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Stadtteilleitbild Lend Mitte

Gemeinsame Visionen für den Stadtteil zwischen Kalvariengürtel und Bienengasse

Stadtteilleitbild Lend Mitte
Stadtteilleitbild Lend Mitte© achtzigzehn

Die Stadt Graz und ihre Stadtteile verändern sich stetig. In den letzten Jahren haben sich die Nutzungen im Gebiet zwischen Kalvariengürtel, Mur, Bienengasse/ Neue Bienengasse und Wiener Straße weiterentwickelt. Es sind neue Wohngebäude entstanden und die Bevölkerung ist gewachsen. Diese Veränderungen führen zu neuen Anforderungen an den öffentlichen Raum, die Parkanlagen, die soziale Infrastruktur und an das Wegenetz im Stadtteil.

Gemeinsam mit Bürger:innen, Nutzer:innen und Unternehmer:innen hat ein Team aus Stadtbaudirektion, Stadtplanung, Verkehrsplanung und Abteilung für Grünraum einen Blick in die Zukunft des Stadtteils geworfen. 

Aus den erhobenen Daten, den mehr als 1000 Anregungen durch die Bürger:innen und der Expertise der Planer:innen ist nun ein gemeinsames Bild für die zukünftige Entwicklung entstanden: das Stadtteilleitbild Lend Mitte. 

Das Stadtteilleitbild Lend Mitte zum Nachlesen

Die vorliegende Website bietet einen Überblick über die zentralen Inhalte des Leitbildes.

Alle Details zum Stadtteilleitbild finden Sie unter: 

Verortung Projektgebiet Lend Mitte
Verortung Projektgebiet Lend Mitte© di*mann, OpenStreetMap Contributors

Die Auswahl des Planungsgebiets für dieses Stadtteilleitbild basiert auf einer umfangreichen Grundlagenerhebung und Befragungen von Stakeholder:innen (Personen, die sowohl mit verschiedenen Gruppen im Stadtteil im Kontakt stehen als auch inhaltliche Themen im Stadtteil im Blick haben). Bestehende stadtplanerische Zielsetzungen und bereits anvisierte Planungsprojekte innerhalb der Grazer Stadtverwaltung wurden zusammengetragen und analysiert. Der Stadtteil Lend Mitte wurde als Gebiet mit dem größten stadtplanerischen Handlungsbedarf identifiziert und folglich für die Bearbeitung ausgewählt.

Das Projektgebiet „Lend Mitte" umfasst eine Fläche von etwa 29 ha. Die Rahmung durch Mühlgang und Mur und der zentral durch das Gebiet laufende Schleifbach prägen den besonderen Charakter des Stadtteils. Die hohe Bevölkerungsdichte und bauliche Struktur des Stadtteils erfordern daher einen besonderen Schwerpunkt auf den öffentlichen Raum, Grünräume und die Freiraumvernetzung. Als Ergebnis beinhaltet das Stadtteilleitbild daher viele Ideen zur Verbesserung der Freiraumversorgung, der Qualitäten im öffentlichen Raum und der Erlebbarkeit der Gewässer im Stadtteil.


Ein kooperativer Planungsprozess für Lend Mitte

Innerhalb der Grazer Stadtverwaltung wurden Expert:innen verschiedenster Fachabteilungen eingebunden. Dazu zählen neben der Stadtbaudirektion und dem Stadtplanungsamt auch die Abteilung für Grünraum und Gewässer sowie die Abteilung für Verkehrsplanung. Zur fachlichen Begleitung und inhaltlich vertieften Erarbeitung des Stadtteilleitbildes wurde mit dem Raumplanungsbüro di*mann (DI Andrea Mann) ein externes Fachplanungsbüro beauftragt. Bei einer Vielzahl an öffentlichen Veranstaltungen wurden die Bürger:innen und Stakeholder:innen im Stadtteil zur Teilnahme am Planungsprozess eingeladen. Dazu fanden im Frühjahr 2025 17 verschiedene Beteiligungsformate statt. 


Gliederung des Stadtteilleitbildes

Das vorliegende Stadtteilleitbild gliedert sich nach der Einleitung in fünf inhaltliche Kapitel: Das Kapitel „Ausgangslage im Stadtteil" präsentiert die Ergebnisse der Analyse des Stadtteils (Kapitel 2). Der parallel dazu laufende Beteiligungsprozess wird im darauffolgenden Kapitel im Detail beschrieben (Kapitel 3). Die Anregungen und Ideen der Bürger:innen sind Grundlage des gemeinsamen Zukunftsbilds „Zukunftsbild: Vielfalt am Wasser" (Kapitel 4) und der abgeleiteten Handlungsfelder (Kapitel 5). Im abschließenden Kapitel werden die Handlungsempfehlungen im Detail erläutert (Kapitel 6).

Daten zum Stadtteil

Das Projektgebiet Lend Mitte ist ca. 29 ha groß und umfasst rund 8 % der Gesamtfläche des Bezirks Lend (3,7 km², vgl. Graz gesamt: 127,6 km²). Lend Mitte wird nördlich durch den Kalvariengürtel begrenzt; südlich endet das Gebiet bei der Bienengasse. Die Mur begrenzt das Planungsgebiet im Osten, während es im Westen bis zur Wiener Straße bzw. den Freiräumen am Mühlgang reicht.

Im Projektgebiet Lend Mitte wohnen mit Stand 1. Jänner 2024 insgesamt 4.091 Personen. Davon haben 3.791 Personen ihren Hauptwohnsitz im Projektgebiet. Die Wohnbevölkerung im Stadtteil besteht zu rund 46 % aus nicht-österreichischen Staatsbürger:innen. Das liegt deutlich über dem stadtweiten Durchschnitt von rund 28 %. Die Mehrheit der ausländischen Staatsbürger:innen kommt aus Drittstaaten (58 %), eine ausländische EU-Staatsbürgerschaft haben rund 42 %. Das Planungsgebiet kennzeichnet sich somit durch eine große kulturelle und sprachliche Vielfalt.

Die Altersstruktur von Lend Mitte unterscheidet sich ebenfalls vom gesamtstädtischen Mittel. Der Anteil an Menschen im Alter ab 60 Jahren liegt in Lend Mitte bei 19 %, während der Grazer Mittelwert 22 % beträgt. Somit gibt es einen vergleichsweise geringen Anteil an älteren Bewohner:innen. Besonders viele Personen über 60 Jahren leben aber im Bereich zwischen Zeillergasse und Mur in den geschlossenen Wohnblöcken und Gemeindebauten. Hier sind sogar 32 % bis 39 % der Bewohner:innen über 60 Jahre alt. Umgekehrt liegt der Anteil junger Menschen im Projektgebiet mit einem Anteil von rund 15 % an Einwohner:innen bis 19 Jahre geringfügig über dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Junge und ältere Menschen teilen ein Bedürfnis nach wohnungsnahen Freiräumen und Erholungsangeboten.

WordCloud: Was macht den Stadtteil aus?WordCloud: Was soll unbedingt erhalten bleiben? WordCloud: Was soll unbedingt verbessert werden?

Die Besonderheiten und Qualitäten des Stadtteils wurden im Rahmen des kooperativen Planungsprozesses vertiefend anhand dreier Leitfragen diskutiert:

Was macht den Stadtteil Lend Mitte aus? Was soll unbedingt erhalten bleiben? Und was soll unbedingt verbessert werden?

Die Ergebnisse werden im Überblick in den Wortwolken (siehe Galerie) dargestellt. 

SWOT Grün- und Freiraum
SWOT Grün- und Freiraum© di*mann
SWOT Mobilität
SWOT Mobilität © di*mann
SWOT Soziale Infrastruktur
SWOT Soziale Infrastruktur© di*mann
SWOT Städtebau und öffentlicher Raum
SWOT Städtebau und öffentlicher Raum© di*mann

Zu den Themen Grün- und Freiraum, Mobilität, Funktions- und Nutzungsverteilung (soziale und kulturelle Infrastruktur, Nahversorgung) sowie Städtebau und öffentlicher Raum wurden jeweils die zentralen Rahmenbedingungen für das Stadtteilleitbild aufgearbeitet. In den Grafiken sind die Ergebnisse verortet. 


Grün- und Freiraum
Stärken Schwächen
  • Mur, Schleifbach und Mühlgang als Gewässer mit Kühlungsfunktion
  • Neue Parkanlage am Schleifbach
  • Baumbestand in den bestehenden Parks
  • Murufer als Erholungsraum und Spazierweg
  • Natur.Werk.Stadt am Mühlgang
  • Öffnung des Schulhofs beim großen Schulbau am Fröbelpark in den Sommerferien
  • Freiraumdefizit im Stadtteil
  • Mangel an (öffentlichen) Spielplätzen 
  • Fehlende WC-Anlagen in den Parks
  • Teilweise fehlende Barrierefreiheit 
  • Teilweise Alkohol-/Drogenkonsumation in den Parkanlagen
  • Fuß- und Radweg an der Mur: Fehlende Beleuchtung, eingeschränkte Nutzbarkeit bei Regen & Einengung durch Holding-Gebäude
  • Teils verschmutzte Gewässer und Ufer
Chancen Risiken
  • Neugestaltung und Vergrößerung von bestehenden Parkanlagen
  • Schaffung neuer Grünflächen im Nahbereich der Gewässer u.a. durch Nutzung von Potenzialflächen
  • Stärkung des öffentlichen Charakters von bestehenden Grünflächen, z.B. der Natur.Werk.Stadt am Mühlgang
  • Attraktivierung des Murufers
  • Stärkere Durchgrünung der Straßenräume
  • Etablierung zusätzlicher Sportangebote
  • Zusätzliches Angebot für ältere Menschen
  • Erhöhter Freiraumbedarf wegen hoher Bevölkerungsdichte und klimatischer Veränderungen 
  • Aneignung von Freiräumen durch dominante Gruppen 
  • Verdrängungseffekte durch Polizeikontrollen in Parkanlagen
  • Harte Verbauung der Ufer

Mobilität
Stärken Schwächen
  • Öffentliche Verkehrsanbindung mit verschiedenen Buslinien
  • Geringer Kfz-Verkehr in den Nebengassen
  • Radverbindung zum Bahnhof
  • Fußgänger:innen-Brücken und Fußwege zum Murufer
  • Schülerlots:in bei der Hackhergasse
  • Viele Gefahrenstellen im Straßenverkehr
  • Häufige Missachtung von Tempolimits
  • Fehlende E-Ladestationen
  • Ampelschaltung oft nachteilig für Fuß- und Radverkehr
  • Schmale bzw. fehlende Gehsteige
  • Fehlende Fahrradverbindungen
  • Unterführungen
Chancen Risiken
  • Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
  • Errichtung hochwertiger Bushaltestellen
  • Errichtung Straßenbahnlinie 8
  • Nutzung von Flächenreserven bei Stellplatzreduktion im öffentlichen Raum
  • Errichtung von TIM-Stationen
  • Murquerung für Fuß- und Radverkehr in Verlängerung Bienengasse
  • Ambivalente Sichtweisen zu einer möglichen Stellplatzreduktion
  • Ambivalente Sichtweisen zur Straßenbahnlinie 8
  • Konflikte beim Weg an der Mur zwischen Fuß- und schnellem Radverkehr

Soziale und kulturelle Infrastruktur, Nahversorgung

Stärken Schwächen
  • Zahlreiche Bildungseinrichtungen
  • Gute Versorgung mit Lebensmittelmärkten
  • Aktive Erdgeschoßzonen (in Teilbereichen)
  • Bäckerei Drava
  • Jugendzentrum ECHO
  • Nachbarschaftszentrum NaNet
  • Fehlende Basisinfrastruktur im Stadtteil: Drogeriemarkt, Postfiliale sowie medizinische Infrastruktur mit Apotheke, Allgemeinmediziner:in und Fachärzt:innen
  • Mangel an einem kleinteiligen, differenzierten Lebensmittelangebot: Obst, Gemüse, Backwaren
  • Mangel an gemischtem Einzelhandel (z.B. Schreibware in Schulnähe)
  • Abwanderung von Gastronomie: Fehlen eines Kaffeehauses mit Gastgarten
  • Fehlende Räume für Feste/Veranstaltungen
  • Mangel an kulturellem Angebot
Chancen Risiken
  • Förderung von nachbarschaftlichen Aktivitäten (z.B. offene Bücherschränke, Grätzlfeste, Nutzung der NaNet-Räumlichkeiten)
  • Bewusstseinsbildung für ein gutes Miteinander im Stadtteil
  • Kooperation von Bildungs- und sozialen Einrichtungen im Stadtteil
  • Entwicklung vom durchmischten Stadtteil in ein monofunktionales Wohngebiet
  • Fehlende soziale Durchmischung in den Bildungseinrichtungen

Städtebau und öffentlicher Raum
Stärken Schwächen
  • Vielfältige Bebauungsstrukturen
  • Durchgrünte Siedlungsstrukturen
  • Teils geschlossene Höfe mit Begrünung
  • Kunst im öffentlichen Raum (z.B. Fassaden, Skulpturen)
  • Gestaltung neuer Blühwiesen im Straßenraum (z.B. Grüne Meile Zeillergasse) und Abgrenzung mit Staketenzäunen
  • Sommerliche Hitzeinseln durch hohen Versiegelungsgrad und wenige Bäume im öffentlichen Straßenraum
  • Lärmbelastung durch motorisierten Verkehr
  • Teils enge Straßenquerschnitte mit hohem Nutzungsdruck - Fehlende öffentliche WC-Anlagen
  • Angsträume (z.B. Unterführungen, Durchgänge)
  • Vandalismus und Verschmutzung im öffentlichen Raum (z.B. Sperrmüll, Hunde, Recyclingstationen)
Chancen Risiken
  • Vorhandensein von Orten mit hohem Umnutzungs-/Gestaltungspotenzial Entsiegelung von Straßenräumen
  • Mehr Baumpflanzungen & Beschattung
  • Veranstaltungen im öffentlichen Raum
  • Gratis-WLAN im öffentlichen Raum
  • Schaffung von (halb-)öffentlichen Räumen bei Bauprojekten
  • Nachverdichtung als Potenzial für neue infrastrukturelle Nutzungen
  • Verlust von Freiräumen durch Nachverdichtung
  • Verdrängungseffekte durch dominante Gruppen im öffentlichen Raum

Syntheseplan "Unser Blick auf den Stadtteil"
Syntheseplan "Unser Blick auf den Stadtteil"© di*mann

Der Syntheseplan stellt unter dem Motto „Unser Blick auf den Stadtteil" die Perspektive der Stadt Graz auf den Stadtteil Lend Mitte dar. Er zeigt einerseits die Bestandssituation (Ist-Zustand) im Stadtteil hinsichtlich sozialer Infrastruktur, Nahversorgung und Gastronomie, Verkehrsinfrastruktur sowie öffentliche Grünanlagen. Andererseits sind auch bereits geplante Projekte und Entwicklungen im Stadtteil sowie Vorgaben aus den übergeordneten Planungsdokumenten der Stadt verortet.

Der Plan "Unser Blick auf den Stadtteil" ist somit ein gemeinsamer Ausgangspunkt für Planer:innen und Bewohner:innen und wurde bei den Beteiligungsformaten gemeinsam diskutiert.

Beteiligung im Überblick
Beteiligung im Überblick© di*mann

Eine Besonderheit des neuen Planungsinstruments „Stadtteilleitbild" ist die Verknüpfung von fachplanerischer Expertise und der Lokalexpertise von Bewohner:innen und Nutzer:innen des Stadtteils.

Das Stadtteilleitbild fördert den Austausch über die Ist-Situation im Stadtteil und die Zukunftsvisionen der Bürger:innen und der Stadt Graz. Bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Aktivitäten wurden die Sichtweisen der Menschen vor Ort eingeholt, diskutiert und in das Leitbild eingebunden. 

Eine detaillierte Darstellung über die Beteiligungsverstaltungen finden Sie hier

Gesamtübersicht ThemenNennungen | Grün- und FreiraumNennungen | MobilitätNennungen | Soziale InfrastrukturNennungen | Stadtentwicklung

Insgesamt wurden im Beteiligungsprozess 1032 thematische Beiträge eingebracht. Die meisten Nennungen gab es in den Bereichen Mobilität sowie Grün- und Freiraum (je 342). Zu „Städtebau und öffentlicher Raum" wurden insgesamt 175 Beiträge eingebracht, während zum Thema „Soziale und kulturelle Infrastruktur, Nahversorgung" 173 Beiträge gezählt wurden.

In der Galerie werden die Ergebnisse nach Themenbereichen dargestellt. Eine weiterführende, vertiefende Analyse ist dem Stadtteilleitbild (Bericht) zu entnehmen. 

Das Stadtteilleitbild Lend Mitte ist ein gemeinsames Zukunftsbild, zusammengesetzt aus den vielen Blickwinkeln im Stadtteil: Von Bewohner:innen, Unternehmer:innen und Nutzer:innen, von Vereinen und Institutionen, vom Planungsteam und den Entscheidungsträger:innen. Das Zukunftsbild wird sichtbar in einem Motto für den Stadtteil: „Vielfalt am Wasser".

Das Motto bezieht sich zum einen auf die drei Fließgewässer (Mühlgang, Schleifbach, Mur) mit unterschiedlichen Nutzungen, die das Gebiet prägen. Zum anderen stellt es die Vielfalt im Stadtteil in den Vordergrund, die sich in der Architektur, den kulturellen und bildungsbezogenen Nutzungen sowie in der sozialen Durchmischung widerspiegelt.

Das Motto "Vielfalt am Wasser" wird durch folgende Leitmotive für die Gegenwart und Zukunft des Stadtteils konkretisiert: 

  • "Wasser erlebebar machen und begleitende Grünräume stärken"
  • "Vielfältiges Stadtbild"
  • "Bildungsgrätzel Fröbelpark"
  • "Soziale Vielfalt im Stadtteil leben"
Handlungsfelder im Überblick
Handlungsfelder im Überblick© di*mann

Ein Stadtteilleitbild soll, die oftmals abstrakten städtischen Gesamtstrategien in konkrete, räumliche Handlungsempfehlungen übersetzen. 

Die Handlungsempfehlungen für den Stadtteil für Lend Mitte lassen sich neun Handlungsfeldern zuordnen:

  • 3 blaue Bänder: Das Handlungsfeld thematisiert die Aktivierung und Gestaltung von Uferzonen, Ausbau von Erholungsnutzungen und ökologischen Qualitäten.
  • Grüner Bogen: Hierbei geht es um die Vernetzung von bestehenden Grün- und Freiräumen quer zu den Fließgewässern.
  • Grüne Oasen: In diesem Handlungsfeld wird die Vergrößerung von Parkanlagen und deren klimafitte Gestaltung und zeitgemäße Ausstattung thematisiert.
  • Grüne Reserve: Dieses Handlungsfeld behandelt die Aktivierung und Gestaltung von Potenzialflächen als öffentlich nutzbare Freiräume.
  • Belebte Zentren: Die Stärkung von Zentrumsfunktionen und Verbesserung der Nahversorgung an hochfrequentierten Standorten steht im Mittelpunkt dieses Handlungsfeldes.
  • Moderne Bildungsstandorte: Dabei geht es insbesondere um die Sanierung der Schulen am Fröbelpark und die Förderung der Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen im Stadtteil.
  • Ruhiges Wohngebiet: Dieses Handlungsfeld widmet sich dem Erhalt und Ausbau des verkehrsberuhigten Wohngebiets in der Mitte des Projektgebiets und einer Aufwertung der Straßenräume.
  • Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen: Dazu zählt die Schaffung von durchgehenden Rad- und Fußverbindungen mit hohem Komfort und angrenzenden Aufenthaltsqualitäten.
  • Sichere Kreuzungsbereiche: Dieses Handlungsfeld behandelt die Entschärfung von Gefährdungsbereichen im Straßenverkehr, insbesondere entlang von Hackhergasse und Kalvariengürtel.

Im Strategieplan werden diese neuen Handlungsfelder und die damit verbundenen Empfehlungen im Stadtteil verortet. 

Handlungsfeld 3 blaue Bänder
Handlungsfeld 3 blaue Bänder© di*mann
Handlungsfeld Grüner Bogen
Handlungsfeld Grüner Bogen© di*mann
Handlungsfeld Grüne Oasen
Handlungsfeld Grüne Oasen© di*mann
Handlungsfeld Grüne Reserve
Handlungsfeld Grüne Reserve© di*mann
Handlungsfeld Belebte Zentren
Handlungsfeld Belebte Zentren© di*mann
Handlungsfeld Moderne Bildungsstandorte
Handlungsfeld Moderne Bildungsstandorte© di*mann
Handlungsfeld Ruhiges Wohngebiet
Handlungsfeld Ruhiges Wohngebiet© di*mann
Handlungsfeld Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen
Handlungsfeld Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen© di*mann
Handlungsfeld Sichere Kreuzungsbereiche
Handlungsfeld Sichere Kreuzungsbereiche© di*mann

3 blaue Bänder

Das Ziel des Handlungsfeldes „3 blaue Bänder" ist es, die Uferzonen attraktiv zu gestalten und zu aktivieren. Außerdem sollen die Erholungsnutzungen an den Ufern ausgebaut und ökologische Qualitäten wiederhergestellt werden.

Durch die Renaturierung und die Verbesserung der ökologischen Bedingungen entlang der Ufer können Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Insekten geschaffen bzw. wiederhergestellt werden. Das stärkt die Biodiversität und fördert das ökologische Gleichgewicht in der Stadt. Eine naturnahe Gestaltung bietet zudem den Bewohner:innen die Möglichkeit, mehr über lokale Ökosysteme und den Naturschutz zu lernen und ihr Umweltbewusstsein zu stärken. Außerdem können blaue Infrastrukturen als Puffer gegen städtische Hitzeinseln wirken, da Wasserflächen zur Kühlung des Stadtklimas beitragen. Durch die Verbesserung der Zugänglichkeit zu den Fließgewässern und eine bessere Integration ins städtische Gesamtbild kann die Stadtteilidentität gestärkt und die Erholungswirkung ausgebaut werden.

Im Mittelpunkt der Handlungsempfehlungen stehen:

  • Mühlgang
  • Schleifbach
  • Mururfer

Grüner Bogen

Das Ziel des Handlungsfeldes „Grüner Bogen" ist es, die bestehenden Grün- und Freiräume quer zu den Fließgewässern zu vernetzen.

Die Stadt Graz und der Stadtteil Lend Mitte verfügen bereits heute über vielfältige Grünräume und Grünelemente. Die Bedeutung von großflächigen Parkanlagen zur Erholung für die Bewohner:innen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist vielen Menschen bewusst. Darüber hinaus sind attraktive, grüne Verbindungen zwischen den großen Grünräumen entscheidend, damit alle Menschen die bestehenden Erholungsräume auch erreichen können. Die Vernetzung von Grünräumen ist in der Stadt Graz schon seit dem Beschluss der Strategie „Grünes Netz Graz" (GNG) im Jahr 2007 auch planerisch verankert.

Der Grüne Bogen lässt sich in Lend Mitte in fünf Abschnitte unterteilen, in denen folgende Empfehlungen umgesetzt werden sollen:

  • Abschnitt A - Durchgang Wiener Straße - Fröbelpark
  • Abschnitt B - Grimmgasse Wohngebiet
  • Abschnitt C - Grimmgasse Schleifbach
  • Abschnitt D - Grimmgasse Sackgasse
  • Abschnitt E - Durchgang Floßlendstraße Mur

Grüne Oasen

Die Ziele des Handlungsfeldes „Grüne Oasen" sind die Neugestaltung und Verbesserung von bestehenden Parkanlagen. Diese sollen klimafit gestaltet, mit zeitgemäßer Ausstattung versehen und - wo möglich - vergrößert werden.

Lend Mitte ist ein dicht besiedelter Stadtteil in der zweitgrößten Stadt Österreichs. Die knapp 4.000 Bewohner:innen teilen sich öffentliche Parkanlagen im Ausmaß von rund 6.000 m² - die durchschnittlich 1,5 m² pro Einwohner:in sind weit entfernt von dem Grazer Zielwert von 10 m², der im Stadtentwicklungskonzept der Stadt Graz (STEK 4.0) vorgesehen ist. Das erkennbare Freiraumdefizit hat direkte Auswirkungen auf die Bewohner:innen: Gerade in dicht bebauten Gebieten ist der Klimawandel in den Sommermonaten am stärksten zu spüren und Personen, die in kleinen, nicht klimatisierten Wohnungen leben, sind davon besonders betroffen. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Parkanlagen gut auszustatten, in den angrenzenden Straßenraum zu erweitern und so zu gestalten, dass sie als kühle Rückzugsorte bei Hitzewellen dienen. Außerdem müssen die Parkanlagen die verschiedensten Bedürfnisse für die unterschiedlichen Nutzer:innengruppen erfüllen.

Im Handlungsfeld "Grüne Oasen" werden Empfehlungen für folgende Parkanlagen formuliert:

  • Fröbelpark
  • Floßlendplatz
  • Friedenspark

Grüne Reserve

Das Ziel des Handlungsfeldes „Grüne Reserve" ist die Aktivierung und Gestaltung von Potenzialflächen als öffentlich nutzbare Freiräume.

Im dicht bebauten Gebiet verfügen Wohnungen oftmals über keinen eigenen Freiraum (Balkon, Loggia oder Garten) und kennzeichnen sich auch durch eine geringe Wohnfläche pro Person. Umso wichtiger ist es, genügend öffentliche Grünflächen zur Verfügung zu stellen, um den Bewohner:innen Raum für Erholung zu bieten und auch an Hitzetagen Ausweichmöglichkeiten zu schaffen.

Der verfügbare Platz, freie Brachflächen und Lücken in der Stadtlandschaft sind oft umkämpft und freie Flächen werden rasch besetzt und unter Umständen bebaut. Um dem entgegenzuwirken gibt es im STEK 4.0 und im Flächenwidmungsplan besondere Widmungskategorien, die Potenzialflächen vor einer Bebauung schützen. Das STEK 4.0 definiert Eignungszonen „Freizeit/Sport/Ökologie" als „Flächensicherung für eine ausreichende Grünraumversorgung der Bewohner:innen und/oder erfüllen ökologische oder stadtklimatische Funktionen."

Das Handlungsfeld umfasst Empfehlungen für folgende Flächen, wobei darauf verwiesen werden muss, dass konkrete Umsetzungsprojekte eine vertiefte Abstimmung mit den jeweiligen Grundeigentümer:innen notwendig ist:

  • Potenzialfläche nordwestlich des Friedensparks ("Mühlgang Nord")
  • Wiese an der Wiener Straße südlich der Leuzenhofstraße
  • Parkplatz an der Wiener Straße
  • Insel im Mühlgang
  • Fläche an der Mur der Holding Graz ("Holding-Fläche")

Belebte Zentren

Das Ziel des Handlungsfeldes „Belebte Zentren" ist die Stärkung von Zentrumsfunktionen und Nahversorgung an belebten Orten im Stadtteil.

Im Stadtentwicklungskonzept 4.0 bekennt sich die Stadt Graz zur Schaffung von attraktiven Lebensbedingungen im gesamten Stadtgebiet. Dazu zählt auch eine gute infrastrukturelle Ausstattung, die ein „Leben im Grätzl" ermöglicht und für kurze Wege im Alltag sorgt.

Die Stärkung von Zentrumsfunktionen an belebten Orten und die Konzentration von aktiven (Erdgeschoß-)Nutzungen bilden eine Leitlinie der zukünftigen Entwicklung des Stadtteils. Die Ansiedlung von zahlreichen Zentrumsfunktionen - wie etwa ärztliche Versorgung, Standorte von Apotheken und Einzelhandel, Angebote für Mobility Sharing oder Postfilialen - liegen nicht in der (alleinigen) Kompetenz der Stadt Graz. In diesem Handlungsfeld ist daher besonders das Engagement von privaten Akteur:innen gefragt, um die zentralen Orte von Lend Mitte mit zusätzlichen Angeboten zu beleben.

Im Mittelpunkt der Handlungsempfehlungen stehen: 

  • Förderung von Grätzlfesten und Kulturveranstaltungen
  • Verbesserungen für E-Mobilität, Sharing-Angeboten und öffentlichen Verkehr
  • Ansiedlung von ergänzenden Zentrumsfunktionen
  • Saubere öffentliche Räume und Treffpunkte
  • Errichtung der Straßenbahnlinie 8

Moderne Bildungstandorte

Das Ziel des Handlungsfeldes „Moderne Bildungsstandorte" ist die Förderung der Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen und Verkehrsberuhigung im Schulumfeld.

Die Bildungslandschaft in Lend Mitte kennzeichnet sich durch ein vielfältiges Angebot: Die Modellschule, die MS Fröbel, die VS Hirten, die Expositurklassen VS&MS Ellen Key und ein Schüler:innenhort liegen direkt am belebten Fröbelpark im Herzen des Stadtteils. Die Bildungsinfrastruktur wird schon heute von den Bewohner:innen als Besonderheit des Stadtteils wahrgenommen. Zugleich werden eine noch stärkere Sichtbarkeit und Interaktion der Schulen mit dem Stadtteil und den örtlichen Institutionen gewünscht.

Im Mittelpunkt der Handlungsempfehlungen stehen: 

  • Bildungsgrätzl Fröbelpark
  • Verkehrsberuhigung um die Schulstandorte
  • Öffnung der Schulhöfe
  • Sanierung des Schulstandorts am Fröbelpark

Ruhiges Wohngebiet

Das Ziel des Handlungsfeldes „Ruhiges Wohngebiet" ist der Erhalt und Ausbau des verkehrsberuhigten Charakters und eine Aufwertung der Straßenräume zwischen Kalvariengürtel, Floßlendstraße, Bienengasse und Hackhergasse.

Der Stadtteil Lend Mitte wird von vielen Bewohner:innen als ruhiges, lebenswertes Wohngebiet bezeichnet. Eingebettet zwischen den Vorrangstraßen Kalvariengürtel, Floßlendstraße und Hackhergasse sowie der Bienengasse liegt ein heterogenes Wohngebiet mit mehrgeschoßigen Gründerzeitbauten, dem repräsentativen Gemeindebau am Kalvariengürtel, zahlreichen Wohngebäuden jüngeren Baujahrs und einigen eingestreuten Einfamilienhäusern.

Im Mittelpunkt der Handlungsempfehlungen stehen: 

  • Stärkung des verkehrsberuhigten Charakters
  • Aneignung und Nutzung des öffentlichen Raumes
  • Kühle Wege durchs Wohngebiet
  • Kleinteilige Verbesserungen im Wohngebiet

Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen

Das Ziel des Handlungsfeldes „Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen" ist die Schaffung von durchgehenden Radverbindungen mit hohem Komfort und die Sicherung und Ausbau von kurzen Fußwegen im Stadtteil.

Mit dem Mobilitätsplan Graz 2040 gibt sich die Stadt Graz ein aktuelles Zukunftsbild, wie die Mobilität der Stadtbewohner:innen bis zum Jahr 2040 aussehen soll: Vier Fünftel aller Wege (80 %) der Grazer Wohnbevölkerung sollen mit dem Umweltverbund, also zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Wenn mehr Wege umweltfreundlich zurückgelegt werden, haben viele Menschen im Stadtteil etwas davon: Abgas- und Lärmbelastung gehen zurück, freiwerdende Flächen in der Stadt werden für Begrünung und Aufenthaltsbereiche genutzt, die Bewegung im Alltag wird gefördert und ein positiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Im Handlungsfeld "Komfortables Radfahren und zu Fuß Gehen" werden Empfehlungen für folgende Verbindungen formuliert:

  • Radweg Kalvariengürtel
  • Radweg Floßlendstraße
  • Radweg Hackhergasse
  • Verbesserungen auf der Kalvarienbergstraße
  • Durchwegung zwischen Kalvarienbergstraße und Bienengasse
  • Attraktivierung Wiener Straße
  • Mursteg für Fuß- und Radverkehr

Sichere Kreuzungsbereiche

Das Ziel des Handlungsfeldes „Sichere Kreuzungsbereiche" ist die Entschärfung von Gefährdungsbereichen im Straßenverkehr entlang der Hackhergasse und des Kalvariengürtels.

Ein Blick auf die Verkehrsunfallkarten der Statistik Austria zeigt für Lend Mitte allerdings ein bedrückendes Bild. Jedes Jahr verursachen Autofahrer:innen zahlreiche Unfälle mit Personenschaden im Stadtteil. Häufig sind dabei Fußgänger:innen und Radfahrer:innen die Opfer.

Besonders unfallbetroffen sind die Landesstraße Kalvariengürtel und Hackhergasse als Nord-Süd-Verbindung durch den Stadtteil. Auf beiden Straßen gilt aktuell eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Beide Straßen werden außerdem durch Linienbusse des öffentlichen Verkehrs genutzt und haben Kreuzungsbereiche mit mehreren Abbiegerelationen. Somit herrscht entlang der beiden Straßenzüge zu den Schulzeiten ein hohes Aufkommen von Schulkindern, die von Autofahrer:innen oft schlecht wahrgenommen werden.

Im Handlungsfeld „Sichere Kreuzungsbereiche" werden folgende Empfehlungen benannt:

  • Neugestaltung des Platzes im Kreuzungsbereich Bienengasse # Hackhergasse
  • Verbesserungen an der Kreuzung Kalvarienbergstraße # Hackhergasse
  • Verkehrsberuhigung Hackhergasse im Bereich Fröbelpark
  • Verbesserungen bei Kreuzungen am Kalvariengürtel

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