Es ist eine Auszeichnung, für Persönlichkeiten, die sich um das gesellschaftliche Leben der Stadt verdient gemacht haben: Im Rahmen einer feierlichen Festsitzung des Gemeinderates wurde am 23. April 2026 an neun Persönlichkeiten der Bürger:innenbrief der Landeshauptstadt Graz verliehen.
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Würdigung herausragender Personen
Wenn die Grazer Festfanfare im Rathaus ertönt, ist das ein sicheres Zeichen für einen besonderen Anlass. Zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung fanden sich im Rathaus ein, um gemeinsam neun Persönlichkeiten zu ehren, die auf ganz unterschiedlichem Wege die Stadt geprägt haben: sei es in der Kultur, in der Bildung, im Sozial- oder Frauenbereich, im Umweltengagement, im Einsatz für migrantische Menschen, unternehmerisch tätig oder im Sport.
„Es ist eine jahrzehntelange Tradition, dass wir Persönlichkeiten aus Graz für ihre Arbeit und für ihr Wirken auszeichnen dürfen. Heute sind es neun Frauen und Männer, die mit ihrem Einsatz in unterschiedlichen Bereichen die Stadt geprägt haben. Sie alle sind Vorbilder in dem was sie tun und schaffen. Tausend Dank für euer Engagement, wir sind stolz, mit Ihnen allen hier heute zusammen sein zu können", bedankte sich Bürgermeisterin Elke Kahr bei den Geehrten.
In feierlichem Rahmen überreichte die Bürgermeisterin anschließend die Bürger:innenbriefe an Veronika Dreier, Ingrid Franthal, Barbara Gross, Elke Gruber, Jörg Hofreiter, Luise Kloos, Fred Ohenhen, Hans Roth und Gerhard Widmann, die mit dem heutigen Tag in den Kreis der nunmehr 92 lebenden Bürger:innen der Landeshauptstadt Graz aufgenommen wurden.
Im Namen aller frisch ernannten Bürger:innen bedankten sich Barbara Gross und Fred Ohenhen mit persönlichen Worten, allen voran bei ihren Familien, Freund:innen und Wegbegleiter:innen, von denen viele auch der Feier beiwohnten.
"Wenn man für das, was man gerne tut, ausgezeichnet wird, ist die Freude doppelt groß. Es gibt so viele Menschen in Graz, die diese Ehrung ebenfalls verdient hätten, weil sie mindestens genauso viel für unsere Gesellschaft leisten und dieser Stadt ebenso verbunden sind wie wir. In meinem Wirken geht es immer um gegenseitigen Respekt und Akzeptanz sowie um den Einsatz gegen Rassismus, Vorurteile und Ausgrenzung. Wir alle müssen unseren Beitrag leisten - und manchmal beginnt dieser vielleicht schon mit Zivilcourage. Wir frisch ernannten Bürger:innen wollen und sollen Vorbilder sein, und genau das erwarten wir uns auch von den Politiker:innen. Denn es geht um uns alle und um ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt", so Fred Ohenhen.
"Die Auszeichnung zeigt, dass Engagement, Ausdauer und Zusammenarbeit in unserer Gesellschaft gesehen und geschätzt werden und wir nehmen diese Ehrung mit Dankbarkeit an. Graz steht seit Jahrzehnten für Solidarität und soziales Engagement. Wenn ich in den Kreis der Bürger:innen schaue, dann sind das Menschen, deren Aufgabe es ist und war, etwas zum Gemeinwohl beizutragen, Solidarität zu spüren und selbst zu haben. Menschen, die sich ganz in den Dienst der Sache gestellt haben, egal in welchem Bereich. Wir sehen diese Auszeichnung als Ermutigung weiterzumachen, neue Ideen zu verfolgen und vielleicht auch andere zu inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen", ergänzte Barbara Gross.
Das sind die neuen Bürger:innen

Veronika Dreier
Veronika Dreier ist eine in Graz lebende Künstlerin, Kulturarbeiterin und feministische Aktivistin. Seit den 1980er-Jahren setzt sie sich in ihrer Arbeit intensiv mit Themen wie Gleichstellung, Menschenrechten und Gewalt gegen Frauen auseinander und bringt diese bewusst in den öffentlichen Raum. Als Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe „Eva & Co" sowie durch zahlreiche Projekte und Initiativen prägte sie die feministische Kunst- und Kulturszene in Graz nachhaltig. Auch mit interkulturellen und sozial engagierten Projekten setzte sie wichtige Impulse. Für ihr künstlerisches und gesellschaftliches Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
Dr.in Ingrid Franthal, MA
Ingrid Franthal ist Psychologin und eine zentrale Persönlichkeit der Grazer Frauen- und Gleichstellungspolitik. Als Mitbegründerin und erste Geschäftsführerin des Frauenservice Graz baute sie die Einrichtung zu einer wichtigen Anlaufstelle für Beratung, Bildung und Unterstützung von Frauen aus und prägte deren Ausrichtung über Jahrzehnte maßgeblich. Neben ihrer Leitungstätigkeit engagierte sie sich stark in der frauenpolitischen Vernetzung, unter anderem im Grazer Frauenrat und in verschiedenen Initiativen rund um den Internationalen Frauentag. Auch in Forschung, Publikationen und internationalen Netzwerken brachte sie ihre Expertise ein. Ihr Wirken trug wesentlich dazu bei, Gleichstellung, Gewaltprävention und soziale Themen fest in der Stadt Graz zu verankern.
Barbara Gross
Seit Jahrzehnten prägt ein starkes soziales Engagement die Entwicklung wichtiger Unterstützungsstrukturen in Graz. Als langjährige Präsidentin der Volkshilfe Steiermark baute Barbara Gross die Organisation zu einem zentralen Bestandteil der sozialen Infrastruktur aus. Angebote in den Bereichen Kinderbetreuung, Pflege, Beratung und Armutsbekämpfung wurden kontinuierlich erweitert und an gesellschaftliche Bedürfnisse angepasst. Ihr besonderer Fokus liegt auf niederschwelliger, unbürokratischer Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Durch quartiersnahe Unterstützung stärkte sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirkte sozialer Ausgrenzung entgegen. Auch auf Bundesebene setzte sie sich als Präsidentin der Volkshilfe Österreich für soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung ein. Ihr Wirken steht für Solidarität und hat das soziale Gefüge in Graz nachhaltig geprägt.
Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Elke Gruber
Eine außergewöhnliche Bildungsbiografie vom Pflegeberuf bis zur Universitätsprofessorin prägt das Wirken von Elke Gruber. Nach ihrer Ausbildung und wissenschaftlichen Laufbahn in Deutschland setzte sie ihre Karriere in Österreich fort und übernahm schließlich eine Professur für Erwachsenenbildung an der Universität Graz, wo sie heute das Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft leitet. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich insbesondere mit Erwachsenenbildung, lebenslangem Lernen und Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich. Durch ihre Mitarbeit an zentralen Initiativen wie dem Qualitätsrahmen Ö-Cert sowie ihr Engagement in nationalen und internationalen Gremien prägt sie die Professionalisierung der Erwachsenenbildung in Österreich maßgeblich. Ihr Wirken stärkt nachhaltig Bildungs- und Teilhabechancen.
Mag. Dr. Jörg Hofreiter, BA
Ein langjähriges Engagement im öffentlichen Dienst sowie im internationalen Austausch prägt das Wirken von Jörg Hofreiter. Der Jurist und Polizeirechtsexperte war unter anderem Polizeidirektor in Schwechat und später Bezirkshauptmann von Bruck an der Mur, wo er sich besonders für die Zusammenarbeit mit Südosteuropa einsetzte. Seit 2005 ist er Honorarkonsul von Bosnien und Herzegowina und fördert seither intensiv den Austausch zwischen Österreich und dem Balkan - etwa durch Hilfslieferungen, Bildungsprojekte und kulturelle Initiativen. Auch als Gastprofessor und Autor engagiert er sich für Verständigung und Kooperation. Sein Wirken wurde unter anderem mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Steiermark gewürdigt.
Mag.a Luise Kloos
Luise Kloos ist Künstlerin, Ausstellungsgestalterin und Kulturvermittlerin mit Lebensmittelpunkt in Graz. Nach Studien in Pädagogik sowie künstlerischen Disziplinen entwickelte sie ein vielseitiges Werk, das von Malerei und Zeichnung bis hin zu Installation und Performance reicht. Mit der Gründung des Kunstvereins „next" initiierte sie internationale Projekte und vernetzte Künstler:innen über Ländergrenzen hinweg. Neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit engagierte sie sich stark in der Kunstvermittlung und eröffnete Menschen neue Zugänge zu kreativen Ausdrucksformen. Auch kulturpolitisch war sie aktiv, unter anderem in der „Gruppe 77" und im Kulturbeirat der Stadt Graz. Ihr Wirken verbindet lokale Verankerung mit internationalem Austausch und prägt die Grazer Kunstszene nachhaltig.
Prof. Friday (Fred) Ohenhen
Fred Ohenhen ist Pädagoge und Projektleiter für interkulturelle Bildungsarbeit in Graz. Nach seiner Flucht aus Nigeria engagierte er sich früh gesellschaftspolitisch und war unter anderem Vorsitzender des ersten Ausländerbeirats der Stadt Graz. Seit 1999 leitet er beim Verein ISOP Projekte zur interkulturellen Bildung in Kindergärten und Schulen und erreicht damit seit Jahrzehnten tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ziel seiner Arbeit ist es, Toleranz, Respekt und ein offenes Miteinander zu fördern. Darüber hinaus ist er als Autor, Referent und Kulturvermittler tätig und bringt afrikanische Erzähltraditionen in die Grazer Gesellschaft ein. Für sein Engagement im Bereich Integration und Menschenrechte wurde er mehrfach ausgezeichnet.
KommR Johann (Hans) Roth
Vom regionalen Entsorgungsbetrieb zum international erfolgreichen Umwelt- und Recyclingunternehmen entwickelte sich die Saubermacher Dienstleistungs AG unter maßgeblicher Führung von Hans Roth. Mit Weitblick erkannte er früh die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft und prägte die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheidend. Durch Innovationen im Recyclingbereich, internationale Expansion und Projekte wie moderne Umwelttechnologien setzte er wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus engagiert er sich in wirtschaftlichen Netzwerken und fördert gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs. Für seine Leistungen in Wirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz wurde er vielfach ausgezeichnet.
Mag. Gerhard Widmann
ber mehr als zwei Jahrzehnte hinweg prägte die Entwicklung des Grazer Flughafens maßgeblich die Arbeit von Gerhard Widmann. Als Geschäftsführer führte er den Standort zu einem modernen Verkehrsknotenpunkt, stärkte die internationale Anbindung und setzte wichtige Infrastrukturprojekte wie Terminal, Tower und Cargo-Center um. Auch über den Flughafen hinaus brachte er seine Managementerfahrung in verschiedenen Aufsichtsräten ein. Seit 2007 steht er zudem an der Spitze der ASKÖ Steiermark und engagiert sich intensiv für die Förderung von Breiten-, Gesundheits- und Nachwuchssport sowie für den Ausbau moderner Sportinfrastruktur. Sein Wirken ist geprägt von strategischem Denken, starker Vernetzung und dem Ziel, Bewegung und Teilhabe für alle zu ermöglichen.









