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Schneetage für Schulen sind voller Erfolg

11.03.2019

„Sport entfaltet unglaublich viele positive Wirkungen, auch weit über den reinen Gesundheitsfaktor hinaus", erklärt Bildungs- und Sportstadtrat Kurt Hohensinner, „gerade Österreich ist natürlich ein Vorzeigeland für den Wintersport. Die rückläufigen Zahlen bei Wintersportarten sind in diesem Kontext leider alarmierend." Deshalb hat man sich im vergangenen Jahr intensiv mit der Thematik beschäftigt und gemeinsam mit der Holding Graz, sowie zwei Skigebieten und Skischulen ein attraktives und niederschwelliges Angebot geschnürt. „Mit den Schneetagen sind wir einen ganz neuen Weg gegangen", so der Sportstadtrat, „unser Ziel war es möglichst vielen Kindern der 4. Volksschulklassen mit diesem Format einen gratis Tag im Schnee zu ermöglichen und die Chance zu geben Skifahren und Wintersport allgemein aktiv zu erleben. Und das völlig kostenlos für die Eltern und Schulen. Wir wollten damit gerade im urbanen Raum die Begeisterung für Wintersport neu entfachen und mehr Kinder zum Ski- und Wintersport bringen."

Schneetage am Präbichl © Stadt Graz/FischerSchneetage am Präbichl © Stadt Graz/FischerSchneetage am Präbichl © Stadt Graz/FischerSchneetage am Präbichl © Stadt Graz/Fischer

1.600 Kinder und 160 Lehrer aus 29 Schulen

Noch sind einige Schneetage bis Ende März zu absolvieren, aber schon jetzt kann die Aktion als voller Erfolg gewertet werden. Rund 1.600 Schüler und 160 Lehrer aus 29 Grazer Schulen haben teilgenommen. „Die Resonanz auf unseren Aufruf war gigantisch", ist Hohensinner zufrieden, „wir haben versucht ein möglichst niederschwelliges und kostenfreies Angebot über das Sportamt zur Verfügung zu stellen. Dass so viele Kinder teilgenommen haben ist großartig. Aufgrund des großen Erfolges werden wir die Aktion auch im kommenden Jahr fortsetzen." Die Aktion begann am 3. März und galt für Kinder der 4. Klassen der Grazer Volksschulen. Geboten wurde ein unbeschwerter Tag im Schnee mit Skifahren und Snowboarden oder einem Alternativprogramm (je nach Schneelage). Die Abholung erfolgte direkt bei der Schule. Für jene, die es brauchten, wurde auch eine Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Die Betreuung am Berg erfolgte durch Skischulen vor Ort.

„Gerade für Kinder aus dem städtischen Bereich ist es wichtig, dass sie auch die alpine Umgebung von Graz kennen lernen. Mit dieser Aktion ermöglicht die Stadt Graz jedem Volksschulkind die Freuden des winterlichen Gebirges zu erleben", freut sich auch Andreas Puswald von der Berg & Skischule ALPFOX am Präbichl über die Aktion, „der Präbichl bietet die einmalige Gelegenheit, viele Wintersportarten kennenzulernen und einen Tag abseits der städtischen Umgebung zu genießen."

Gesamtpaket im Wert von 100.000 Euro

Die Kosten für die Aktion tragen das Grazer Sportamt und die Holding Graz gemeinsam. Desweiteren wurden Fördermittel aus dem Fördertopf des Regionalmanagements Graz zugesagt. Die Aktion ist nur möglich, weil vieles durch Sachleistungen bzw. besondere Kooperationstarife abgewickelt werden kann. Würde man das gesamte Leistungspaket in Geld aufsummieren, liegt der Gesamtwert der Aktion bei rund 100.000 Euro.

Hintergrund

Im vergangenen Jahr sorgte eine Studie von Dr. Gerd Egger zum Wintersport für Aufsehen. Fazit: Immer weniger Schulen fahren auf Skikurse, immer weniger Eltern und Kinder fahren Ski. „Wintersportwochen haben in Österreich eine lange Tradition und waren immer Teil des Sportunterrichts. Wissenschaftliche Studien belegen deren positiven Auswirkungen, und trotzdem gehen die Teilnehmerzahlen zurück. Nahmen österreichweit 1979 noch 252.000 SchülerInnen an Skikursen teil, so waren es im Schuljahr 2010/2011 nur mehr 133.000, derzeit sind es etwa 120.000. Lediglich für die Steiermark gibt es dank meiner Studie exaktes Zahlenmaterial: Von 2005 (19.596) bis 20016/17 (15.909) gab es auch in unserem Bundesland einen Rückgang von 3.687 SchülerInnen", erklärt Gerd Egger, „die Gründe für den anhaltenden Rückgang sind: Die gesetzliche Abschaffung der verpflichtenden Wintersportwochen (1996), gesellschaftliche Änderungen, starke Zunahme von SchülerInnen mit Migrationshintergrund, Desinteresse der Eltern am Wintersport und damit auch der Kinder, 70% Zustimmungs-Klausel für Skikurse im Elternforum."

Michael Wildling

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