
Nach intensiver Vorbereitung und breiter Beteiligung liegt nun erstmals ein abgestimmtes Zukunftsbild für das Areal Rösselmühle und Postgarage im Bezirk Gries vor. Mit dem klimaorientierten, integrierten städtebaulichen Rahmenplan schafft die Stadt Graz verbindliche Leitlinien für die Entwicklung eines der größten innerstädtischen Gebiete - noch bevor konkrete Bauprojekte entstehen. Ziel ist ein lebendiges Stadtquartier mit hoher Lebensqualität, vielfältiger Nutzung, kurzen Wegen und einem starken Identifikationswert für den Bezirk.
Bürgermeisterin Elke Kahr: "Ich wohne selbst im Bezirk Gries und kenne die Bedürfnisse der Bewohnerschaft. Es ist wichtig, dass ein öffentlicher, zusammenhängender Grünanteil geschaffen wird, das ist ein Kernstück des Rahmenplans. Weiters ist es wichtig, dass für die GGZ eine Entwicklung ermöglicht wird, das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium eine neue Heimat findet und bezahlbarer Wohnraum entsteht."
Zentrale Inhalte des Rahmenplans
Nutzung
- Maximal 3/5 Wohnen, mindestens 2/5 Nicht-Wohnen
- Raum für Kultur, Soziales, Bildung und kleinteiliges Gewerbe
Grün- & Freiraum
- Rund 5.000 m2 zusätzliche öffentliche Grünflächen
- Schaffung eines Netzes qualitativer öffentlicher Freiräume
- Erlebbar machen des Mühlgangs
- Durchgängige Fuß- und Radwege (Ost-West-Verbindungen)
Bestand & Identität
- Integration der historischen Substanz ermöglicht
- Erhalt der denkmalgeschützten Postgarage
- Voraussetzungen zum Erhalt des Mühlengebäudes geschaffen
- Stärkung des kollektiven Gedächtnisses des Stadtteils
- Weiterentwicklung bestehender Nutzungen
Nachhaltigkeit
- Ausbau der Wasserkraft
- Geothermie
- Klimagerechte Bau- und Energiekonzepte
- Schalluntersuchung zur Vermeidung von Nutzungskonflikten
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Seit der Stilllegung des Mühlbetriebs 2014 beschäftigt die Zukunft der Rösselmühle viele Men-schen in Gries. In den vielen Beteiligungsformaten wurde deutlich, wie wichtig dieses Areal für den Bezirk ist und wie groß der Wunsch nach einer guten, durchdachten Entwicklung ist. Zahlreiche Rückmeldungen und konkrete Anliegen sind in die Planung eingeflossen. Gries ist ein Bezirk mit großer Vielfalt und viel Potenzial. Umso wichtiger ist es, dass der Rahmenplan die Interessen der Öffentlichkeit an mehr Grünraum, vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und höherer Lebensqualität sichert."
Stadtbaudirektor Bertram Werle: „Nach vielen Jahren Vorbereitung liegt nun erstmals ein klares Zukunftsbild für das Rössel-mühle-Areal vor - erarbeitet gemeinsam mit Stakeholdern und den Eigentümer:innen. Der Rahmenplan bildet dabei die abgestimmte Grundlage für Änderungen des Flächenwidmungs-plans, Bebauungspläne, Wettbewerbe und Verträge. Unser Ziel ist es, durch bauliche Entwick-lungen eine echte Aufwertung für den gesamten Stadtteil Gries zu erreichen. Der Rahmenplan ist dabei vor allem eines: ein Instrument der Ermöglichung."
Bernd Schrunner, Stadtbaudirektion: „Der Rahmenplan definiert eine abgestimmte städtebauliche Gesamtstruktur für das Areal. Er legt die räumlichen Grundprinzipien fest - von der Freiraumvernetzung über die Erschließung bis hin zur Nutzungsverteilung und baulichen Dichte. Besonderes Augenmerk liegt auf der Durchwegung des Quartiers, der Freistellung des Mühl-gangs als prägendem Element sowie auf klar gefassten Baukörpern mit qualitätsvollen öffent-lichen Räumen."
Klarer Fahrplan für die nächsten Schritte
Mit dem Rahmenplan liegt die strategische Grundlage vor. Die weitere Entwicklung erfolgt in einem geordneten Verfahren:
- Beschluss des Rahmenplans im März
- Einleitung des Flächenwidmungsverfahrens mit öffentlicher Einwendungsmöglichkeit
- Durchführung eines Architekturwettbewerbs
- Erstellung des Bebauungsplans
Zentral ist dabei die Einsetzung einer Nutzungs- und Stakeholderkoordination. Diese Stelle wird frühzeitig die Vernetzung von Kultur, Bildung, sozialen Einrichtungen und weiteren Ak-teur:innen begleiten und sicherstellen, dass die inhaltliche Qualität des Quartiers konsequent weiterentwickelt wird - auch über die Planungsphase hinaus.
