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Neue Wege in der Wohnungslosenhilfe

Bürgermeisterin Elke Kahr stellte breites Angebot der Stadt Graz vor

27.01.2026

In ihrer Funktion als Sozialstadträtin stellte Bürgermeisterin Elke Kahr heute gemeinsam mit Eva Seiler (Leitung Sozialarbeit, soziale Dienste und Wohnen im Sozialamt der Stadt Graz) und Patrick Antal (Referatsleitung Wohnen, Wohnungslosenhilfe und Mobile Sozialarbeit) die Veränderungen in der Wohnungslosenhilfe der Stadt Graz vor. 

Patrick Antal (Sozialamt), Bürgermeisterin Elke Kahr, Eva Seiler (Sozialamt). (v.l.)
Patrick Antal (Sozialamt), Bürgermeisterin Elke Kahr, Eva Seiler (Sozialamt). (v.l.)© Stadt Graz/Fischer

Seit 2022 beschäftigt sich das Sozialamt intensiv mit der Weiterentwicklung der Grazer Wohnungslosenhilfe. Dies wurde auch durch die Unterzeichnung der „Homeless Bill of Rights" im Jahr 2023 bekräftigt. Meist sind es Trennung, Arbeitsplatzverlust, Schulden, eine fehlende (abgeschlossene) Ausbildung, Suchterkrankungen und zunehmend psychische Erkrankungen, die zum Verlust der Wohnung führen können. Auch pflegebedürftige Personen sind öfter als in der Vergangenheit von Wohnungslosigkeit betroffen.

Vielseitiges Unterstützungsangebot

Mit dem Anfang 2024 eröffneten Wohnhaus für junge Erwachsene ist Graz Vorreiter in Österreich und beschreitet neue Wege in der Wohnungslosenhilfe. Junge Menschen zwischen 18 und 24 können hier mit Unterstützung eines breit aufgestellten Teams so lange bleiben, bis sie in der Lage sind, selbstständig zu leben.

2024 wurden auch das Wohnhaus für Frauen und das Wohnhaus für Männer umfassend saniert und auf einen modernen Standard gebracht. Die Schlafsäle der Vergangenheit sind Ein- und Zweibettzimmern und Mutter-Kind-Wohnungen gewichen. Im Männerwohnhaus stehen nun auch neu angebaute Balkone zur Verfügung. Beide Häuser bieten volljährigen wohnungslosen Menschen in Graz Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen.

Niederschwellige Anlaufstelle und Beratung

Ein Schwerpunkt wurde im Sozialamt auf die Einrichtung der Wohnberatung und -begleitung gelegt. Das Angebot wird sehr stark in Anspruch genommen und umfasst seit kurzem auch Wohnraumsuche mit einem Schwerpunkt auf Sicherung. Dafür wird auch die Wohnbegleitung ausgebaut, um Menschen in schwierigen Situationen zu stabilisieren und zu helfen, ihre Wohnung zu halten.

Für wohnungslose Personen wurde 2024 das Tageszentrum am Bahnhof eröffnet (die von der Caritas betriebene Bahnhofsmission), das tagsüber für wohnungslose Menschen viele Angebote zur Verfügung stellt, u.a. absperrbare Spinde, Waschmaschinen, Duschen, einen Schutzraum für Frauen, Essen und Getränke und eine Klimaanlage für heiße Sommertage.

Verbessert wurden auch die 114 städtischen Übergangswohnungen, in denen ständig zwischen 250 und 300 Personen, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche, wohnversorgt werden. Zusätzlich gibt es immer bei Bedarf Kontingentwohnungen des Wohnungsamts für das Sozialamt- diesen gut funktionierenden Ansatz, der langfristig leistbaren Wohnraum sichert, findet man nur in Graz.

Zusammenarbeit mit externen Partnern

Eine wichtige Ergänzung zum städtischen Angebot sind die von der Stadt unterstützten Angebote und Leistungen externer Träger wie der Caritas und der VinziWerke, die auch betreute Wohnformen anbieten.

Sorgen bereitet die Unsicherheit, welche die Entwicklung der Wohnbauförderpolitik des Landes mit sich bringt. Mittel für umfassende Sanierungen wurden eingeschränkt, für thermische Sanierungen vollständig gestrichen. In Verbindungen mit Kürzungen von Leistungen für Familien in schwierigen Situationen ist absehbar, dass der Bedarf an Unterstützung durch die Stadt Graz steigen wird.

Bürgermeisterin Elke Kahr: „Es gibt kein einschneidenderes Erlebnis, als seine Wohnung zu verlieren. Viele tragen das ein Leben lang mit sich herum, wenn sie nicht aufgefangen und unterstützt werden. Das Sozialamt hat in solchen Situationen immer geholfen, aber es war wichtig, die Wohnungslosenhilfe auf neue Beine zu stellen. Mir ist wichtig, dass die Stadt selber ein breites Angebot hat, von der Hilfe bei der Wohnungssuche im Sozialamt bis hin zum Wohnhaus für junge Erwachsene."

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