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Wohnstraßen

 

Die Stadt Graz setzt seit dem Jahr 2010 wieder Wohnstraßen als ein Mittel der Verkehrsplanung ein, um in Straßenzügen mit vorwiegend Wohnnutzung eine Steigerung der Lebensqualität für AnrainerInnen erreichen zu können.

Wie wird eine Straße eine Wohnstraße

Ablauf Wohnstraßenprojekte 
Ablauf Wohnstraßenprojekte

Die Abteilung für Verkehrsplanung wird auf Grund von Wünschen aus der Bevölkerung oder den Bezirksvertretungen tätig. Seitens der Antragstellerin / des Antragstellers ist eine Unterschriftenliste mit Unterschriften der AnrainerInnen der betroffenen Straße vorzulegen.

Ob eine Straße als Wohnstraße grundsätzlich geeignet ist, wird anhand von bestimmten Kriterien überprüft. Wesentlichste Kriterien dabei sind die Kfz-Verkehrsmengen, der Lkw-Anteil und die Verkehrssicherheit, sowie die Funktion der Straße und die Altersstruktur der AnrainerInnen.

Sind die Voraussetzungen für eine Wohnstraße erfüllt, erfolgt eine Befragung der BewohnerInnen seitens der Abteilung für Verkehrsplanung, ob eine Wohnstraße in ihrer Straße errichtet werden soll. Mittels Fragebogen wird allen anrainenden Haushalten die Möglichkeit geboten, schriftlich ihre Meinung zur Einrichtung einer Wohnstraße in ihrer Straße mitzuteilen. Neben dem Befragungsblatt liegt der Befragung auch ein Informationsblatt bei, um darüber zu informieren, welche Veränderungen mit der Umwandlung einer Straße in eine Wohnstraße verbunden sind. Nur wenn sich eine eindeutige Mehrheit der Anrainerschaft für eine Wohnstraße ausspricht, wird auch eine errichtet.
Im Zuge einer Bezirksteilversammlung erfolgt dann die Information der betroffenen AnrainerInnen über die Umsetzung der Wohnstraße. Bei einem eindeutig negativem Befragungsergebnis ergeht ein Informationsschreiben an die betroffenen Haushalte, dass keine Wohnstraße verordnet wird.

Gestaltung

Wesentlich für Wohnstraßen ist, dass sie als solche eindeutig vom fließenden Verkehr erkannt werden. Sie sollen sich daher gestalterisch (mit einfachen und kostengünstigen Mitteln) vom Straßenbild des übrigen Verkehrsraumes abheben, um die Kfz-Lenker auf die geänderte Situation aufmerksam zu machen.
Im Sinne einer raschen und kosteneffizienten Umsetzung wird es bei den zukünftigen Wohnstraßen eine einfache, standardisierte Straßenraumgestaltung geben, die auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen vor Ort Rücksicht nimmt, allerdings ohne Beteiligungsmöglichkeit bei der Gestaltung. Das Pilotprojekt in Eggenberg hat gezeigt, dass die Ergebnisse bei einer Gestaltung durch die AnrainerInnen in der Regel nicht gleichermaßen für alle zufriedenstellend sind und dadurch Konfliktpotenzial beinhalten.
Mit einfachen Mitteln wie Bodenmarkierungen und Pollern sollen bestehende Straßen ohne wesentliche Umbaumaßnahmen in Wohnstraßen umgewandelt werden. Die Gestaltung erfolgt nach einer Schemaplanung, die bei allen Wohnstraßen eingesetzt wird: Quermarkierungen und Poller im Eingangsbereich als Torelement sowie Piktogramme, versetzt markierte Parkplätze und Spielbereiche, wodurch ein Erscheinungsbild erzielt wird, das sich deutlich von den „normalen" Straßen unterscheidet. Durch das Markieren der Parkplätze und Einrichten von Spielbereichen kann es sein, dass Parkplätze verloren gehen.

Wohnstraße - was bedeutet das?

  • Das Befahren zum Zwecke der Zu- und Abfahrt ist erlaubt, jedoch nicht das Durchfahren. Weiters erlaubt sind der Fahrradverkehr, das Befahren mit Fahrzeugen des Straßenerhalters und der Einsatzorganisationen
     
  • KraftfahrerInnen und RadlerInnen dürfen in der Wohnstraße maximal Schrittgeschwindigkeit fahren.
     
  • FußgängerInnen dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite nutzen
     
  • Kinder dürfen im gesamten Straßenbereich, also ausdrücklich auch im Bereich der Fahrgasse, spielen.
     
  • Fahrzeuge - auch Fahrräder - dürfen FußgängerInnen nicht behindern und müssen notfalls warten. Allerdings dürfen FußgängerInnen den Fahrverkehr ebenfalls nicht absichtlich oder unnötig einschränken bzw. behindern.
     
  • Parken ist grundsätzlich nur auf den vorgesehenen Flächen erlaubt. Das Aus- und Einsteigen sowie das Ent- und Beladen von Fahrzeugen sind davon ausgenommen.
     
  • Wer mit einem Fahrzeug die Wohnstraße verlässt, muss beachten, dass, wie bei Grundstücksausfahrten, andere  Fahrzeuge und querende Fußgänger Vorrang haben.

Kontakt

DIin Barbara Urban

Abteilung für Verkehrsplanung
Europaplatz 20 | 8011 Graz
Tel.: +43 316 872-2891
E-Mail: barbara.urban@stadt.graz.at

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