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Pionierinnengalerie im Internet erweitert

Neue Perspektiven und digitialter Aufbruch für die Pionierinnengalerie der Stadt Graz wurde präsentiert.

27.02.2026

Erweiterung der Pionierinnengalerie Graz

Die Stadt Graz hat ihre Pionierinnengalerie erweitert, um die Sichtbarkeit von Frauen, die sich in der Stadtgeschichte hervorgetan haben, zu erhöhen. Die Galerie im Rathaus, die 2015 gegründet wurde und eine Kooperation der Stadt Graz und des Graz Museums ist, wird nun durch eine digitale Plattform ergänzt. Dies ermöglicht es, weitere Pionierinnen zu präsentieren, ohne die physische Ausstellungsfläche zu erweitern.

Einmal jährlich wird eine neue Frau in die physische Galerie aufgenommen, während eine bereits ausgestellt Pionierin für ein Jahr in das digitale Format wechselt. Die Auswahl erfolgt durch ein Gremium, dem Vertreterinnen der politischen Fraktionen und des Frauenrats angehören. Bürgerinnen und Bürger können bis zum Sommer Vorschläge für neue Pionierinnen einreichen. Die Auswahlkriterien umfassen einen Bezug zu Graz, bahnbrechende Tätigkeiten und das Engagement für Gleichstellung.

Zusätzlich wurde im Rathaus ein Touchscreen installiert, der Informationen über alle porträtierten Frauen bietet und didaktische Inhalte für Schulklassen bereitstellt. Die Erweiterung der Galerie soll dazu beitragen, die Leistungen von Frauen sichtbar zu machen und ein breiteres Publikum zu erreichen.

Rund um den neuen Touchscreen: Bürgermeisterin Elke Kahr (2. v. l.), Doris Kirschner (l.), Barbara Gartner-Hofbauer, (3. v. l.), Annette Rainer und Sybille Dienesch (r.).
Rund um den neuen Touchscreen: Bürgermeisterin Elke Kahr (2. v. l.), Doris Kirschner (l.), Barbara Gartner-Hofbauer, (3. v. l.), Annette Rainer und Sybille Dienesch (r.).© Stadt Graz/Fischer

Graz hat viele außergewöhnliche Frauen hervorgebracht - Pionierinnen, welche mutig und selbstbewusst die Geschichte unserer Stadt geprägt haben. Zu ihren Ehren wurde am 6. März 2015 die Pionierinnengalerie im 3. Stock des Rathauses eingerichtet, wo ihre Portraits und Biografie an ihr Wirken erinnern.

Die Weiterentwicklung der Pionierinnengalerie ist eine Kooperation zwischen dem städtischen Referat für Frauen und Gleichstellung und dem Graz Museum, kuratiert von Annette Rainer und Christina Töpfer.

Nun erlauben die räumlichen Kapazitäten im 3. Stock des Rathauses keine Erweiterungen, so dass ein exklusiver Touch-Screen, nur für die Pionierinnengalerie angeschafft wurde. Damit wird die künftige Erweiterung in Abwechslung mittels Würdigungstafel analog stattfinden, und bereits gewürdigte Frauen durch ein Rotationsprinzip auch in den digitalen Raum wandern. Doris Kirschner, erzählt mit Augenzwinkern: „Kurz haben wir an einen Anbau im Rathaus gedacht, doch diese Idee rasch wieder verworfen. Die Möglichkeit der Digitalisierung eröffnet uns jedoch unendliche Weiten für weitere Pionierinnen", so die Leiterin des Referats Frauen & Gleichstellung am gestrigen Nachmittag. Dieser wurde auch dazu genutzt, die Kriterien für die künftige Aufnahme in der Pionierinnengalerie offiziell vorzustellen und den Relaunch der website pionierinnengalerie-graz.at zu präsentieren.

Bürgermeisterin und Frauenstadträtin Elke Kahr war ebenso anwesend wie Stadtrat Robert Krotzer und Gemeinderätin Barbara Gartner-Hofbauer in Vertretung von Stadträtin Claudia Unger und Stadtrat Kurt Hohensinner.

Vor den Vorhang geholt

So wird künftig einmal pro Jahr eine neue Pionierin in die bestehende Galerie im 3. Stock aufgenommen und dort wie bisher mit einer Tafel präsent sein. Dafür muss eine Tafel abgenommen werden und eine bereits gewürdigte Pionierin wandert für ein Jahr auf den Touchscreen, der auch alle anderen Pionierinnen sichtbar macht. Über die Aufnahme entscheidet ein Gremium, dem die Frauensprecherinnen der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen angehören sowie ein Mitglied des Grazer Frauenrats. Auch wird es die Möglichkeit geben, Vorschläge für neue Pionierinnen einzureichen. „Bis Sommer kann man einreichen, im Herbst wird dann entschieden und eine neue Tafel angefertigt. Rund um den 8. März, dem internationalen Frauentag, präsentieren wir dann den Neuzugang im Rahmen einer Feierlichkeit", erklärte Doris Kirschner das Procedere.

Auswahlkritierien

Und welche Frau hat nun das Zeug zur Pionierin? „Es muss ein klarer Graz-Bezug bestehen, die Frau muss die erste sein, die eine pionierhafte Leistung erbracht hat oder in ihrer Tätigkeit pionierhaft frauenfördernde und gleichstellende Maßnahmen gesetzt haben", betonte Kirschner. Wichtig sei auch die Vielfalt, dass die Anwärterinnen aus unterschiedlichsten Bereichen kommen, amtierende Politikerinnen seien ausgeschlossen, ebenso wolle man inhaltliche Duplikate vermeiden, undemokratische und extremistische Inhalte sind ebenfalls ein Ausschlusskriterium.

Berühren erwünscht!

Neu ist der Touchscreen, gleich links im Gang des 3. Stocks, über den - exklusiv bespielt mit der Webiste pionierinnengalerie-graz.at - sämtliche Pionierinnen abrufbar sind. Für die relaunchten Website gibt es noch weitere Pläne: „Wir werden darauf didaktische Inhalte verfügbar machen, sodass er für den Besuch von Schulklassen relevant ist. Ebenfalls werden weiterführende Frauenthemen dort aufzufinden sein", verriet Kirschner. „Und die Website selbst ist natürlich ideal für alle, die nicht ins Rathaus kommen können oder sich nach dem Ausstellungsbesuch noch einmal intensiver mit den Leistungen der Frauen beschäftigen möchten."

Für Bürgermeisterin Elke Kahr ist der digitale Aufbruch, die Erweiterung der Pionierinnengalerie im Internet ein notwendiger nächster Schritt gewesen: „Damit wir auch künftig Frauen aus unterschiedlichsten Bereichen sichtbar machen können." Die Bürgermeisterin, die auch Frauenreferentin ist, bedankte sich bei der großartigen Arbeit des Referats Frauen und Gleichstellung das ganz Jahr über und auch für die professionelle Begleitung durch das Graz Museum. Stellvertretend für das Haus in der Sackstraße 26 betonte Direktorin Sibylle Dienesch: „Sichtbarmachung ist ein Prozess. Wir müssen dranbleiben und uns gegenseitig stärken. Entscheidend ist, dass unsere Leistungen als Frauen erzählt werden, weil sie sonst untergehen."

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