Ein Gespräch, ein gemeinsamer Spaziergang oder einfach jemand, der Zeit hat und zuhört: Oft sind es die kleinen Begegnungen, die den Alltag bereichern und das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Seit 2006 engagieren sich die Bunten Blätter dafür, älteren Menschen in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) genau diese Momente zu schenken. Sie ergänzen die professionelle Arbeit der GGZ Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter auf eine besonders wertvolle Weise. Zum 20-jährigen Jubiläum blickt der Verein gemeinsam mit Wegbegleiter:innen auf zahlreiche persönliche Begegnungen und Gespräche zurück und rückt zugleich die Bedeutung des Ehrenamtes den Mittelpunkt.


Die Bunten Blätter wurden 2006 auf Initiative des Lions Club Graz Panthera und der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) gegründet. Seither engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter:innen im Rahmen des Besuchsdienstes für die Bewohner:innen der vier GGZ-Pflegewohnheime und die Patient:innen der Albert Schweitzer Klinik. Im Mittelpunkt stehen persönliche Begegnungen und gemeinsame Zeit, insbesondere für Senior:innen, die nur selten oder keinen Besuch erhalten. Beim Festakt zum 20-jährigen Jubiläum blickten Bürgermeisterin Elke Kahr, die Gründungsmitglieder Angela Lienhart und GGZ-GF a. D. Gerd Hartinger, die ehrenamtliche Mitarbeiterin Susanne Rundhammer, Bewohnerin Rosa Kropf, GGZ-Geschäftsführer Andreas Jaklitsch und Obfrau Birgit Freidorfer gemeinsam auf die Entstehung der Bunten Blätter zurück. In einer Podiumsrunde sprachen sie zudem über die Bedeutung des Ehrenamts.
Danke für das Engagement!
Kahr würdigte in ihrer Ansprache die wichtige Rolle des Ehrenamtes: „Die Geschichte von älteren Damen und Herren ist reichhaltig. Sie ist geprägt von guten und manchmal auch schlechten Zeiten. Und diese Geschichten mit jemandem teilen zu können und angehört zu werden ist etwas sehr Wichtiges. Und dafür danke ich den Bunten Blättern herzlich." Dem konnte der GGZ-Geschäftsführer nur beipflichten. Jaklitsch betonte zudem das Zusammenwirken der Bunten Blätter mit den hauptberuflichen Teams der GGZ. „Gemeinsam tragen haupt- und ehrenamtlich Tätige dazu bei, dass sich die Senior:innen gut begleitet, wertgeschätzt und als Menschen mit einer individuellen Lebensgeschichte wahrge-nommen fühlen."
Einsamkeit entgegenwirken
Wie wichtig der ehrenamtliche Besuchsdienst ist, zeigt sich in der täglichen Arbeit der Bunten Blätter: Rund 30 ehrenamtliche Besucher:innen ergänzen heute die Arbeit der GGZ-Mitarbeiter:innen. Sie nehmen sich Zeit und hören zu, wenn alte Geschichten von früher erzählt werden. Sie lesen vor, spielen Gesellschaftsspiele oder singen gemeinsam bekannte Lieder. Sie führen Gespräche, die Erinnerungen wachrufen und schenken Nähe und Verbundenheit. So genießen auch Bewohnerin Rosa Kropf und die Ehrenamtliche Susanne Rundhammer ihre regelmäßigen Treffen im Pflegewohnheim Peter Rosegger. Für Vereinsobbfrau Freidorfer steht neben dem Rückblick vor allem die Zukunft der Bunten Blätter im Mittelpunkt. Denn auch nach 20 Jahren bleibt das Anliegen aktuell: Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Einsamkeit entgegenzuwirken und Begegnungen zu ermöglichen, die den Alltag bereichern.
Wer sich engagieren möchte, braucht dafür keine Vorkenntnisse. Entscheidend sind Freude am Umgang mit Menschen, Einfühlungsvermögen, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, regelmäßig Zeit zu schenken.
