• Seite vorlesen
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Pop-Up-Nutzung

GZ.: A15-064465/202/0001_2


Richtlinie des Gemeinderates vom 24.03.2022 zur temporären Pop-Up-Nutzung von freistehenden Geschäftsflächen.

Auf Grund § 45 Abs. 2 Z 25 Statut der Landeshauptstadt Graz 1967, LGBl. Nr. 130/1967, idF LGBl. Nr. 118/2021 wird beschlossen:


Präambel


In der Stadt Graz ruhen freistehende Geschäftsflächen. Konkurrenzdruck, veränderte Lebens- und Konsumgewohnheiten und die Entwicklung der Mietpreise (Mietvorstellungen der Eigentümer) haben dazu geführt, dass viele Erdgeschoßflächen als Potential für wirtschaftliche Nutzung frei zur Verfügung stehen. Freie Flächen, vor allem in den Erdgeschoßzonen, verschmelzen unmittelbar mit dem öffentlichen Raum und generieren mit ihm ein entsprechendes Bild der Nachbarschaft und in Summe einer Stadt.


Ziel


Freie Flächen sehen wir als Potential und als Chance für neue Nutzungsideen. Ziel dieser Richtlinie ist es, den straßenseitigen Leerstand in den Erdgeschoßzonen der Stadt mittels Pop-up Nutzungen zu reduzieren.

Ein Pop-up-Store ist ein Einzelhandelsgeschäft, welches für einen bestimmten Zeitraum die Geschäftsfläche nutzt. Oft werden für einen Pop-up-Store die Übergangszeiten von ohnehin freistehenden Geschäftsräumen genutzt. In den meist günstigen Verkaufsflächen werden beispielsweise Geschäftskonzepte auf ihre Tragfähigkeit am Markt getestet. Die wesentlichen Vorteile eines Pop-up-Stores, im Vergleich zu einem regulären Geschäft, liegen auf der Hand: man kann das Konzept des Unternehmens unter realen Bedingungen testen, ohne ein zu großes Risiko dabei zu tragen. Schließlich unterschreibt man keinen mehrjährigen Vertrag, wie sonst bei der Anmietung von Gewerbeflächen. Darüber hinaus profitieren Gründerinnen und Gründer jedoch vom Marketingeffekt, der mit dem Pop-up-Store oft einhergeht. Denn ein guter Pop-up-Store lockt Kundinnen und Kunden, insbesondere aus Neugier, an, um eventuell neue Trends zu entdecken. Durch den Eventcharakter eines Pop-up-Stores, können Produkte außerdem meist sehr prominent und kreativ inszeniert werden.

Insgesamt zielt die Förderung darauf ab, dem negativen Erscheinungsbild von Straßen / Plätzen / Bezirken mit leeren Geschäftslokalen und der sich daraus oft entwickelnden Abwärtsspirale - mit wachsender Anzahl weiterer Langzeitleerständen - entgegenzuwirken und idealerweise einen positiven Trend in Richtung Lebendigkeit und Vitalität dieser Bereiche zu initiieren bzw. zu unterstützen.


Spezifikation


Eine Pop-up-Nutzung ist eine kurzfristige, provisorische und wirtschaftliche Aktivität, die vorübergehend in leerstehenden Geschäftsräumen betrieben wird.


Die Unterstützung


Durch diese Unterstützung sollen einerseits das Potential von frei verfügbaren Gewerbeflächen im Erdgeschoss genutzt und andererseits das Ausprobieren von Geschäftsmodellen mit neuen Produkten und Dienstleistungen als Prototyp ermöglicht werden.


Wer wird unterstützt?


Unternehmen, Personen und Vereine die innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt haben und ausprobieren wollen.


Wie wird unterstützt?


Die Unterstützung besteht aus einem nichtrückzahlbaren Zuschuss zu den anerkannten Projektkosten. Die Höhe der Förderung beträgt 75 % der anrechenbaren Kosten, jedoch maximal € 3.000,-.
Die Pop-up-Nutzung muss sich mindestens über einen Zeitraum von vier Wochen erstrecken.


Welche Kosten werden gefördert?


Förderfähig sind die für den Zeitraum des Betriebs anfallenden Kosten (Nutzungskosten, Betriebskosten, Gestaltung etc.).


Nicht förderfähige Kosten


Nicht förderbar sind Eigenleistungen der Unternehmen und Kosten, die sich nicht unmittelbar auf die Pop-up-Nutzung beziehen (z.B. Wareneinsatz, Steuerberatung, Rechtsberatung etc.).

Dieser Förderung liegt die Förderungsrichtlinie sowie ein Förderantrag zu Grunde.

Der Antrag ist ausschließlich in elektronischer Form und fristgerecht an die Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung zu richten.

Die Unterlagen haben zu enthalten:


(1) Antragsformular 

(2) Ausführliche Projektbeschreibung mit Bezugnahme auf die in der Ausschreibung definierten Ziele.

(3) Die Förderwerberin bzw. der Förderwerber hat eine Nutzungsvereinbarung mit dem Eigentümer vorzulegen und die gewerberechtlichen Vorschriften einzuhalten.


Entscheidungsfindung und (inhaltliche) Beurteilungskriterien


Die Entscheidung auf Zuerkennung der Förderung erfolgt nach Maßgabe der verfügbaren Budgetmittel und auf Basis der vorliegenden Richtlinie. Auf die Gewährung von Fördermitteln besteht kein Rechtsanspruch. Die Entscheidungsfindung besteht aus zwei Schritten:

(1) formelle Prüfung und

(2) inhaltliche Begutachtung durch die A 15 und Citymanagement

Für die inhaltliche Begutachtung kommen die folgenden Kriterien zur Anwendung:

  • Innovation
  • Nachhaltigkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Regionalität
  • Stärkung des Straßenzuges


Einreichfrist


Anträge können jeweils bis 30.11. des Jahres eingereicht werden.

Die Gültigkeitsdauer dieses Programms beginnt mit März 2022 und richtet sich in seiner Dauer der jeweils zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Mittel.

Anträge müssen an die A 15 / Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung der Landeshauptstadt Graz übermittelt werden.


De-minimis-Verordnung


Die gegenständliche Förderung basiert auf folgender europarechtlicher Grundlage, unter Beachtung allfälliger künftiger Änderungen oder an ihre Stelle tretender Rechtsvorschriften: Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen, ABl L 352/1 vom 24.12.2013 (kurz: DeminimisVO).


Sparsamkeit - Wirtschaftlichkeit - Wirksamkeit


Im Sinne der Grundsätze von Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit sind Ausgaben nur soweit förderungsfähig, als sie in ihrer Art und Höhe zur Erreichung des Förderungszweckes notwendig und angemessen sind. Die Angemessenheit orientiert sich am Einzelfall und insbesondere an den Kriterien: Höhe der Gesamtförderung / der Gesamtprojektkosten.


Auflagen und Bedingungen


Der Fördernehmer bzw. die Fördernehmerin hat nach Abschluss des Projekts der Abteilung einen Kurzbericht über das Projekt zu legen und die geförderten Kosten gemäß den Bestimmungen der Förderungsrichtlinie der Stadt Graz nachzuweisen.

Eine Unterstützung von bereits geförderten Objekten ist ausgeschlossen.


Allgemeine Informationen


DSGVO


Subsidiarität, Kumulierung


Eine Unterstützung von bereits geförderten Objekten ist ausgeschlossen.

Mehr zum Thema

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).