>Update vom 1. März 2022: Graz friert Partnerschaft mit St. Petersburg ein
Die Menschenrechtsstadt Graz friert auf Weisung von Frau Bürgermeisterin Elke Kahr die im Rahmen der Städtepartnerschaft mit der russischen Metropole St. Petersburg gesetzten Aktivitäten mit sofortiger Wirkung ein, um ein klares Zeichen gegenüber dem offiziellen Russland und seinen politischen Repräsentant:innen zu setzen, dass Graz als erste europäische Menschenrechtsstadt diesen Angriffskrieg und den damit verbundenen Bruch des Völkerrechts entschieden ablehnt.
Voraussetzung einer Wiederaufnahme der freundschaftlichen Beziehungen ist, dass es zu einem Ende der Aggression Russlands gegen andere Staaten kommt und Schritte zur Wiederherstellung der Demokratie und der Pressefreiheit gesetzt werden.
Entstehung der Städtepartnerschaft
Die Städtepartnerschaft zwischen St. Petersburg und Graz wurde im Juli 2001 mit einem Kooperationsvertrag von Gouverneur Vladimir Yakovlev und Bürgermeister Alfred Stingl besiegelt.
St. Petersburg
St. Petersburg ist die zweitgrößte Stadt Russlands mit 5,65 Millionen Einwohner:innen und liegt im Nordwesten des Landes an der Ostsee. Die Stadt wurde im Jahr 1703 von Zar Peter dem Großen gegründet und war lange Zeit die Hauptstadt des Russischen Reiches. Heute ist sie ein bedeutendes Zentrum für Kultur, Wissenschaft und Tourismus in Russland. Die Stadt gilt als kulturelles Zentrum Russlands mit berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Eremitage, einem der größten Kunstmuseen der Welt, dem Mariinski-Theater mit Opern- und Ballettaufführungen und dem Russischen Museum, das die weltweit größte Sammlung russischer Kunst von mittelalterlichen Ikonen über klassische Gemälde bis hin zu Werken der modernen Kunst wie beispielsweise von Wassily Kandinsky beherbergt. Seit dem Jahr 1990 gehören das historische Zentrum von St. Petersburg und die dazugehörigen Monumente zum UNESCO-Weltkulturerbe. St. Petersburg wird oft als "Venedig des Nordens" bezeichnet, weil es ein weit verzweigtes Netz an Flüssen und Kanälen sowie hunderte Brücken gibt und architektonisch gesehen viele prächtige Paläste, stilvolle Fassaden und weitläufige Wasserläufe das Stadtbild prägen.
Austausch zwischen den Partnerstädten
Die Beziehungen zwischen St. Petersburg und Graz waren vor dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine in den Bereichen Kultur und Bildung sehr belebt. Da die Stadt Graz mit Pécs und St. Petersburg durch Städtepartnerschaften verbunden ist und die HIB Liebenau in beiden Städten jeweils eine Partnerschule hat, gab es 2021 während der Corona-Pandemie in Kooperation mit der Stadt Graz einen digitalen Austausch zwischen Schüler:innen der HIB Liebenau, dem Klára Leőwey Gymnasium (Pécs) und der Schule 506 (St. Petersburg). Die Ergebnisse dieses Projektes wurden damals in einer Online-Zeitschrift veröffentlicht.




