
Erhebungs- und Bearbeitungsschritte
Für die Erarbeitung des Maßnahmenpakets wurde eine Durchgangsverkehrserhebung vorgenommen. Zusätzlich wurden die verorteten Problemstellen aus der ersten Befragung analysiert. Aus den gesammelten Daten wurde dann ein Verkehrsmodell erstellt. Mit diesem Modell konnten verschiedene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen simuliert und die Ergebnisse der neuen Verkehrsflüsse analysiert werden.
Ergebnisse der Verkehrsanalyse

Wie wurde erhoben?
Im Oktober 2025 wurde an zwei Tagen gezählt, wie viele Menschen durch das Projektgebiet fahren. Dafür wurden an allen Straßen, die in das Gebiet hinein- oder hinausführen, die vorbeifahrenden Autos und Fahrräder gezählt.
Durchgangsverkehr bedeutet: Fahrzeuge fahren nur durch das Gebiet hindurch, ohne dort zu starten oder anzukommen; zum Beispiel, um eine Abkürzung zu nehmen bzw. schneller ans Ziel zu kommen.
Mit der Durchgangsverkehrserhebung konnte festgestellt werden, wie viel Durchgangsverkehr es im gesamten Gebiet gibt.
Ergebnis
Das Ergebnis zeigt, dass sich der Verkehr im Harmsdorf-ORF-Viertel aus 20 % Durchgangsverkehr (Kfz, die durchfahren) und 80 % aus Verkehr, der im Viertel startet oder endet (Kfz-Quell- und Zielverkehr) zusammensetzt.
In der Grafik erkennt man, welche Ein- bzw. Ausfahrtskontenpunkte besonders häufig genutzt werden. Die violetten Säulen zeigen den Durchgangsverkehr und die blauen Säulen zeigen den Quell- und Zielverkehr.
Ergänzend wurde im Oktober 2025 im ganzen Gebiet untersucht, wie stark die Stellplätze im Straßenraum belegt sind. Dabei wurden bewirtschaftete Parkplätze (Grüne Zone) und nicht bewirtschaftete Parkplätze betrachtet.
Die Erhebung des ruhenden Verkehrs hat gezeigt:
- Bewirtschaftete Stellplätze: Maximal 50% sind belegt.
- Unbewirtschaftete Stellplätze: Maximal 70% sind belegt, Anteil der Grazer > Anteil Nicht-Grazer
Ergebnisse aus der Variantenuntersuchung
Mit den vorliegenden Zähldaten konnte ein Verkehrsmodell erstellt werden. Damit wurden dann unterschiedliche Varianten, die eine weitere Verkehrsberuhigung ermöglichen sollte, berechnet. Außerdem wurde mit dem Verkehrsmodell auch die aktuell gültigen Maßnahmen (Fahrradstraße Marburger Straße) sowie auch die Verkehrssituation vor Einführung der Fahrradstraße untersucht.
Insgesamt wurden 6 Planfälle in einem Verkehrsmodell untersucht:
- Variante "Status Quo"
- Variante A "Diagonalfilter"
- Variante A.1 "gedrehter Diagonalfilter"
- Variante B "Einbahnsystem"
- Variante B.1 "gedrehtes Einbahnsystem"
- Variante -1 "Ursprung ohne Poller"
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit den Varianten die Verkehrsmengen insgesamt leicht verringern. Der Durchgangsverkehr kann durch die Maßnahmen gut reduziert werden. Allerdings führt er auf kurzen Streckenabschnitten wiederum zu nicht vertretbaren Neu-Belastung für Anrainer:innen (Bsp. Purgleitnerstraße und Teile der Wittenbauerstraße). Diese Wirkungen haben ihre Ursache im hohen Anteil des nicht reduzierbaren Ziel- und Quellverkehrs. Durch die verschiedenen Maßnahmen werden Kfz-Fahrten im Gebiet „hin- und hergeschoben", mit dem Resultat, dass Verringerungen in einem Straßenabschnitt zu teilweise nicht vertretbaren Mehrbelastungen führen. Das liegt vor allem daran, dass viele Fahrten Quell- und Zielverkehr sind, und sich daher nicht vermeiden lassen. Insgesamt verändern die geprüften Maßnahmen also vor allem die Fahrtrouten der etwa 10.000 Kfz-Fahrten, die im Viertel selbst entstehen.
