18.10.2016
Der Grazer Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner begrüßt grundsätzlich die Eckpunkte der heute in Wien präsentierten Bildungsreform, aus der Sicht eines Schulerhalters gibt es allerdings noch unbeantwortete Fragen. „Die Verbesserung der Schulautonomie (Auswahl der Lehrkräfte durch den Direktor, pädagogische und finanzielle Spielräume in den Schulen) ist zu begrüßen. Inwieweit die freie Wahl der Öffnungszeiten eine wirklich gute Idee ist, wird die Zukunft zeigen. Ähnliche Regelungen (schulautonome Tage) haben in den letzten Jahren nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen bei den Eltern geführt. Für jene Schulstandorte, die nunmehr einen späteren Beginn ins Auge fassen, muss eine Frühbetreuung für die Kinder von berufstätigen Eltern zur Verfügung gestellt werden. Der Bund ist in diesem Zusammenhang aufgefordert die entsprechenden finanziellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen", erklärt Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner.
Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit
Neben der verbesserten Schulautonomie eröffnet die Reform gerade im Bereich der Zusammenarbeit unterschiedlicher Bildungseinrichtungen neue Möglichkeiten. Damit entspricht die Reform auch Vorschlägen, die seitens des Grazer Bildungsstadtrats mehrmals aktiv eingefordert wurden, und daher von ihm auch vollinhaltlich begrüßt werden: „Die Möglichkeit einen Bildungscampus zu bilden, der gerade die bestehenden Bildungsbrüche zwischen den Schultypen aufhebt, kann ich nur begrüßen. Auch die Konzentration des pädagogischen Personals auf den Unterricht durch die Schaffung von Schulclustern mit Schulclusterleitungen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Graz hat hier einige Standort die sich dafür anbieten würden."
Ebenso sieht Hohensinner die in Aussicht gestellte Möglichkeit der selbständigen, standortautonomen Schwerpunktsetzung positiv: „Wenn Schulleiter über die Größe der Gruppen vor Ort entscheiden können und die Ressourcen entsprechend dem Bedarf einsetzen, ist dies gerade für die Sprachförderung ein wichtiger Schritt. Dennoch wird kein Weg daran vorbei führen, jenen Schulen mit einem besonders hohen Anteil an Kindern mit Sprachförderbedarf zusätzliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. "
Ebenso sieht Hohensinner die in Aussicht gestellte Möglichkeit der selbständigen, standortautonomen Schwerpunktsetzung positiv: „Wenn Schulleiter über die Größe der Gruppen vor Ort entscheiden können und die Ressourcen entsprechend dem Bedarf einsetzen, ist dies gerade für die Sprachförderung ein wichtiger Schritt. Dennoch wird kein Weg daran vorbei führen, jenen Schulen mit einem besonders hohen Anteil an Kindern mit Sprachförderbedarf zusätzliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. "
Dringender Handlungsbedarf in Schulverwaltung
Die angekündigte Verschiebung der Reform der Schulverwaltung kommentiert der Grazer Stadtrat mit gemischten Gefühlen. Gerade in diesem Bereich sieht er dringenden Handlungsbedarf. „Die Schulverwaltung muss von Grund auf neu gedacht werden. Die bildungspolitischen Herausforderungen sind in urbanen Räumen gänzlich andere, als im ländlichen Gebiet. Die Stadt Graz hat mehr SchülerInnen als das gesamte Bundesland Burgenland, trotzdem aber nur dieselben Schulkompetenzen, wie die Gemeinde Admont. Deshalb brauchen wir eine viel stärkere Differenzierung in diesem Bereiche, etwa durch die Einrichtung von eigenen Bildungsdirektionen für Kommunen über 100.000 EinwohnerInnen", ergänzt Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner der abschließend festhält, „insgesamt bin ich durchaus positiv überrascht, was die mir bekannten Inhalte der Bildungsreform betrifft. Nun liegt es an den handelnden Akteuren, die Ankündigungen auch umzusetzen und manches, was noch fehlt (Tägliche Turnstunde), zu ergänzen."

