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Wo Jugend ist, ist Zukunft

Präsentation der ersten Grazer Jugendstrategie

26.04.2022
Markus Schabler (Leitung Offene Jugendarbeit im Amt für Jugend und Familie), Ingrid Krammer (Abteilungsleiterin Amt für Jugend und Familie), Michelle Kammerhofer (Standortleitung des Jugend[cafe] Andritz), Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner, Florian Arlt (Geschäftsführer des Steirischen Dachverbands der Offenen Jugendarbeit)Markus Schabler (Leitung Offene Jugendarbeit im Amt für Jugend und Familie), Ingrid Krammer (Abteilungsleiterin Amt für Jugend und Familie), Michelle Kammerhofer (Standortleitung des Jugend[cafe] Andritz), Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner, Florian Arlt (Geschäftsführer des Steirischen Dachverbands der Offenen Jugendarbeit)

„Die Stadt Graz hat eine unglaublich aktive und vielfältige Jugendkultur. Das ist nicht selbstverständlich", weiß Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner. Auch nicht selbstverständlich ist, dass sich eine Stadt eine Strategie, ein Konzept auferlegt, um noch bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich junge Menschen bestmöglich entfalten, ausprobieren und weiterentwickeln können. Genau dies tut nun die Stadt Graz und legt erstmals eine umfassende Jugendstrategie für die kommenden fünf Jahre vor. Die bestehenden Angebote, Jugendzentren und aktive Jugendarbeit sind auch weiterhin wesentliche Säulen. Hohensinner sieht die offene Jugendarbeit in der Stadt als Seismograph für Bedürfnisse, Anliegen und Forderungen der Jugendlichen in Graz, dem mit einem Konzept entsprochen wird: „Die vorliegende Jugendstrategie legt fest, in welche Richtung sich unsere Jugendarbeit entwickeln wird und dient uns als wichtige Orientierungshilfe für die nächsten fünf Jahre." Für ihn schließt sich damit auch ein politischer Kreis, denn schon in seiner Zeit als Gemeinderat galt er als starker Verfechter der Jugendkultur und ihrer Projekte. So war Hohensinner etwa Mitinitiator des Citybeach, des proact Jugendgemeinderats, des Mobilitätsschecks für Studierende oder auch großer Befürworter und Türöffner für künstlerische Graffitis im öffentlichen Raum.

Auf Augenhöhe Lebensentwürfe begleiten

„Die Jugendstrategie ist der Plan, der das Ziel benennt und auch den Weg beschreibt, wie wir unsere Vorhaben umsetzen wollen. Gleichzeitig ist die Strategie als Plan offen für Änderungen am Weg zu unseren Zielen", ergänzt Ingrid Krammer, Abteilungsleiterin des Amtes für Jugend und Familie. Die Jugendstrategie skizziert auch die Qualitätskriterien für die künftige Arbeit und rückt die verstärkte strategische und koordinative Abstimmung innerhalb der Jugendszene gemeinsam mit dem Amt und der Politik in den Mittelpunkt. Markus Schabler, Fachbereichsleiter der Offenen Jugendarbeit im Amt für Jugend und Familie, gibt die Richtschnur für diese Zusammenarbeit vor: „Mit den Jugendlichen auf Augenhöhe in Kontakt zu sein und sie in ihren Lebensentwürfen zu begleiten, das ist unsere Aufgabe, die wir in Zusammenarbeit mit allen ‚Playern‘ in der Jugendarbeit gemeinsam leisten wollen und werden." Das Gemeinderatsstück zur Jugendstrategie wird am kommenden Donnerstag im Gemeinderat diskutiert. „Diese vorliegende Strategie wurde unter Einbindung von vielen Mitwirkenden und Expert:innen erstellt und auch mit allen politischen Parteien im Rathaus diskutiert. Am Dienstag wurde das Gemeinderatsstück im zuständigen Fachausschuss bereits einstimmig angenommen", sagt Hohensinner, der daher auch im Gemeinderat von einer breiten Mehrheit ausgeht.

Die Präsentation zum Nachsehen:

Drei räumliche Instanzen: Jugendräume, Stadträume, digitale Räume

Begegnungs- und Möglichkeits-Räume als Angebote für junge Menschen stellen das Programm in der Strategie dar - ohne dabei programmatische Vorgaben für Jugendliche machen zu wollen. Die Jugendstrategie für die kommenden fünf Jahre beleuchtet auf ihrem Weg durch das Grazer Stadtgebiet die Angebote für junge Menschen in Form von drei unterschiedlichen Räumen. Diese räumlichen Instanzen, die auf dem Fachkonzept der Sozialraumorientierung fußen und die künftig die Grazer Jugendarbeit bestimmen werden, sind: Jugendräume, Stadträume und digitale Räume. Unter Jugendräumen sind die gebauten Räume nach dem Modell der 13 Grazer Jugendzentren zu verstehen. Stadträume, also der öffentliche Raum, erfüllen für Jugendliche die wichtige Funktion des Lernraums, des Orts der Sozialisation und Identitätsentwicklung. In digitalen, also virtuellen Räumen werden alle Aktivitäten der Offenen Jugendarbeit zu und mit digitalen Medien und Technologien erfasst.

Was passiert in diesen drei Räumen in den kommenden Jahren?

Die Sicherung und der Ausbau des konkreten Raumangebots für Jugendliche ist permanenter Auftrag an die Stadt Graz. „Graz ist gewachsen und wächst weiter, neue Stadtteile entstehen. Wir wollen hier die Leistungen des Amtes inklusive Jugendarbeit möglichst niederschwellig anbieten", weiß der Jugend- und Familienstadtrat um den Wert von wohnortnaher Beratung, Unterstützung und Begleitung für Jugendliche und Familien. Geplant sind daher zwei neue Jugendzentren - das JuZ Eggenlend in Smart City und ein weiteres in Reininghaus, sowie die umfassende Renovierung bzw. der Ausbau des Jugendzentrums LOGin in Straßgang. Während EggenLend und LOGin bereits fixe Größen in der Grazer Jugendzentrums-Landschaft darstellen, wird Reininghaus als gänzlich neuer Standort entstehen. Was Ingrid Krammer als Besonderheit von Reininghaus sieht: „Dieses Jugendzentrum wird alle drei räumlichen Dimensionen der Jugendstrategie umfassen: das Jugendzentrum als Raum, den Stadtraum in der mobilen Jugendarbeit und den digitalen Raum". Markus Schabler umreißt das Angebot von Reininghaus im digitalen Raum näher: „Hier wollen wir einerseits Informationsaustausch und Informationsverbreitung anbieten. Und andererseits wird hier der Fokus darauf gelegt, dass Ansprechparter:innen die Jugendlichen durch den digitalen Dschungel im Alltag begleiten. Konkret: Fragen zu Gaming oder Mobbing oder auch zu Geschäftsmodellen hinter Gratis-Apps können hier gemeinsam besprochen und geklärt werden."

Mobile Jugendarbeit bespielt den Stadtraum, sei es Graz-weit als künftig erweitertes Streetwork-Angebot oder als mobiles Jugendzentrum oder auch als eine aus dem Jugendzentrum in den Bezirk, in das Grätzl, hinausreichende Jugendarbeit. „Dialog und Konfliktvermittlung sowie Unterstützung von Jugendlichen in allen Lebenslagen sind in der mobilen Jugendarbeit die zentralen Themen, zur Umsetzung braucht es in Zukunft mehr Personal und damit auch mehr Ressourcen", begründet Kurt Hohensinner eine geplante Aufstockung der Finanzmittel, die der Stadtrat auch schon im Rahmen der derzeit laufenden Budgetverhandlungen eingebracht hat.

Evaluierung und Qualitätssicherung

Wie bereits eingangs beschrieben, stellt die Jugendstrategie kein abgeschlossenes System dar, die inhaltliche Weiterentwicklung auf Basis der geplanten jährlichen Evaluierung ist programmatischer Teil des Konzepts genauso wie regelmäßige gemeinsame Stadtteilbegehungen. Warum sich Graz eine umfassende Jugendstrategie gegeben hat? Kurt Hohensinner: „Unser Ziel ist es - gemeinsam mit allen Akteur:innen in der Jugendarbeit - Jugendkultur, Partizipation und jugendliches Lebensgefühl weiter und verstärkt zu fördern. Denn dort, wo Jugend ist, ist Zukunft!"

Michael Wildling

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