

Das Wohngebiet zwischen Münzgrabenstraße, St.-Peter-Hauptstraße, Brucknerstraße, Petrifelderstraße, Karl-Huber-Gasse, und Liebenauer Tangente hat trotz einiger Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, wie der Fahrradstraße in der Marburger Straße und der Durchfahrtssperre, nach wie vor ein erhöhtes Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Des Weiteren sind im nahen Umfeld des Gebietes mehrere städtebauliche Bauprojekte in Zukunft zu erwarten, die verkehrliche Auswirkungen auf das Harmsdorf-ORF-Viertel mit sich bringen könnten.
Um einer Verlagerung des Autoverkehrs im Gebiet entgegenzuwirken, wurden weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen im Wohngebiet geprüft. Dazu wurde das Wohngebiet analysiert und alle grundsätzlich möglichen Maßnahmen wurden durch die Verkehrsplaner:innen geprüft und gefiltert.
Im Zuge der Bürger:innenbeteiligung wurden in der ersten Befragung mögliche Maßnahmen vorgestellt.
Diese konnten von den Bewohner:innen und den Unternehmer:innen des Gebietes kommentiert werden. Weiters gab es die Möglichkeit, dem Projektteam die Problemstellen im Gebiet mitzuteilen. Daraus wurde durch die Verkehrsplaner:innen ein Maßnahmenpaket für das Wohngebiet erstellt. Dieses Maßnahmenpaket wurde in der zweiten Befragung und in den zwei Planungsausstellungen im Befragungszeitraum vorgestellt. Die Bewohner:innen und Unternehmen konnten dazu ihre Einschätzungen mitteilen.
Nach Prüfung der Rückmeldungen aus der Beteiligung und weiteren Planungen wurde nun ein Maßnahmenpaket schrittweise umgesetzt. Nach rund einem Jahr sollen in einer Evaluierungsphase die umgesetzten Maßnahmen bewertet und bei Bedarf angepasst bzw. permanent ausgebaut werden.
Finales Maßnahmenpaket
Aus den Ergebnissen der ersten und zweiten Befragung, den Rückmeldungen aus der Planungsausstellung sowie den schriftlichen Anregungen, den verkehrsplanerischen Grundlagen, Modellrechnungen sowie der fachlichen Bewertungen durch das Planungsteam wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das die Verkehrssicherheit verbessert und die Fahrgeschwindigkeiten reduziert.
Das Maßnahmenpaket wurde nun schrittweise im Projektgebiet umgesetzt. Die Arbeiten erfolgten in mehreren Abschnitten, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Einzig die Bauarbeiten an der Kreuzung Wittenbauerstraße-Harmsdorfgasse werden im Herbst 2026 stattfinden.
Die umgesetzten Maßnahmen im Überblick
1. Errichtung von Gehsteigen im Gebiet (neue Gehsteige und Gehsteig-Lückenschlüsse)
Vorerst wurden die geplanten Gehsteige mittels Markierung (Randlinie) und Kunststoffpoller errichtet, um eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten. Anschließend sollen die Gehsteige Schritt für Schritt baulich errichtet werden.
2. Etappenweise fußgänger:innen- und radfahrer:innenfreundliche Neugestaltung des Straßenraumes im Neufeldweg ab der Ackergasse bis zur Petrifelderstraße
Die Fahrbahnränder wurden mit Leitpflöcken und Wasserbausteinen abgegrenzt. Abschnittsweise wurden neue Gehbereiche markiert sowie Kfz-Stellplätze neu geordnet. Die Straßenränder wurden renaturiert. Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen geprüft, die den gebietsfremden Verkehr noch weiter reduzieren sollen, die Geschwindigkeit senken und damit die Attraktivität der Hauptradroute am Neufeldweg erhöhen.
3. Einführung der „Rechts-vor-Links-Regel" im gesamten Gebiet
Die im Gebiet bereits großteils bestehende „Rechts-vor-Links-Regel" wurde auf folgende Kreuzungen ausgeweitet:
- Scheigergasse X Händelstraße
- Scheigergasse X Gartenstadtstraße
- Scheigergasse X Harmsdorfgasse
- Händelstraße X Kochstraße
- Händelstraße X Wittenbauerstraße
- Harmsdorfgasse X Wittenbauerstraße
- Händelstraße X Brahmsstraße
4. Anpassungen von verschiedenen Kreuzungen zur Verbesserung der Sicherheit
An den folgenden Kreuzungen wurden Anpassungen vorgenommen:
- Wittenbauerstraße - Nußbaumerstraße - Harmsdorfgasse
- Wittenbauerstraße - Gerhart-Hauptmann-Gasse und Wittenbauerstraße - Karl-Schönherr-Gasse
- Scheigergasse - Emil-Ertl-Gasse
- Harmsdorfgasse - Harmsdorfgasse
5. Wechselseitiges Parken in der Harmsdorfgasse und Wittenbauerstraße
In der Harmsdorfgasse und Wittenbauerstraße wurden Kfz-Stellplätze abwechselnd links und rechts am Straßenrand verordnet.
6. Geh- und Radweg in der Scheigergasse zwischen Emil-Ertl-Gasse und Scheigergasse Nr.125 und Anpassungen an der Kreuzung Emil-Ertl-Gasse/ Scheigergasse
Im schmalen Abschnitt der Scheigergasse (nördlich der Zufahrt zu Hausnummer 125) wird nur mehr der Geh- und Radverkehr gestattet. Damit ist die Durchfahrt für Autos in diesem Abschnitt der Scheigergasse nicht mehr möglich. In der Scheigergasse in Richtung Norden und in der Emil-Ertl-Gasse Richtung Westen wurden Gehsteige neu angeordnet.
7. Überprüfung und Anpassung der bewirtschafteten Stellplätze (Grüne Zone)
8. Markierung von Kfz-Stellplätzen in der Paul-Keller-Gasse
In der Paul-Keller-Gasse wurden Kfz-Stellplätze angeordnet.
9. Maßnahmen in der Wittenbauerstraße
In der Wittenbauerstraße wurden Kfz-Stellplätze wechselseitig angeordnet. Im Kreuzungsbereich Gerhart-Hauptmann-Gasse und Karl-Schönherr-Gasse wurden Markierungen für eine klar verständliche Verkehrsführung angebracht. Die Finalisierung Kreuzung Wittenbauerstraße-Harmsdorfgasse erfolgt noch.
Bestehende und weitere Maßnahmen:
Die bereits vorhandene Maßnahme Fahrradstraße in der Marburger Straße mit der Durchfahrtssperre wird beibehalten. Die verkehrsplanerischen Untersuchungen belegen, dass ohne diese Maßnahme der Durchgangsverkehr um rund 30 % steigen würde. Die Maßnahme trägt wesentlich zur Verkehrsberuhigung bei.
Für den Kreuzungsbereich Petrifelderstraße - Neufeldweg liegt eine Planung für einen Kreisverkehr zur Verbesserung der Kreuzung vor. Derzeit wird die Planung im Behördenverfahren geprüft. Nach Genehmigung kann die Umsetzung erfolgen.
Bürger:innenbeteiligung 2025/26
Folgende Beteiligungsformate wurden von August 2025 bis Jänner 2026 angeboten:
Der mehrschrittige Beteiligungsprozess startete mit der ersten Befragung der Anrainer:innen ab 28.8.2025. Die Befragung lief bis einschließlich 23.9.2025. Alle Bewohnerinnen und Bewohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz, die älter als 16 Jahre sind, und Unternehmen im Planungsgebiet, haben persönlich einen Fragebogen zugeschickt bekommen.
Mit dieser ersten Befragung wurden Erkenntnisse darüber gewonnen , wie die Anrainer:innen im Harmsdorf-ORF-Viertel, also im Gebiet zwischen Münzgrabenstraße, St.-Peter-Hauptstraße, Brucknerstraße, Petrifelderstraße, Karl-Huber-Gasse und der Liebenauer Tangente, die aktuelle Verkehrssituation einschätzen.
Weiters erhielten die Anrainer:innen in der Befragung eine Erklärung zu folgenden Punkten:
- Welche möglichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gibt es grundsätzlich?
- Welche positiven Effekte können durch bestimmte Maßnahmen erzielt werden?
- Welche Nachteile oder Einschränkungen könnten diese Maßnahmen für die Mobilität der Anrainer:innen mit sich bringen?
Auf Basis dieser Informationen konnten die Anrainer:innen dann:
- die Umsetzung von Verkehrsberuhigung allgemein in ihrem Gebiet bewerten.
- eigene Anliegen, Hinweise oder Bedenken in den Planungsprozess einbringen - noch bevor konkrete Maßnahmen geplant werden.
Weitere Links:

An zwei Nachmittagen präsentierte das Projektteam die Ergebnisse der ersten Befragung, die Ergebnisse aus der Verkehrserhebung und die Ergebnisse aus der Variantenanalyse sowie auch die erarbeiteten Maßnahmen.
Somit konnten die Anrainer:innen aus dem Harmsdorf-ORF-Viertel sich im persönlichen Gespräch mit den Verkehrsplaner:innen einen umfassenden Überblick über die Maßnahmen verschaffen.
Weiterer Link:
Die zweite Befragung der Anrainer:innen und Unternehmen startete ab 15. Jänner 2026. Die Teilnahme an der Befragung war bis einschließlich Donnerstag, 29. Jänner 2026 möglich. Alle Bewohner:innen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz, die älter als 16 Jahre sind, und Unternehmen im Planungsgebiet, haben persönlich einen Fragebogen zugeschickt bekommen.
Mit der zweiten Befragung wurden die Ergebnisse aus der ersten Befragung sowie die Erkenntnisse aus der verkehrplanerischen Erhebung und den Modellrechnungen vorgestellt. Die daraus entwickelten Maßnahmen für das Maßnahmenpaket wurden im Detail vorgestellt. Anhand eines Übersichtsplan wird deutlich, wo im Gebiet, welche Maßnahme umgesetzt werden soll.
Die Anrainer:innen und Unternehmen hatten in der zweiten Befragung die Möglichkeit, Ihre Einschätzung zum vorgestellten Maßnahmenpaket dem Planungsteam mitzuteilen.
Weitere Links:
Planungsausstellung




