu: "Durch Präventionsarbeit und weiterentwickelte AIDS-Behandlung ist es gelungen, die Ausbreitung einzudämmen. Umso wichtiger ist es, dass wir alle gemeinsam entschlossen gegen Ausgrenzung von HIV-infizierten Menschen vorgehen. Denn es ist höchste Zeit, dass Vorurteile im Umgang mit HIV-positiven Menschen der Vergangenheit angehören."

"Niemand soll in der Stadt Graz aus Krankheitsgründen diskriminiert werden. Die Unterzeichnung der Deklaration setzt dafür ein deutliches Zeichen", ergänzt der zuständige Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).

Zeichen gegen Diskriminierung setzen

Folgende Fakten sollen Mythen und Vorurteile etwa entkräften:

  • Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung alt werden und leben wie alle anderen: Ein ganz normaler Arbeitsalltag bis zum Pensionsalter ist möglich.
  • HIV ist generell schwer übertragbar. Unter Therapie – heute der Normalfall – ist eine Weitergabe selbst beim Sex ausgeschlossen.
  • Im beruflichen Alltag gab es noch nie ein Risiko, weder für Kolleginnen und Kollegen noch für andere Menschen. Das gilt auch für Bereiche wie die Pflege, die Kinderbetreuung oder die Gastronomie. Selbst im Erste-Hilfe-Fall reichen die üblichen Schutz- und Hygienevorschriften aus, um eine Übertragung zu verhindern.

Hier kann die Deklaration #positivarbeiten zum Unterzeichnen heruntergeladen werden. Über 70 Unternehmen haben diese österreichweit bereits unterschrieben. In Graz bekennen sich neben der Stadt Graz auch die Karl-Franzens-Universität und die FH Joanneum zum Projekt.

Konstante Zahlen in der Steiermark

Die Österreichische AIDS Gesellschaft geht davon aus, dass es etwa 9.000 mit HIV infizierte Personen in Österreich gibt – das sind bei knapp 8,9 Millionen EinwohnerInnen etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung. (Österreichische AIDS Gesellschaft, 2020; Zent. f. Virologie d. Med. Universität Wien, 2020).

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 430 HIV-Neudiagnosen in Österreich gemeldet. Jedes Jahr gibt es in der Steiermark rund 40 bis 50 HIV-Neuinfektionen – ein Wert, der sich seit Jahren kaum verändert, wie es von der Aidshilfe Steiermark heißt. Für das heurige Jahr lässt sich allerdings noch keine Prognose erstellen. Die Zahlen für 2020 werden erst im ersten Quartal 2021 veröffentlicht.

Mehr zum Thema

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).