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Tigermücke in Graz

18.08.2022

Die Asiatische Tigermücke wurde in den letzten Jahren in Graz leider schon mehrfach nachgewiesen.
Helfen Sie durch gezielte Maßnahmen mit, die weitere Ausbreitung zu verhindern und erfahren Sie, wie Sie sich am besten schützen!

Wie sieht die Tigermücke aus und warum ist sie gefährlich?

Die Tigermücke kommt aus den Tropen Asiens und ist durch Warentransporte und Reisende in die Steiermark gekommen. Durch die Erderwärmung kann sie mittlerweile auch in Graz überwintern. 

Die Tigermücke kann beim Menschen gefährliche Krankheiten wie Zika, Chikungunya oder das Dengue-Fieber und bei Tieren die Dirofilariose (Herzwurmerkrankung des Hundes) übertragen. 

Erkennbar ist sie am schwarz-weiß gestreiften Muster. Besonders gut sichtbar sind die Streifen auf den
Hinterbeinen der Mücke. Sie ist rund einen Zentimeter groß. Zudem ist die Tigermücke im Unterschied zu Gelsen auch tagsüber aktiv; während die hier ansässige Hausgelse vor allem in der Dämmerung oder nachts sticht. Sie vermehrt und verbreitet sich allerdings gleich wie die heimischen Gelsen.

Wo hat sich die Tigermücke ausgebreitet? 

Ausbreitung der Tigermücke in Graz.
Ausbreitung der Tigermücke in Graz.© Stadtvermessungsamt/GIS

Im Jahr 2021 hat sich die Asiatische Tigermücke in Graz angesiedelt, vor allem in Liebenau entlang der Mur breitete sie sich auch im Jahr 2022 trotz umfassender Bekämpfungsmaßnahmen weiter aus. Dieses Insekt liebt die gleichen Brutplätze wie Gelsen, also Gewässer wie Teiche, aber auch stehende Wasserstellen wie Regentonnen, Vogeltränken, Blumenuntersetzer, Wasserreste in Kübeln oder alten Autoreifen. Weil die Larven auf der Fahrt aus den Reifen geschleudert werden, breiten sich Tigermücken vor allem entlang von Autobahnen aus.

Was können Sie tun, um die Ausbreitung einzudämmen?

Jedes stehende Wasser, egal ob im Blumenuntersetzer, in Friedhofsvasen, in Autoreifen, Regentonnen, Vogeltränken oder Planschbecken kann Tigermücken anziehen. Die Insekten legen dort ihre Eier ab und können sich so vermehren, inzwischen auch bei uns überwintern.

Das können Sie tun, um die Ausbreitung zu verhindern:

  • Regentonnen: Regentonnen sind die häufigsten und wichtigsten Massenbrutstätten. Sie können mit einem Netz sorgfältig abgedeckt werden. Undichte Deckel und Ablauflöcher sollten vermieden werden.
  • Wassertanks: Große Wassertanks sind zwar seltener als Regentonnen, dennoch sind sie eine
    wichtige Massenbrutstätte. Der Zulauf sollte abgedichtet sein und Ablauflöcher sollten vermieden werden.
  • Sonnenschirmständer: In Sonnenschirmständern sammelt sich sehr häufig Regenwasser. Manche werden zur Beschwerung aktiv mit Wasser befüllt. Die Öffnungen können abgedeckt oder der Ständer mit Sand befüllt werden.
  • Kinderspielzeug: Herumliegendes Kinderspielzeug, das länger nicht benutzt wird, kann als
    Brutstätte dienen. Kleine Gegenstände können aufgeräumt werden. Größere Artikel sollten umgedreht gelagert werden.
  • Blumentöpfe und Vogeltränken: Untersetzer von Blumentöpfen oder Kästen mit einem Wasserspeicher sind häufig auftretende Brutstätten. Die Brutstätte wird vermieden, indem der Untersetzer alle drei bis vier Tage geleert wird. Auch bei Vogeltränken sollte das Wasser regelmäßig gewechselt werden.
  • Offene Zaunrohre: In offenen (Zaun-)Rohren sammelt sich in kleineren Mengen Wasser an. Um die Ansammlung von Wasser zu vermeiden, können Abdeckungen aufgesetzt werden. Oder die Öffnung wird mit Zement versiegelt.
  • Gießkannen: Gießkannen zählen zu den häufigsten Brutstätten, die es im privaten Bereich gibt. Nach Gebrauch sollten sie ungefüllt auf dem Kopf gelagert werden. Befüllte Gießkannen sollten nicht lange stehen. Auch Kübel und Scheibtruhen sollten regelmäßig geleert werden.
  • Regenrinnen: Durchhängende oder verstopfte Regenrinnen sind versteckte Brutstätten. Verstopfte Regenrinnen sollten gereinigt werden. Durchhängende Elemente sollten repariert oder ersetzt werden.
  • Entwässerungsrinnen und Gullies: Entwässerungsrinnen und Hofgullies gehören zu den eher versteckten Brutstätten. Die Wasseransammlung lässt sich nicht vermeiden. Mit kochendem Wasser kann die Larvenbrut jedoch abgetötet werden.
  • Vasen im Freien: Vasen, die im Freien beispielweise auf Friedhöfen stehen, sollten 2 Mal wöchentlich geleert werden. Außerdem können Sie diese mit Sand oder larvizid-haltigem Wasser füllen.
  • Autoreifen, Geräte, Maschinen: Nicht im Freien lagern sollten Sie Autoreifen, große Gerätschaften oder Maschinen.
  • Mülltonnen: Mülltonnen sollte regelmäßig auf Wasserlacken überprüft werden.
  • Biotope: In Biotopen sollten natürliche Fressfeinde der Tigermücke beherbergt werden.
  • Frühjahr: Saugen Sie im Frühjahr mit dem Staubsauger die überwinternden Gelsenweibchen in den Kellerräumen und frostfreien Schuppen auf.
  • Mückenfallen: Mückenfallen können Sie ganz leicht selbst bauen. Dafür brauchen Sie einen alten Kübel, der nicht mehr nach Plastik riecht. Diesen füllen Sie halbvoll mit Regenwasser und geben eine Handvoll Heu oder Grasschnitt hinein - der Geruch zieht die Stechmücken an. Nach 5 Tagen sollten Sie den Kübel ausleeren, am besten auf Wiesen, Kompost oder ins Beet, auf keinen Fall in den Gully.

Eine Übersicht über sämtliche Brutstätten der Tigermücke finden Sie hier.

Wie kann ich mich schützen?

Den wichtigsten Beitrag leisten Sie beim Eindämmen der Verbreitung, da die Tigermücke nicht weit fliegen kann und in der Nähe der Brutstätte bleibt. Im Wohnbereich helfen Instektenschutznetze mit maximal zwei Millimeter Maschenweite. Außerdem hilft das Tragen von langer, heller Kleidung sowie Insektenschutzmittel auf Haut oder Bekleidung. Sie können die Tigermücke außerdem durch natürliche und chemisch modifizierte Substanzen, wie z.B. Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) bekämpfen. Als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel eignen sich Produkte auf Basis von Polydimethylsiloxan.

Was tun, wenn ich eine Tigermücke finde?

Sollten Sie eine Tigermücke finden, können Sie das mithilfe der kostenlosen App "Mosquito Alert" melden. Die eingesendeten Fotos werden von internationalen und nationalen Expert:innen begutachtet und die Funde tragen zur Bekämpfung der Insekten bei. Mit der App können, neben Tigermücken, noch weitere Gelsenarten gemeldet werden. Es handelt sich um die ebenfalls gebietsfremden Arten Japanische Buschmücke, Koreanische Buschmücke und die bisher in Österreich noch nicht nachgewiesene Gelbfiebermücke.

Mosquito Alert für Apple.

Mosquito Alert für Android.

Foto der Tigermücke

Tigermücke in Graz
© AdobeStock/Gordon Zammit

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