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Hofbauerplatz-Markt wird 2026 neu

Der denkmalgeschützte Markt am Hofbauerplatz wird 2026 neu errichtet.
Der denkmalgeschützte Markt am Hofbauerplatz wird 2026 neu errichtet.© Stadt Graz

In diesem Jahr wird der Markt am Hofbauerplatz in Graz-Eggenberg neu gebaut: Die bestehende, denkmalgeschützte Markthalle aus den 1970er-Jahren wird in ihrem historischem Erscheinungsbild wiedererrichtet, zugleich aber modernisiert und zukunftsfähig ausgestattet. Der Markt dient als traditioneller Bauernmarkt wo rund 35 Betriebe regionale Produkte verkaufen. Während der Bauarbeiten findet der Markt im angrenzenden Park statt.

Die wichtigsten Fragen und Fakten zu dem Projekt:

Warum wird die denkmalgeschützte Markthalle am Hofbauerplatz abgebrochen und neu errichtet?

Die bestehende Markthalle ist mehr als 50 Jahre alt und befindet sich in einem baulich schlechten Zustand. Um Sicherheit, Nutzung und Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten, wird der Markt neu errichtet. 

Ziel ist es, den beliebten Markt langfristig zu erhalten: im gewohnten Erscheinungsbild, denkmalgerecht, aber mit moderner Technik, besserer Infrastruktur und höherer Aufenthaltsqualität.

Eine Sanierung des Bestands ist technisch nicht mehr sinnvoll. Durch den Abbruch und die originalgetreue Neuerrichtung kann der Charakter der Halle erhalten und gleichzeitig heutigen Standards angepasst werden.

Die ursprüngliche Markthalle am Hofbauerplatz wurde 1972 vom Grazer Architekten Franz Forstlechner geplant. Die markante Stahlbetonkonstruktion mit ihren W-förmigen Stützen ist ein typisches Beispiel der Architektur dieser Zeit und steht heute unter Denkmalschutz. Der Neubau orientiert sich eng an diesem historischen Entwurf und führt ihn mit zeitgemäßen Mitteln in die Zukunft.

Wann beginnen die Bauarbeiten und wie lange dauern sie?

Die Bauarbeiten starten am 26. Jänner 2026 und dauern voraussichtlich bis Sommer 2026. Im Herbst soll der Markt dann wieder in der neuen Halle stattfinden können. Damit sie gut anwachsen und gedeihen können, werden die Bäume erst im Herbst gesetzt.

Wird der Markt auch während der Bauarbeiten stattfinden können?

Ja. Der Marktbetrieb bleibt aufrecht und wird während der Bauarbeiten in den angrenzenden öffentlichen Park nur wenige Meter vom jetzigen Standort verlegt. Probeaufstellungen der portablen Tische wurden von der Stadtbaudirektion und dem Marktamt bereits vorgenommen, alle 35 Standbetreiber:innen können dort ihre Waren verkaufen. Das Sortiment bleibt gleich, die tatsächliche Anwesenheit variiert jedoch meist je nach Saison. Die Marktzeiten  sind weiterhin mittwochs und samstags von 6 bis 13 Uhr.

Gestartet wird mit der Baustelleneinrichtung, anschließend Demontage bzw. Abbruch der bestehenden Halle, Neubau der Markthalle, Neugestaltung des Platzes und abschließend Baumpflanzungen.

Das gesamte Projektgebiet umfasst rund 1.400 m².

Die Markthalle hat eine Fläche von etwa 650 m². Zusätzlich entstehen Nebenflächen, etwa für eine WC-Anlage mit rund 25 m².

Für Anrainer:innen und Besucher:innen gibt es kaum Einschränkungen. Kurzzeitige Beeinträchtigungen kann es lediglich punktuell bei Anlieferungen geben. 

Lärm und Staub treten nur zeitweise auf, etwa während des Abbruchs oder beim Verdichten von Material. Bauarbeiten sind laut Bescheid nur werktags von Montag bis Samstag, 6-19 Uhr, erlaubt.

Der Abbruch erfolgt unter restauratorischer Fachbegleitung. Der Bestand wurde bereits im Vorfeld untersucht, alle wichtigen Bauteile werden dokumentiert und mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt.

Die charakteristischen W-förmigen Betonstützen werden in gleicher Form wiedererrichtet. Das Dach wird neu interpretiert, bleibt aber dem ursprünglichen Erscheinungsbild treu. Große Öffnungen und Lichtflächen sorgen für eine helle, einladende Atmosphäre.  Die neue Halle erfüllt aktuelle Bau- und Sicherheitsnormen, bietet bessere Belichtung, moderne Technik und eine nachhaltige Konstruktion – bei nahezu gleichem Aussehen.  Zum Einsatz kommen Sichtbeton, Stahl, Holz (Brettschichtholz und Brettsperrholz), Glas sowie eine Titanzink-Dachdeckung. Die Platten der bestehenden Markttische aus Terrazzo werden saniert und wiederverwendet und teilweise um die Stützen platziert. Die restlichen Tische können flexibel aufgestellt werden.

Der Markt erhält neue Strom- und Wasseranschlüsse, moderne LED-Beleuchtung, Energieanschlüsse für Marktstände sowie eine Photovoltaikanlage. Regenwasser wird gesammelt und zur Bewässerung der Grünflächen genutzt. 

Auf den äußeren Dachflächen werden Photovoltaikmodule angebracht, die erneuerbare Energie für den Marktbetrieb erzeugen. 

Die gesamte Platzoberfläche wird erneuert. Es entstehen neue Wege, Grünflächen, eine öffentliche WC-Anlage mit Dachbegrünung, ein Trinkbrunnen sowie verbesserte Zugänge zum Park.

  • Die vorhandenen 23 Bäume wurden fachlich begutachtet. Da die Standortbedingungen für ein gesundes Wachstum nicht ausreichen, gibt es einen Austausch. Neun vitale Bäume wurden bereits an einen anderen Standort (Spielplatz) verpflanzt.

  • Insgesamt gibt es 23 Neupflanzungen, die in einem sogenannten Schwammstadt- bzw. Stockholmsystem wachsen und optimal mit Wasser versorgt werden. Beim Schwammstadtprinzip wird der Boden unter Bäumen und Verkehrsflächen so aufgebaut, dass er Regenwasser speichern, filtern und zeitverzögert wieder abgeben kann – ähnlich wie ein Schwamm.

  • Unter den befestigten Flächen befindet sich ein tragfähiges, grobkörniges Substrat, das viel Luft und Wasser speichern kann. So erhalten die Bäume ausreichend Platz für ihre Wurzeln, auch dort, wo Wege oder Zufahrten verlaufen. Das verbessert die Vitalität der Bäume deutlich und verlängert ihre Lebensdauer. 

  • Gleichzeitig wird Regenwasser von Dach- und Platzflächen gezielt in diese unterirdischen Wurzelräume geleitet. Die Bäume können dieses Wasser nutzen, verdunsten es über ihre Blätter und tragen so aktiv zur Kühlung des Platzes bei.

  • Es werden klimafitte, mittelgroße Bäume mit lockerer Krone gepflanzt (voraussichtlich Gleditschien). Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung und lassen die Markthalle weiterhin gut sichtbar bleiben.

Sie sammelt im Untergrund überschüssiges Regenwasser, das nicht unmittelbar von den Grünflächen aufgenommen werden kann. Dieses Wasser wird in der Sickerzisterne zwischengespeichert und anschließend kontrolliert im Boden versickert. Dadurch wird die Kanalisation entlastet und das Wasser bleibt im natürlichen Wasserkreislauf.

Die Gesamtprojektkosten betragen laut Gemeinderatsbeschluss vom 4. Juli 2024 3.986.000 Euro.

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