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Verkehrsberuhigung Harmsdorf-ORF-Viertel

Bürger:innenbeteiligung

Harmsdorf-ORF-Viertel
Harmsdorf-ORF-Viertel© Stadt Graz

Das Wohngebiet zwischen Münzgrabenstraße, St.-Peter-Hauptstraße, Brucknerstraße, Petrifelderstraße, Karl-Huber-Gasse, und Liebenauer Tangente hat trotz einiger Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, wie der Fahrradstraße in der Marburger Straße und der Durchfahrtssperre, nach wie vor ein erhöhtes Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Des Weiteren sind im nahen Umfeld des Gebietes mehrere städtebauliche Bauprojekte in Zukunft zu erwarten, die verkehrliche Auswirkungen auf das Harmsdorf-ORF-Viertel mit sich bringen könnten.

Um einer Verlagerung des Autoverkehrs im Gebiet entgegenzuwirken, werden weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen im Wohngebiet geprüft. Dazu wird das Wohngebiet analysiert und alle grundsätzlich möglichen Maßnahmen werden durch die Verkehrsplaner:innen geprüft und gefiltert.

Im Zuge der Bürger:innenbeteiligung werden mögliche Maßnahmen vorgestellt. Diese können von den Bewohner:innen und den Unternehmer:innen des Gebietes kommentiert werden. Weiters gibt es die Möglichkeit, dem Projektteam die Problemstellen im Gebiet mitzuteilen. Daraus wird durch die Verkehrsplaner:innen ein Maßnahmenbündel für das Wohngebiet erstellt. Anschließend erfolgt je nach Maßnahme eine schrittweise temporäre Umsetzung. Nach rund einem Jahr sollen in einer Evaluierungsphase die umgesetzten Maßnahmen bewertet und bei Bedarf angepasst bzw. permanent ausgebaut werden.

Zeitplan
Zeitplan© Stadt Graz

Zweite Anrainer:innenbefragung

Die zweite Befragung der Anrainer:innen und Unternehmen startet ab 15. Jänner 2026. Die Teilnahme an der Befragung ist bis einschließlich Donnerstag, 29. Jänner 2026 möglich. Alle Bewohner:innen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz, die älter als 16 Jahre sind, und Unternehmen im Planungsgebiet, haben persönlich einen Fragebogen zugeschickt bekommen.

Mit der zweiten Befragung werden die Ergebnisse aus der ersten Befragung sowie die Erkenntnisse aus der verkehrplanerischen Erhebung und den Modellrechnungen vorgestellt. Die daraus entwickelten Maßnahmen für das Maßnahmenpaket werden im Detail vorgestellt. Anhand eines Übersichtsplan wird deutlich, wo im Gebiet, welche Maßnahme umgesetzt werden soll.

Die Anrainer:innen und Unternehmen haben in der zweiten Befragung die Möglichkeit, Ihre Einschätzung zum vorgestellten Maßnahmenpaket dem Planungsteam mitzugeben. 


Planungsausstellungen:

Innerhalb des Befragungszeitraums bieten wir zwei Informationsveranstaltungen an. Nutzen Sie die Möglichkeit, an einem der beiden Nachmittage mit dem Projektteam Ihre Fragen zu besprechen.

Wann?

  • Montag, 19. Jänner 2026 - 17 bis 20 Uhr
  • Dienstag, 20. Jänner 2026 - 17 bis 20 Uhr

Wo?

  • BORG Monsberger, Monsbergergasse 16, 8010 Graz

Weitere Links:

Maßnahmenpaket im Überblick

Maßnahmenüberblick im Gebiet
Maßnahmenüberblick im Gebiet© PLANUM Fallast & Partner GmbH

Aus den Ergebnissen der ersten Befragung, den verkehrsplanerischen Grundlagen und Modellrechnungen sowie der fachlichen Bewertungen durch das Planungsteam wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das die Verkehrssicherheit verbessern und die Fahrgeschwindigkeit reduzieren soll.

Die folgenden neuen Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und -beruhigung sind im Harmsdorf-ORF-Viertel geplant:

Gehsteigerweiterung Harmsdorfgasse (Grafische Darstellung)
Gehsteigerweiterung Harmsdorfgasse (Grafische Darstellung)© PLANUM Fallast & Partner GmbH
  • Harmsdorfgasse zwischen Neufeldweg und Scheigergasse an der Südseite
  • Neufeldweg
  • Scheigergasse nördlich der Emil-Ertl-Gasse
  • Emil-Ertl-Gasse westlich der Scheigergasse

Vorerst sollen die geplanten Gehsteige mittels Markierung (Randlinie) und Kunststoffpoller errichtet werden, um eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten. Anschließend sollen die Gehsteige Schritt für Schritt baulich errichtet werden.

Neugestaltung des Straßenraums Neufeldweg (Grafische Darstellung)
Neugestaltung des Straßenraums Neufeldweg (Grafische Darstellung) © PLANUM Fallast & Partner GmbH

Der Neufeldweg weist breite unbefestigte Flächen an den Fahrbahnrändern auf, die die Fahrbahn optisch vergrößern. Das führt dazu, dass Autos schneller fahren. Autos werden teilweise ungeordnet auch an diesem Rand abgestellt. Gleichzeitig fehlen Gehsteige. Für Fußgänger:innen ist es dadurch unsicher.

Durch eine neue Gestaltung mit Grünflächen, Bäumen, Sitzbänken, einem abschnittsweisen Gehsteig-Lückenschluss und markierten Stellplätzen werden die Fahrbahnränder klar strukturiert. So wirkt die Fahrbahn schmäler und das Zu-Fuß-Gehen wird sicherer.
Das bedeutet:

  • Mehr Sicherheit
  • Bessere Aufenthaltsqualität
  • Langsameres Fahren der Autos

Die im Gebiet bereits großteils bestehende „Rechts-vor-Links-Regel" wird auf sechs weitere Kreuzungen ausgeweitet. Nur in Straßen mit Buslinien und Fahrradstraße bestehen Ausnahmen.

Die Rechts-vor-Links-Regel bedeutet: Das von rechts kommende Fahrzeug hat Vorrang.

In einem Gebiet, in dem die Rechts-vor-Links-Regel gilt, entsteht ein Netz von gleichberechtigten Straßen. Es gibt keine durchgehenden Vorfahrtsstraßen. Dadurch müssen Autofahrer:innen sich den Kreuzungen langsamer und aufmerksamer annähern.

Kfz-Stellplätze, die abwechselnd links und rechts am Straßenrand angeordnet sind, nennt man wechselseitiges Parken. Diese Maßnahme gibt es bereits in einigen Straßen im Gebiet und sie soll ergänzend in der Harmsdorfgasse verordnet werden.

Durch wechselseitiges Parken müssen Fahrer:innen stärker auf Gegenverkehr und Fußgänger:innen achten und ihr Fahrtempo anpassen.

Kreuzungsanpassung Emil-Ertl-Gasse und Scheigergasse (Grafische Darstellung)
Kreuzungsanpassung Emil-Ertl-Gasse und Scheigergasse (Grafische Darstellung)© PLANUM Fallast & Partner GmbH

Die Kreuzung Emil-Ertl-Gasse/ Scheigergasse ist unübersichtlich. Die Scheigergasse im Süden ist in diesem Bereich sehr schmal.

Daher wird im schmalen Abschnitt der Scheigergasse (nördlich der Zufahrt zu Hausnummer 125) nur mehr der Geh- und Radverkehr gestattet. Damit ist die Durchfahrt für Autos von der Scheigergasse von Süden in Richtung Emil-Ertl-Gasse nicht mehr möglich (siehe Grafik).

Anpassungen: Durch neue Straßenmarkierungen wird die Kreuzung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen übersichtlicher. In der Scheigergasse in Richtung Norden und in der Emil-Ertl-Gasse Richtung Westen werden Gehsteige neu angeordnet.

Im Herbst 2025 wurde die Auslastung der bewirtschafteten und unbewirtschafteten Stellplätze im Gebiet genau überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass es sinnvoll ist, die bestehende Grüne Zone anzupassen: An einigen Stellen kann es zu einer Ausweitung der Grünen Zone kommen und an einigen Stellen zu einer Rücknahme von bewirtschafteten Stellplätzen. Diese Änderungen unterstützen die geplanten Maßnahmen für das Gebiet und sorgen für eine bessere Verteilung der Stellplätze. Betroffen sind unter anderem die Harmsdorfgasse und die Händelstraße.

Auf Straßen mit Gegenverkehr darf man nur parken, wenn genug Platz bleibt - mindestens 5,20 Meter für zwei Fahrstreifen. In der Paul-Keller-Gasse ist dieser Platz neben parkenden Autos nicht vorhanden - trotzdem wird derzeit dort geparkt.
Das führt zu folgenden Problemen:

  • Die Situationen für Fußgänger:innen ist unübersichtlich.
  • Die Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge im Notfall ist nicht mehr möglich.
  • Zufahrten zu Grundstücken werden blockiert und die Sicht beim Ausfahren fehlt.

Durch Stellplatzmarkierungen wird erkennbar, wo Parken erlaubt ist. So bleibt genug Platz für den Verkehr, Einfahrten bleiben frei, Fußgänger:innen sind besser geschützt und Einsatzfahrzeuge kommen im Notfall ungehindert durch.

Bestehende und weitere Maßnahmen:

Die bereits vorhandene Maßnahme Fahrradstraße in der Marburger Straße mit der Durchfahrtssperre wird beibehalten. Die verkehrsplanerischen Untersuchungen belegen, dass ohne diese Maßnahme der Durchgangsverkehr um rund 30 % steigen würde. Die Maßnahme trägt wesentlich zur Verkehrsberuhigung bei.

Für den Kreuzungsbereich Petrifelderstraße - Neufeldweg liegt eine Planung für die Verbesserung der Kreuzung vor. Derzeit wird an einer Realisierung dieser Planung gearbeitet.


Der mehrschrittige Beteiligungsprozess startete mit der ersten Befragung der Anrainer:innen ab 28.8.2025. Die Befragung lief bis einschließlich 23.9.2025. Alle Bewohnerinnen und Bewohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz, die älter als 16 Jahre sind, und Unternehmen im Planungsgebiet, haben persönlich einen Fragebogen zugeschickt bekommen.

Mit dieser ersten Befragung wurden Erkenntnisse darüber gewonnen , wie die Anrainer:innen im Harmsdorf-ORF-Viertel, also im Gebiet zwischen Münzgrabenstraße, St.-Peter-Hauptstraße, Brucknerstraße, Petrifelderstraße, Karl-Huber-Gasse und der Liebenauer Tangente, die aktuelle Verkehrssituation einschätzen.

Weiters erhielten die Anrainer:innen in der Befragung eine Erklärung zu folgenden Punkten:

  • Welche möglichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gibt es grundsätzlich?
  • Welche positiven Effekte können durch bestimmte Maßnahmen erzielt werden?
  • Welche Nachteile oder Einschränkungen könnten diese Maßnahmen für die Mobilität der Anrainer:innen mit sich bringen?

Auf Basis dieser Informationen konnten die Anrainer:innen dann:

  • die Umsetzung von Verkehrsberuhigung allgemein in ihrem Gebiet bewerten.
  • eigene Anliegen, Hinweise oder Bedenken in den Planungsprozess einbringen - noch bevor konkrete Maßnahmen geplant werden.

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