
Mit der Enthüllung einer Gedenktafel in der Klosterwiesgasse 74, einem Gebäude im Eigentum der Grawe, erinnert die Stadt Graz an den albanischen Dichter Lasgush Poradeci, der einen prägenden Teil seines Lebens in Graz verbrachte. Der bedeutende Literat lebte und studierte rund zehn Jahre in der steirischen Landeshauptstadt und promovierte hier 1933 an der Karl-Franzens-Universität.
Literarisches Erbe mit Graz-Bezug
Lasgush Poradeci, geboren 1899 in Pogradec am Ohridsee, gilt als Wegbereiter der modernen albanischen Poesie. Seine Werke zeichnen sich durch sprachliche Schönheit, gedankliche Tiefe und eine symbolistische Bildsprache aus. In Graz fand Poradeci nicht nur einen Ort des Studiums, sondern auch ein intellektuelles Umfeld, das sein literarisches Schaffen nachhaltig beeinflusste. Die Idee zur Würdigung Poradecis in Graz entstand im Rahmen eines Stipendienaufenthalts der albanischen Künstlerin Lori Lako im Jahr 2021. In Zusammenarbeit mit Vertreter:innen aus Kunst, Wissenschaft und Kultur wurde dem Dichter nachgespürt, seine Texte neu rezipiert und in einer Sonderausgabe der LICHTUNGEN dokumentiert.
Gedichte in zwei Sprachen
Bürgermeisterin Elke Kahr würdigte bei der Enthüllung der Gedenktafel Leben und Werk des Dichters sowie dessen enge Verbindung zu Graz. Bürgermeisterin Elke Kahr und Stadträtin Claudia Unger betonten in ihren Wortmeldungen die enge Verbindung zwischen Albanien und Graz: "Diese Tafel soll auch eine Anerkennung für Menschen aus Albanien sein, die heute hier leben." Grawe-Vorstandsdirektor Manfred Stranz freute sich, die Anbringung möglich zu machen: "Wir freuen uns, dass die Tafel nun auf einem unserer Häuser hängt." "Ich bedanke mich, dass wir heute hier zusammengekommen sind", erwies sich der albanische Botschafter Fate Velaj erkenntlich. Im Anschluss an die Enthüllung der Gedenktafel trugen Lori Lako auf Albanisch und Barbara Rauchenberger auf Deutsch zwei Gedichte von Lasgush Poradeci vor: „Poradeci" sowie „Wo wir oft wandeln".
