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Ohne Ehrenamt geht's nicht

23.10.2020

„Eine Gesellschaft ohne Ehrenamt ist eine arme Gesellschaft, zum Glück sind wir in diesem Zusammenhang sehr reich", weiß Bildungs-, Integrations- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner, „durch ihre gemeinnützige Arbeit sind die Freiwilligen eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft und stärken den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung." Unter dem Titel „Graz engagiert" wurde in den vergangenen Jahren das große Dankesfest für das Ehrenamt am Nationalfeiertag etabliert und das Rathaus in ein Haus des Ehrenamts verwandelt. Mehr als 500 Besucherinnen und Besucher waren jedes Jahr mit dabei. Im heurigen Jahr zum fünfjährigen Jubiläum ist ein solches Veranstaltungsformat aufgrund der COVID-Pandemie leider nicht möglich. „Gerade heuer ist es uns aber ein besonderes Anliegen den unzähligen Ehrenamtlichen in unserer Stadt Danke zu sagen. Wir wollen dies deshalb mit einer entsprechenden Kampagne mit dem Titel ‚Ohne Ehrenamt geht's nicht‘ tun", erklärt Hohensinner.

"Ohne Ehrenamt geht''s nicht": Stadtrat Kurt Hohensinner präsentiert gemeinsam mit Ehrenamtlichen die neue Kampagne. © Stadt Graz/Fischer"Ohne Ehrenamt geht''s nicht": Ein Hingucker ist die eigens designte Straßenbahn-Station am Südtirolerplatz beim Kunsthaus. © Stadt Graz/Fischer

Anerkennung, Dank und Unterstützung

„Menschen, die in Graz ehrenamtlich aktiv sind, verdienen zwar kein Geld, aber umso mehr verdienen sie unsere Anerkennung, Dank und Unterstützung", betont der Stadtrat. Deshalb stellt die Stadt Graz seit Jahren ein umfangreiches Paket an Unterstützungsmaßnahmen für das Ehrenamt zur Verfügung. „Unser Ziel ist es mit entsprechenden Rahmenbedingungen und Angeboten den Ehrenamtlichen einen Mehrwert zu bieten und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. So haben wir etwa eine umfassende Ehrenamtsversicherung in Graz eingeführt, Aus- und Weiterbildungsangebote konzipiert und eine kostenlose Rechtsberatung eingerichtet. Erst heuer haben wir das Projekt „Treffpunkt Ehrenamt" weiter ausgebaut, bei dem Ehrenamtlichen kostenlos Räumlichkeiten für ihre Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt stehen nun schon sieben Standorte zur Verfügung", erklärt Hohensinner. Ein wesentlicher Meilenstein war die Zusammenführung aller Maßnahmen zum Thema Ehrenamt im Integrationsreferat, um hier eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen. „Freiwilliges Engagement ist eine wertvolle Ergänzung zu den wichtigen bestehenden institutionalisierten Dienst- und Unterstützungsleistungen in nahezu allen Bereichen des Zusammenlebens in unserer Stadt. Freiwillig Tätige schenken nämlich das Wertvollste, ihre Zeit und machen sich stark für eine soziale und lebenswerte Stadt. Dafür gebührt ihnen besonderer Dank", so die Leiterin des Integrationsreferats, Roswitha Müller.

Die Stadt bedankt sich bei ihren Ehrenamtlichen

3 Wochen für 365 Tage

Bei „Graz engagiert" geht es darum für das Ehrenamt zu begeistern, gleichzeitig aber vor allem auch bewusst die Leistung des ehrenamtlichen Engagements sichtbar machen, das 365 Tage im Jahr von Menschen geleistet wird. Allein in der Stadt Graz gibt es unzählige Beispiele, angefangen bei den Lesepatinnen und -paten in unseren Schulen, über die Funktionäre und Trainer in den zahlreichen Sportvereinen bis hin zu jenen Studierenden, die sich während des Lockdowns bereit erklärt haben im Rahmen unserer Einkaufshotline für Risikogruppen mitzuhelfen.  Die heurige Kampagne „Ohne Ehrenamt geht's nicht" wurde von der Abteilung für Kommunikation gemeinsam mit der Agentur achtzigzehn entwickelt und wird in den kommenden drei Wochen im öffentlichen Raum zu sehen sein. In der Kampagne kommen neben Menschen, die sich in Graz ehrenamtlich engagieren, vor allem auch jene Menschen zu Wort, die vom Engagement Ehrenamtlicher profitieren. Stellvertretend für die Stadt Graz sagen sie Danke und erzählen, wie Ehrenamtliche in Graz ihr Leben bereichern. Die tatsächlichen Aussagen der Menschen dienen dabei als zentrale Statements der Kampagne. Die Protagonistinnen und Protagonisten sind nämlich Personen aus dem realen Leben, keine Models. Unter anderem kommen zu Wort: Eine ältere Dame mit ihrer Betreuerin, eine Familie im Verschenkladen, ein Mann mit körperlicher Einschränkung mit seinem Betreuer und ein Mädchen, das regelmäßig an Treffen der Pfadfinder*innen teilnimmt. Die Kampagne wird auf den Citylights der Stadt, in Print-Sujets und in Videoclips auf Social Media ausgespielt. Ein besonderes Highlight ist das speziell designte Öffi-Wartehäuschen am Südtirolerplatz, das ebenso animieren und Danksagung sein soll.

10 Milliarden Euro Wertschöpfung

Die Kampagne soll einmal mehr die immense Bedeutung des Ehrenamts und jener Personen, die diese mit Leben erfüllen, betonen. „Für mich ist das Ehrenamt eine der wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft", sagt Hohensinner, der auf zahlreiche Statistiken verweist. So ist Österreich etwa unter den europaweiten Spitzenreitern, wenn es um das ehrenamtliche Engagement geht. Rund 46 Prozent aller Erwachsenen, also beinahe jeder Zweite, sind in der einen oder anderen Form als Ehrenamtliche tätig. Zahlen für die Steiermark gehen sogar von rund 50 Prozent aller Steirerinnen und Steirer ab dem 15. Lebensjahr aus, die sich ehrenamtlich engagieren. Der ideelle Wert dieser Unterstützung ist nicht zu beziffern, von der Donau Universität Krems (Prof. Gottfried Haber) wurde allerdings versucht den monetären Wert der ehrenamtlich erbrachten Leistung in Österreich zu beziffern. Dieser liegt bei einer jährlichen Wertschöpfung von rund 10 Milliarden Euro. Heruntergebrochen auf Graz würde dies einen Gegenwert von 330 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Hohensinner abschließend: „Mit dieser Kampagne sagen wir Danke für das großartige Engagement in unserer Stadt. Gleichzeitig wollen wir noch mehr Grazerinnen und Grazer für das Ehrenamt begeistern und einladen sich positiv im Sinne unserer Gesellschaft einzubringen."

Michael Wildling

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