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Unterstützung für Grazer Pflichtschulen

05.02.2021

Seit Jahren klagen Direktorinnen und Direktoren über den zunehmenden Verwaltungsaufwand, der große Teile ihrer Arbeit vereinnahmt: Weitreichende Dokumentationspflichten, Koordination von Unterstützungspersonal, Organisation der Nachmittagsbetreuung - um nur einige Beispiele zu nennen. Gleichzeitig sind gerade in Graz auch viele Standorte durch das Schulausbauprogramm auch in ihrer Größe stark erweitert worden. „Unsere Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Schulleitungen leisten hervorragende Arbeit, gerade auch jetzt in dieser schwierigen Phase", betont Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner, „gerade in den letzten Jahren ist der Aufwand, den Direktorinnen und Direktoren haben, um den Schulalltag zu organisieren, enorm gestiegen. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch weiter verschärft. Seit Längerem gibt es daher auch den Wunsch nach zusätzlichen Sekretariatskräften, wie sie etwa höhere Schulen haben. Umso mehr freue ich mich, dass wir heute gemeinsam mit Land und Bund diesen Wunsch erfüllen können."

Regina Hermann (Direktorin der Volksschule Graz-Murfeld), Bildungs- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner, Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß, Soziallandesrätin Doris Kampus © Stadt Graz/FischerZur Pressekonferenz wurde ein Freiluft-Klassenzimmer am Grazer Hauptplatz aufgebaut. © Stadt Graz/FischerHohensinner: Unterstützungspersonal für alle Grazer Pflichtschulen © Stadt Graz/Fischer

Rund 60 Personen mit neuer Perspektive

Mit Start im März/April werden rund 60 derzeit noch arbeitslose Personen den Grazer Pflichtschulen als administratives Unterstützungspersonal zur Seite gestellt. Mit dieser Anzahl ist es möglich jeder Grazer Pflichtschule eine Unterstützungskraft zuzuteilen. Zwei Drittel der Personalkosten werden im Rahmen einer Beschäftigungsoffensive übernommen. Das letzte Drittel haben teilnehmende Kommunen selbst zu tragen und werden damit von der Stadt Graz übernommen. Die Abwicklung erfolgt über die Landes-Gesellschaft St.WUK, die Abwicklungskosten (Overhead) übernimmt das Bildungsressort des Landes.

Für Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß stellt dieses steiermarkweite Projekt, für das in Summe 117 Stellen zur Verfügung stehen, „eine wesentliche und notwendige Entlastung des pädagogischen Personals in den steirischen Pflichtschulen dar. Der Fokus der Lehrerinnen und Lehrer soll auf der pädagogischen Arbeit und nicht auf der Abarbeitung von administrativen Tätigkeiten liegen. Mit dieser Umsetzung dieses Projektes können wir eine Verbesserung erzielen." In der Steiermark wird nach dem Pilotprojekt in Graz demnächst die Bildungsregion Südoststeiermark folgen. Bogner-Strauß abschließend: „Mittelfristig streben wir eine Absicherung dieses Projekts mit dem Bund an. Gleichzeitig soll damit auch die Bildung von Schulclustern weiter angeregt und unterstützt werden."

Aktive Arbeitsmarktpolitik

„Ob in der Schule oder am Arbeitsmarkt, die Corona-Pandemie hat vieles klar aufgezeigt", verweist Soziallandesrätin Doris Kampus auf die Folgen von Home-Teaching einerseits und die aktuellen Arbeitslosenzahlen andererseits. Ihr sei es ein großes Anliegen, alle Kräfte zu bündeln - wie auch in diesem Projekt. Kampus: „Arbeitslose Menschen bekommen damit eine neue Job-Perspektive. Und mit diesem Assistenzpersonal entlasten wir die Schulen, Pädagoginnen und Pädagogen." Das Projekt sei ein wichtiger Teil einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, die 2021 im Zentrum der Sozialpolitik stehe.

Stadt Graz investiert rund 825.000 Euro

Das AMS Steiermark übernimmt die Vorselektion der Bewerbungen, die Bewerbungsgespräche für die 60 Stellen finden in der städtischen Abteilung für Bildung und Integration statt. Die Dienstverhältnisse sind Teilzeitstellen mit ca. 25 Stunden pro Schulwoche (Jahresarbeitszeitmodell). „Für uns als Stadt Graz war klar, dass wir diese Chance, die sich uns hier bietet, nutzen wollen. Deshalb freuen wir uns auch, dass wir die erste Region in der Steiermark sind, die dieses Projekt umsetzt. Dafür nehmen wir auch entsprechende Geldmittel von rund 825.000 Euro in die Hand", so Hohensinner. Rund 650.000 Euro werden für das letzte Drittel der Personalkosten für 1 ½ Jahre benötigt, etwa 175.000 Euro fließen in die Ausstattung und Bereitstellung der Arbeitsplätze. „Für mich ist dieses Projekt eine doppelte Erfolgsgeschichte. In der Bildung setzen wir ein klares Zeichen zur Unterstützung der Schulen, damit sich Leitungen und PädagogInnen mehr auf ihre Kernarbeit konzentrieren können. In meiner Funktion als Sozialstadtrat freue ich mich umso mehr, dass wir diese Unterstützung in Form eines Beschäftigungsprojekts leisten können und damit Menschen, die seit Längerem auf Arbeitssuche sind, neue Möglichkeiten und Perspektiven bieten können", so der Bildungs- und Sozialstadtrat abschließend.

Michael Wildling

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