Wie kann nachhaltige Ernährung im Alltag von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen gelingen - gesund, genussvoll und ressourcenschonend? Diese Frage stand im Zentrum des Projekts „Nachhaltigkeit in der Speisenversorgung", das die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) mit messbaren Erfolgen, viel Herz und einer besonderen Begegnung zwischen Generationen umgesetzt haben. Mit der Übergabe der Broschüre „Essen wie es früher einmal war" an jene Bewohner:innen, die ihre persönlichen Essgeschichten geteilt haben, fand das Projekt nun einen wertschätzenden Abschluss.



Essbiografien als wertvolle Ressource
Ein besonderer Projektbaustein war die Zusammenarbeit mit Studierenden der FH JOANNEUM, die in mehreren GGZ-Pflegewohnheimen Gespräche mit Bewohner:innen führten und deren Essbiografien erhoben. Die Interviews gaben Einblicke in Kindheit, Alltag und Esskultur einer Generation, die von Nachkriegszeit, Knappheit und Selbstversorgung geprägt war.
Broschüre verbindet Generationen
Die Ergebnisse der Interviews wurden in der Broschüre „Essen wie es früher einmal war" gesammelt. Neben persönlichen Geschichten enthält sie Rezepte, Zahlen und Zitate aus den Gesprächen - und macht sichtbar, wie eng Essen mit Erinnerung, Gemeinschaft und Lebensgefühl verbunden ist.
Link zur Broschüre: Essen wie es früher einmal war
Pflanzenbetonte Küche als Normalität
Dabei zeigte sich deutlich: Fleisch war für viele etwas Besonderes - Gemüsegerichte, Erdäpfel oder Suppen standen im Mittelpunkt des täglichen Essens. Eine pflanzenbetonte Küche war für diese Generation nicht Trend, sondern Normalität. Viele Bewohner:innen haben diese Ernährungsweise bis heute beibehalten. Mit dem Projektabschluss wurde die Broschüre nun offiziell an jene Bewohner:innen überreicht, die für das Projekt interviewt wurden.
Nachhaltigkeit beginnt auf dem Teller
Im Rahmen des mehrjährigen Projekts wurde die Speisenversorgung in den GGZ umfassend weiterentwickelt. Ziel war es, den Fleisch- und Wurstanteil zu reduzieren und gleichzeitig eine vollwertige, ausgewogene Ernährung sicherzustellen - mit stärkerem Fokus auf pflanzliche Gerichte, saisonale Zutaten und regionale Produkte.
Konkret umgesetzt wurden unter anderem:
- die laufende Anpassung der Speisepläne an aktuelle Ernährungsempfehlungen
- die Erweiterung des vegetarischen Angebots
- Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen
- verstärkte Bewusstseinsbildung rund um nachhaltige Ernährung durch Aktionen, Infomaterialien und interne Kommunikation
- die Einführung einer Spätmahlzeit entsprechend neuer ernährungswissenschaftlicher Leitlinien
Klimafreundliche Gesundheitseinrichtung
Für dieses Engagement wurden die GGZ 2025 mit dem Best Practice Award „Klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen" ausgezeichnet - eine Anerkennung für den gelungenen Schulterschluss zwischen Gesundheitsförderung, Klimaschutz und Lebensqualität im Alter.
Nachhaltigkeit mit Wirkung – heute und morgen
Das Projekt „Nachhaltigkeit in der Speisenversorgung" zeigt: Klimafreundliche Ernährung kann gelingen, wenn Gesundheit, Qualität, Genuss, Tradition und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden. Die GGZ verstehen den Projektabschluss daher nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangspunkt für weitere Schritte hin zu einer zukunftsfähigen, wertschätzenden Esskultur im Gesundheitsbereich.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Marianne Reitbauer
Leiterin der Diätologie in den GGZ
marianne.reitbauer@stadt.graz.at
+43 316 7060-1380
Daniela Langmann, BA MSc
Stabstelle Marketing/PR
daniela.langmann@stadt.graz.at
+43 316 7060-1402
