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Rechnungsabschluss 2025

Konsolidierung wirkt, aber Spielräume bleiben eng

09.04.2026

Die Stadt Graz schloss den Rechnungsabschluss 2025 mit einem positiven operativen Cashflow von 53,3 Millionen Euro ab. Dies übertrifft die ursprüngliche Planung von 23,1 Millionen Euro und ist auf sparsames Wirtschaften sowie vorausschauende Maßnahmen zurückzuführen. Die Einnahmen beliefen sich auf 1,409 Milliarden Euro, die Ausgaben auf 1,355 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 340,1 Millionen Euro in Infrastruktur und Daseinsvorsorge investiert, unter anderem in Straßenbahnen und Schulbauprojekte.

Das städtische Vermögen stieg auf 5,039 Milliarden Euro, während die Nettofinanzschuld bei 1,926 Milliarden Euro liegt. Dank erfolgreicher Konsolidierungsmaßnahmen konnte die Verschuldung seit 2023 deutlich gebremst werden. Finanzstadtrat Eber betont die Notwendigkeit eines klaren Kurses und mahnt wahlwerbende Parteien zur finanziellen Zurückhaltung bei ihren Wahlversprechen. Die Stadt plant, weiterhin finanzielle Maßnahmen zu ergreifen, um zentrale Leistungen langfristig zu sichern.

Finanzstadtrat Manfred Eber (l.) und Finanzdirektor Johannes Müller bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses 2025.
Finanzstadtrat Manfred Eber (l.) und Finanzdirektor Johannes Müller bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses 2025.© Stadt Graz/Fischer

Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds ist es der Stadt Graz gelungen, den Rechnungsabschluss 2025 deutlich besser abzuschließen als ursprünglich prognostiziert. Mit einem operativen Cashflow von +53,3 Millionen Euro liegt das Ergebnis um rund 30,2 Millionen Euro über dem geplanten Wert von 23,1 Millionen Euro. Möglich wurde dies unter anderem durch sparsames Haushalten und vorausschauende Maßnahmen zur Stabilisierung des Budgets.

Operativer Saldo stark verbessert

Im Jahr 2025 stehen Einzahlungen von rund 1,409 Mrd. Euro Auszahlungen in Höhe von rund 1,355 Mrd. Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein operativer Cashflow von +53,3 Mio. Euro. Der ursprünglich geplante Saldo von 23,1 Mio. Euro wurde deutlich übertroffen. Nach Abzug von Tilgungen verbleibt eine freie Finanzspitze von rund 23 Mio. Euro, die für Investitionen verwendet werden kann.

Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben blieben unter den Erwartungen. Auf der Einnahmenseite gab es Verbesserungen bei der Grundsteuer (+3,4 Mio. Euro), bei Parkgebühren (+0,6 Mio. Euro) sowie bei den Ertragsanteilen (+8,5 Mio. Euro). Die Kommunalsteuer blieb zwar auf hohem Niveau, lag jedoch um 1,5 Mio. Euro unter den Erwartungen.

Auf der Ausgabenseite konnten beim Personal rund 1,2 Mio. Euro eingespart werden. Zudem fiel der Finanzaufwand aufgrund geringerer Zinsen um rund 5 Mio. Euro niedriger aus als geplant.

340,1 Millionen Euro investiert

Im Jahr 2025 investierte die Stadt Graz gemeinsam mit ihren Beteiligungen 340,1 Millionen Euro, vor allem in Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Die größten Investitionen entfielen auf den Ankauf von Straßenbahnen sowie auf Schulbauprojekte in der Smart City und in Puntigam.

Städtisches Vermögen erstmals über 5 Mrd. Euro

Durch die Investitionstätigkeit sind sowohl das Vermögen der Stadt als auch die Nettofinanzschuld gestiegen. Das städtische Vermögen beläuft sich aktuell auf 5,039 Mrd. Euro, die Verschuldung auf 1,926 Mrd. Euro. Rechnerisch entspricht dies einem Vermögen von 16.365 Euro und Schulden von 6.257 Euro pro Grazer.

Gesetze finanzpolitische Maßnahmen

Im Jahr 2022 konnten aufgrund eines guten Ergebnisses rund 100 Mio. Euro an Schulden abgebaut werden. Infolge der wirtschaftlichen Entwicklungen seit dem Ukraine-Krieg, der Rezession sowie finanzpolitischer Entscheidungen auf Bundesebene (Steuerreform) waren jedoch zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung des städtischen Budgets notwendig.

Seit 2023 gelingt es, durch gezielte Maßnahmen die Verschuldung deutlich zu bremsen. So lag die Prognose für das Jahr 2025 im Jahr 2022 noch bei 2,65 Mrd. Euro Schulden.

Auch künftig werden weitere finanzielle Maßnahmen notwendig sein - sowohl vor als auch nach der Wahl. Kurzfristig wird Finanzstadtrat Eber der Koalition vorschlagen, einzelne Investitionen zu verschieben und gemeinsam mit der gesamten Stadtregierung den zukünftigen Umgang mit Vorbehaltsflächen zu klären.

 

Finanzstadtrat Manfred Eber: „Konsolidierung wirkt, aber Spielräume bleiben eng. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten braucht es einen klaren Kurs. Durch gezielte Maßnahmen ist es gelungen, den operativen Saldo deutlich zu verbessern. Gleichzeitig sind weitere Schritte notwendig, um zentrale Leistungen für die Grazerinnen und Grazer langfristig abzusichern. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten appelliere ich an alle wahlwerbenden Parteien, bei finanziellen Wahlversprechen Maß zu halten."

Zusammenfassende Kennzahlen

Gesamtvermögen Stadt Graz:          5,039 Mrd. Euro (+182 Mio Euro)

Nettofinanzschuld Haus Graz:          -1,926 Mrd. Euro (geplant 1,866 Mrd. Euro)

Operativer Cashflow Stadt Graz:      +53,3 Mio. Euro (geplant 23,1 Mio. Euro)

            Einnahmen:                          1,409 Mrd. Euro (gepl. 1,490 Mrd. Euro)
                Ausgaben:                        1,355 Mrd. Euro (gepl. 1,467 Mrd. Euro)

Getätigte Investitionen Haus Graz:   340,1 Mio. Euro

            Invest Stadt Graz:                 163,2 Mio. Euro
                Invest Beteiligungen:        176,9 Mio. Euro

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