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Pongratz-Moore-Steg: Kommt eine Brücke geflogen …

24.08.2026

Das nennt man eine gute Verbindung, die auch nicht alle Tage zustande kommt: Heute wurde das rund 280 Tonnen schwere Tragwerk des neuen Pongratz-Moore-Stegs spektakulär über die Bäume gehoben, zur Mur bewegt und in seine endgültige Position gedreht.

Pünktlich um 7 Uhr früh starteten die Vorbereitungen für den wohl spektakulärsten Arbeitsschritt beim Neubau des Pongratz-Moore-Stegs, der künftig nicht nur den Rad- und Fußverkehr über die Mur bringt, sondern auch alle wichtigen Versorgungsleitungen sicher beherbergt. Ein 1.000-Tonnen-Raupenkran der Firma Felbermayr hob das rund 68 Meter lange Stahltragwerk zunächst etwa 20 Meter in die Höhe. Anschließend wurde es rund 40 Meter in Richtung Mur bewegt und im schwebenden Zustand um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht. So entstand tatsächlich der Eindruck: Hier kommt eine Brücke geflogen.

Selbst für erfahrene Fachleute ist ein Hub dieser Größenordnung außergewöhnlich. Die größte Herausforderung war für die ARGE Granit-Klöcher, die Örtliche Bauaufsicht, die Kranfirma Felbermayr und die Projektleitung der Stadtbaudirektion die Drehung des Tragwerks im schwebenden Zustand und das „Einfädeln" unter der 110 KV-Leitung, die für die Bauarbeiten auch abgeschaltet wurde.

Außerdem musste sichergestellt werden, dass die Brücke den rund 80 Meter langen Kranausleger zu keinem Zeitpunkt berührt. Zwei Teleskoplader mit Seilwinden führten und sicherten das Tragwerk während des Manövers.

Von dieser alles andere als alltäglichen Kraftanstrengung machten sich direkt am Baufeld auch Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Stadtbaudirektor Bertram Werle ein Bild und zeigten sich von der Dimension und Präzision beeindruckt.

Projektleiter Wolfgang Toman, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Bürgermeisterin Elke Kahr und Stadtbaudirektor Bertram Werle (v. l.).Impressionen von der Einhebung des Pongratz-Moore-Stegs.Impressionen von der Einhebung des Pongratz-Moore-Stegs.Impressionen von der Einhebung des Pongratz-Moore-Stegs.Impressionen von der Einhebung des Pongratz-Moore-Stegs.Impressionen von der Einhebung des Pongratz-Moore-Stegs.

Stimmen

Bürgermeisterin Elke Kahr:
„Eine wichtige Verbindung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen über die Mur ist wiederhergestellt und wird bald in neuer Qualität und Breite in Betrieb gehen. Unser Dank gebührt allen, die daran geplant und gearbeitet haben, in der Stadt und bei den beschäftigten Firmen, und auch jenen Menschen, die sich inzwischen gedulden und Umwege in Kauf nehmen." 

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner:
„Die neue Brücke ist eine zentrale und für viele Menschen unverzichtbare Verbindung über die Mur. Sie bringt Andritz und Gösting wieder näher zusammen und schafft für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen einen direkten und attraktiven Weg im Alltag. Die Sperre dieser wichtigen Verbindung dauert leider schon lange und wird uns noch bis zur Fertigstellung Anfang 2027 begleiten. Umso mehr möchte ich mich bei allen Anrainer:innen und Nutzer:innen für ihre Geduld bedanken. Mit dem heutigen Einhub ist ein großer Schritt geschafft."

Stadtbaudirektor Bertram Werle:
„Mit dem heutigen Einheben wird erstmals im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar, was an planerischer und technischer Arbeit und Power in diesem Projekt steckt. Der Pongratz-Moore-Steg ist weit mehr als eine Verbindung für den Fuß- und Radverkehr: In seinem Tragwerk queren künftig auch zentrale Leitungen für Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation die Mur und sichern damit die Versorgung tausender Haushalte. Diese Arbeiten galt es unter äußerst anspruchsvollen Rahmenbedingungen zu realisieren – nahe dem Naturschutzgebiet, direkt über der Mur und neben der 110-kV-Leitung, auf engstem Raum und unter Einhaltung zahlreicher wasser-, natur- und hochwasserschutzrechtlicher Vorgaben. Das macht die besondere Komplexität dieses Projekts aus. Mit dem heutigen Brückenschlag rückt die Wiedereröffnung nun ein großes Stück näher."

Präzisionsarbeit mit schwerem Gerät

Der Steg selbst kam bereits vor Wochen in vier je 70 Tonnen schweren Einzelteilen zum Baufeld. Im „Trockendock" am rechten Murufer wurden sie unter einem Montagezelt zusammengeschweißt und der Korrosionsschutz sowie die Endbeschichtung aufgebracht. Beim Einhub brachte das Tragwerk, inklusive Anschlagmittel schließlich rund 280 Tonnen auf die Waage. Aufgenommen wurde es an vier Anschlagpunkten. Rund 20 Personen waren unmittelbar an dem Manöver beteiligt und über Headsets und Funkgeräte miteinander verbunden. Beim Absetzen war höchste Genauigkeit gefragt: Denn die zulässige Toleranz betrug lediglich rund einen Zentimeter.

Auch der eingesetzte Kran war außergewöhnlich: Der Liebherr LR 11000 wiegt im aufgebauten Zustand einschließlich Ballast rund 1.000 Tonnen. Rund 50 Einzeltransporte brachten die Kran-Komponenten ebenfalls zum äußerst beengten Baufeld auf der Westseite, wo sie innerhalb von etwa einer Woche zusammengesetzt wurden – Lego für Riesen quasi. Beim Aufbau unterstützt wurde der Raupenkran von einem 230-Tonnen-Mobilkran.

Arbeiten gehen weiter

Mit dem sicheren Absetzen auf der temporären Montagekonstruktion ist der Einhub abgeschlossen, der neue Steg aber noch nicht fertig. Nun werden die endgültigen Lager exakt ausgerichtet und positioniert. Danach folgen die weiteren Leitungsbauarbeiten mit dem Umschließen der jeweiligen Leitungen, die Betonage der Technikschächte, der Abbruch der bestehenden Brücke sowie die Montage von Geländer, Fahrbahnbelag und Beleuchtung.

Auch die Rampen, Wege und begrünten und möblierten Außenanlagen werden bis Ende 2026/Anfang 2027 noch fertiggestellt, bevor auf der Brücke der Rad- und Fußverkehr zwischen Andritz und Gösting wieder fließen kann und die Versorgungsleitungen für:

  • die Energie Steiermark  – redundante Versorgungsleitung,
  • die Energie Graz-Gas – Hauptversorgungsleitung für Andritz und Stattegg
  • die Energie Graz Stromversorgung – Andritz, Maschinenfabrik Andritz, Hauptversorgung für Fa. Sappi, Umspannwerk Nord
  • das E-Werk Gösting – Redundante Strom Versorgungsleitung für Andritz und Stattegg;
    20 KV Mittelspannungsleitung, Datenleitung Glasfaser für Andritz
  • die Holding Graz Wasserwirtschaft – Das Grazer Wasserversorgungsnetz ist fast 1.500 Kilometer lang. Da die Mur auch das Leitungsnetz in zwei Hälften teilt, sind Brücken wie der Pongratz-Moore-Steg wichtige Ost-West-Verbindungen für Wasserleitungen und damit wesentlich für die Versorgungssicherheit.
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Ihre Kommentare (1)

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  • Magdalena Anikar , 24.08.2026,
    Pongratz-Moore Brücke

    Wunderbar, was ich als Andritzerin heute gesehen habe. Als Radfahrerin und als Spaziergängerin freue ich schon darauf, wenn ich das erste Mal über die Brücke fahre bzw. gehe.

    Merci an die Stadt, respektive Frau Bürgermeisterin Elke Kahr und Frau Vizebürgermeisterin Judith Schwendtner.