Zwei Bauprojekte der Stadt Graz wurden mit der Auszeichnung „GerambRose“ gewürdigt. Es handelt sich dabei um die revitalisierte Tennenmälzerei und die Volksschule Reininghaus. Beide Gebäude befinden sich im Stadtteil Reininghaus und stehen für eine hohe architektonische Qualität im städtischen Bauen.
Die Tennenmälzerei ist ein denkmalgeschütztes Industriegebäude aus dem Jahr 1888. Durch eine behutsame Revitalisierung wurde das Gebäude in einen offenen Treffpunkt für Kultur und Nachbarschaft verwandelt. Dabei blieb die historische Bausubstanz weitgehend erhalten, während neue, flexibel nutzbare Räume und moderne Zugänge geschaffen wurden.
Die Volksschule Reininghaus ist ein moderner Bildungsbau. Sie verbindet zeitgemäße pädagogische Konzepte mit einer ökologischen Bauweise. Das Gebäude verfügt über offene Lernlandschaften, begrünte Freiräume und ein effizientes Energiekonzept. Aufgrund des hohen Umweltstandards erhielt die Schule bereits die Auszeichnung „klimaaktiv Gold“.
Der Preis wird alle zwei Jahre vom Verein BauKultur Steiermark verliehen. Neben den beiden städtischen Projekten wurden insgesamt weitere herausragende Bauvorhaben in der Steiermark ausgezeichnet.
Ein besonderer Abend für die Grazer Baukultur: Gleich zwei Projekte der Stadt Graz wurden am 28. Oktober mit der renommierten GerambRose ausgezeichnet. Mit der Volksschule Reininghaus und der revitalisierten Tennenmälzerei würdigte die Fachjury zwei ganz unterschiedliche Bauaufgaben, die eines gemeinsam haben: Sie schaffen qualitätsvolle Räume für die Menschen und zeigen, welchen Stellenwert gute Architektur im städtischen Bauen hat. Dass die beiden ausgezeichneten Gebäude in Sichtweite voneinander stehen, macht die Sache besonders erfreulich: Im wachsenden Stadtteil Reininghaus ist hier somit auch baukulturell eine gute Nachbarschaft entstanden.
Passender hätte der Veranstaltungsort kaum gewählt werden können. Die Preisverleihung des Vereins BauKultur Steiermark ging in der historischen Tennenmälzerei über die Bühne – einem der beiden Grazer Siegerprojekte. Landesrätin Claudia Holzer, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Landesbaudirektor Andreas Tropper würdigten gemeinsam mit Geschäftsführerin Sabine Siegel (Verein für Baukultur) im Rahmen der Veranstaltung die Bedeutung qualitätsvoller Baukultur.
Aus insgesamt 64 Einreichungen hatte eine internationale Fachjury unter dem Vorsitz der Architektin Sybille Caspar 18 Projekte vor Ort besichtigt. Sechs davon erhielten die GerambRose, ein weiteres wurde mit der Sonderauszeichnung „GerambRose - Klassiker" gewürdigt.
Für Stadtbaudirektor Bertram Werle unterstreichen die beiden Auszeichnungen für die beiden Grazer Projekte den hohen Stellenwert qualitätsvoller Architektur im kommunalen Hochbau. Sie stehen zugleich für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen städtischen Fachabteilungen, Projektverantwortlichen, Architekt und allen an der Umsetzung Beteiligten.
Tennenmälzerei: Altes bewahren, Neues ermöglichen

Dass auch eine behutsame Zwischennutzung große architektonische Qualität entfalten kann, zeigt die Tennenmälzerei. Das 1888 errichtete, denkmalgeschützte Industriegebäude ist heute ein offener Treffpunkt für Nachbarschaft, Kultur und Veranstaltungen. Statt seine Geschichte zu überdecken, macht die Revitalisierung die Spuren der ehemaligen industriellen Nutzung bewusst sichtbar.
Das Architekturkonzept stammt vom Breathe Earth Collective gemeinsam mit Hohensinn Architektur. Ein vorgelagerter Stahlbau schafft neue Zugänge und eröffnet spannende Perspektiven auf die historische Fassade. Die Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz wurden bewusst gering gehalten. Wiederverwendete Materialien und flexibel nutzbare Räume prägen das neue Innenleben.
Auftraggeberin war die Abteilung für Immobilien unter der Leitung von Heike Wolf-Nikodem-Eichenhardt. Seitens der Stadtbaudirektion begleitete Ingrid Frisch das Projekt. Die bauliche Umsetzung erfolgte durch die GBG Gebäude- und Baumanagement Graz in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt.
Volksschule Reininghaus: Architektur, die Schule macht
Wo ein neuer Stadtteil wächst, braucht es auch Raum zum Lernen. Mit der Volksschule Reininghaus entstand ein moderner Bildungsbau, der zeitgemäße Pädagogik mit anspruchsvoller Architektur und ökologischer Bauweise verbindet. Das vom Grazer Büro dreiplus ARCHITEKTEN ZT GmbH geplante Gebäude bietet offene Lernlandschaften, flexibel nutzbare Gemeinschaftsbereiche und begrünte Freiräume. Photovoltaik, hochwertige ökologische Baustoffe und ein durchdachtes Energiekonzept ergänzen die Architektur. Die Schule wurde bereits mit dem Qualitätsstandard klimaaktiv Gold ausgezeichnet.
Auftraggeberin war die Abteilung für Bildung und Integration unter der Leitung von Günter Fürntratt. Die Projektverantwortung in der Stadtbaudirektion lag bei Johannes Jagersbacher. Gemeinsam mit den Architekten und den weiteren Beteiligten wurde ein Schulstandort geschaffen, der nicht nur funktionale Anforderungen erfüllt, sondern Kindern und Pädagog:innen ein anregendes Umfeld zum Lernen und Zusammenleben bietet.
Weitere ausgezeichnete Projekte
Neben den beiden städtischen Bauvorhaben wurden folgende Projekte mit der GerambRose 2026 ausgezeichnet:
- Montagehalle ganz in Holz, Frauental
- Kinderkrippe Gabersdorf
- Jesuitenrefektorium, Graz
- Kindergarten Mühltal, Leoben
- Haus Lojen, Graz - Sonderauszeichnung „GerambRose - Klassiker"
Der Verein BauKultur Steiermark vergibt den Preis alle zwei Jahre und würdigt damit herausragende Leistungen von Bauherr:innen, Architekt:innen und Ausführenden.

