• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Mit GraFo zum beruflichen Aufstieg

Stärker denn je: Der Grazer Fonds für Aufstieg und Entwicklung

25.04.2019
Bettina Absenger (Referat Arbeit und Beschäftigung im Sozialamt), Kurt Hohensinner (Bildungs- und Sozialstadtrat), Susanne Zurl-Meyer (ÖSB Bereichsleitung Süd) © Stadt Graz/Fischer
Bettina Absenger (Referat Arbeit und Beschäftigung im Sozialamt), Kurt Hohensinner (Bildungs- und Sozialstadtrat), Susanne Zurl-Meyer (ÖSB Bereichsleitung Süd)© Stadt Graz/Fischer

„Sozial ist, was stark macht. Bildung macht stark. Als Stadt Graz wollen wir unsere Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich zu qualifizieren und weiterzubilden: Einerseits für sich selbst, aber vor allem auch für bessere Chancen im Berufsleben", erklärt Bildungs- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner die Initiative, „Qualifizierung und Weiterbildung bedeuten häufig beruflichen Aufstieg. Gerade für Menschen mit niedrigem Einkommen ist dies aber aus finanziellen Gründen oft nicht möglich." Genau an diesem Punkt setzt der „Grazer Fonds für Aufstieg und Entwicklung" (kurz GraFo) an: Grazerinnen und Grazer, die sich trotz Erwerbsarbeit keine Fortbildung leisten können, sollen bessere Berufs- und Aufstiegschancen bekommen. „Die persönliche Qualifizierung bildet eine wichtige Strategie, um sich bessere Berufs- und Einkommenschancen zu schaffen. Die positiven Effekte wirken sich im Erwerbsleben und Alltag aus", erklärt Susanne Zurl-Meyer von der ÖSB Consulting GmbH.

Erfolgsmodell weiterentwickelt: Mehr Budget, höherwertige Ausbildungen

Seit 2015 besteht der GraFo, die Nachfrage war von Beginn an groß: 425 Personen haben seit Projektstart eine Förderung erhalten sowie ihre berufsrelevante Weiterbildung erfolgreich absolviert. Darüber hinaus fanden rund 1.500 Erstgespräche statt. Mehr als 620 Personen wurden im Projektbüro in Eggenberg vom „GraFo"-Team persönlich beraten. Aufgrund der positiven Entwicklung wurde der GraFo im Jahr 2018 auch für den europäischen „Innovation in Politics Award" nominiert. „Aufgrund der großen Nachfrage wollten wir das Angebot für die Zukunft weiter ausbauen und noch bedarfsorientierter ausrichten", so Hohensinner. Aus diesem Grund wurden das Projektkonzept und die Ergebnisse der ersten drei Jahre evaluiert und in entscheidenden Bereichen überarbeitet. „Durch diese Reform ist es uns möglich das Förderbudget auf 200.000 Euro aufzustocken. Zusätzlich ist es ab sofort auch möglich höherwertige Ausbildungen im Gesamtwert von bis zu 5.000 Euro zu fördern. Den maximalen Förderbetrag haben wir von 1.000 Euro bisher auf 2.500 Euro mehr als verdoppelt. Damit bauen wir dieses Unterstützungssystem massiv aus", freut sich der Bildungs- und Sozialstadtrat.

Hohe Wirksamkeit: 50 Prozent sehen berufliche Verbesserung

Bei den geförderten Weiterbildungen gibt es inhaltlich kaum Einschränkungen. Sie sollen allgemein sinnvoll und verwertbar für den Arbeitsmarkt sein. Dazu zählen diverse Kurse, z.B. zur Verbesserung von Deutsch- oder Computerkenntnissen, der Abschluss einer zertifizierten Weiterbildung oder eine fachliche Spezialisierung. Unter anderem wurden vom GraFo bisher Ausbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich, wie z.B. für Behindertenbegleitung, zur Bürokraft im medizinischen Bereich oder ein Diplom zum Ernährungstrainer mitfinanziert. Außerdem wurden fachspezifische Ausbildungen, wie die Vorbereitung auf die ZiviltechnikerInnen-Prüfung oder die Ausbildung zum Umwelt- und Abfallbeauftragten sowie Sprachausbildungen und EDV-Schulungen gefördert. Bei einer Befragung der geförderten Personen zeigte sich auch die Wirksamkeit der Maßnahme: Für 47 Prozent der befragten Personen fand unmittelbar nach Besuch der Weiterbildung eine berufliche Verbesserung statt. 24 Prozent glauben, dies in den nächsten Wochen und Monaten zu erreichen. 52 Prozent gaben an, bessere Chancen bei der Jobsuche zu haben. Darüber hinaus konnten viele TeilnehmerInnen bereits ihr Einkommen steigern.

Antragstellung ab sofort möglich

Die Abwicklung des Fonds für Aufstieg und Entwicklung erfolgt zwischen 25. April 2019 und 14. Februar 2020 über den Projektpartner ÖSB Consulting GmbH. Für diesen Zeitraum steht ein Weiterbildungsbudget von insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung. Unterstützt wird mit bis zu 2.500 Euro pro Person, zusätzlich gibt es bei Bedarf eine kostenlose und individuelle Beratung sowie Hilfestellung bei der Antragstellung. „Wir rechnen damit, dass 2019 rund 350 Personen zu Erstgesprächen und Antragsberatung kommen werden und rund 100 Personen eine Qualifizierungsförderung erhalten werden", erläutert Zurl-Meyer.

Wer kann ansuchen?

Antragsberechtigt sind Frauen und Männer zwischen 18 und 64 Jahren, die berufstätig sind (selbstständig oder unselbstständig), ihren Wohnsitz seit mindestens 12 Monaten in Graz haben und über ein niedriges Haushaltseinkommen verfügen. Zur Definition des Haushaltseinkommens werden die Grenzwerte für die Steiermark laut EU-SILC 2017 herangezogen; bei einer alleinstehenden Person sind das 1.238 Euro, bei einer Alleinerzieherin mit einem Kind (unter 14 Jahren) 1.609 Euro oder bei einem Paar mit zwei Kindern 2.598 Euro. Die Klärung, ob die AntragstellerInnen alle Voraussetzungen erfüllen, passiert - ebenso wie die Berechnung der Einkommensgrenzen - gemeinsam mit dem Projektteam.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Förderbare Bildungsmaßnahmen sind alle im weitesten Sinn für den Arbeitsmarkt verwertbare Kurse, wie etwa zur Verbesserung von Deutsch-, Englisch- und Computerkenntnissen oder auch fachspezifische Lehrgänge. Ausgenommen sind u. a. Fernlehrgänge, Kurse mit Sport- und Freizeitcharakter sowie Führerscheine der Klassen A und B. Weiterbildungen, die nach dem 01.09.2018 begonnen haben, können rückwirkend gefördert werden.

Wer kann nicht werden gefördert?

Ausgenommen von der Förderung sind beispielsweise Personen, die bereits eine andere Qualifizierungsförderung beziehen, beim AMS gemeldet sind oder noch studieren.

Wo bekommt man Infos?

Informationen erhält man ab sofort auf www.graz.at/grafo

Unter der Telefonnummer 0664 60 177 3333 bekommen Interessierte ab 25. April 2019 telefonische Auskunft. Im Rahmen des telefonischen „Quick Checks" werden die Grundvoraussetzungen rasch abgeklärt.

Im persönlichen Beratungsgespräch wird geklärt, welche Weiterbildungen förderbar und welche Nachweise zu erbringen sind. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das dafür vorgesehene Antragsformular. Das Projektteam der ÖSB Consulting GmbH unterstützt flexibel und kostenlos bei der Antragstellung.

Michael Wildling

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).

Zuständige Dienststelle