Ein beliebtes Festival geht zu Ende
Das „Austrian International Storytelling Festival“ – bekannt als „Graz erzählt“ – findet mit seiner 39. Ausgabe im Mai 2024 zum letzten Mal statt. Grund für die Entscheidung ist der Wegfall einer wichtigen finanziellen Förderung. Das diesjährige Motto „#dreamstories“ soll das Publikum ein letztes Mal in die Welt der Geschichten entführen und die Kraft des Träumens hervorheben.
Das Festivalprogramm umfasst Vorstellungen an verschiedenen Orten in Graz und der Region Bruck an der Mur, mit insgesamt 24 Künstlerinnen und Künstlern aus acht Ländern. Zu den Highlights gehören eine Schlössertour zu Burg Rabenstein und Schloss Dornhofen sowie ein Familienfest am Thalersee. Bereits jetzt ist am Mariahilferplatz die interaktive Kunstinstallation „Graz träumt“ zu sehen, die Träume als Bilder und Klänge erlebbar macht.
Die Festivalleiterin Tessa Erker-Tegetthoff bedankte sich für die langjährige Unterstützung von Sponsoren, Publikum und der Stadt Graz. Bürgermeisterin Elke Kahr betonte den Wert des Festivals als verbindendes Element in der Gesellschaft und äußerte die Hoffnung, dass es in Zukunft doch noch eine Lösung geben wird.

Das war eine sehr emotionale Pressekonferenz und Programmpräsentation, die heute auf der Murinsel in Graz über die Bühne ging: Tessa Erker-Tegetthoff kündigte mit den Highlights der 39. Auflage des "Austrian International Storytelling Festivals" auch dessen Ende an. Die schwere Entscheidung dazu fiel bereits Ende Jänner, Grund dafür war der Ausfall einer massiven Förderstütze. "Was 1987 mit dem Traum meines Vaters begonnen hat, den ich vor fünf Jahren weiterträumen bzw. fortsetzen durfte, endet hier. Eine Entscheidung, die ich rational treffen musste, weil die Bedingungen, um Kultur entstehen zu lassen, fehlen. Was bleibt sind Tausende Geschichten, wunderschöne Ideen und unzählige Brücken, die damit geschlagen wurden."
So ist das heurige, zentrale Thema Träume auch eine Einladung an das Publikum, sich ein letztes Mal der Kraft und Magie der Geschichten hinzugeben, ins Land der Träume zu reisen und die Welt um sich herum zumindest für kurze Zeit zu vergessen. Von 21. bis 25. Mai sind unterschiedliche Orte in Graz, aber auch in den Regionen (Bruck an der Mur) Bühne für 24 Künstler:innen aus acht Nationen. So findet wieder eine Schlössertour statt, die Burg Rabenstein und Schloss Dornhofen einbindet (leider schon ausverkauft), ein Fest der Fantasie am Thalersee stattfinden lässt - am 25. Mai (Pfingstmontag) für die ganze Familie bei freiem Eintritt.
Mitten in der Stadt Graz, am Mariahilferplatz, sind bereits mit heutigem Tag, erste Vorboten des Festivals zu bestaunen, nämlich die interaktive und begehbare Kunstinstallation "Graz träumt". An insgesamt vier Stationen werden Träume als Bilder, Klänge und Impulse erlebbar - frei und kostenlos zugänglich.
Geschichten haben etwas Verbindendes
Tessa Erker-Tegetthoff bedankte sich bei allen treuen Sponsor:innen und beim Publikum für die jahrelange Unterstützung, Motivation und Inspiration. So auch bei der Stadt Graz, die das Festival von Anfang an mitgetragen hat. Bürgermeisterin Elke Kahr zeigte sich sichtlich berührt von Tegetthoffs Schilderungen und betonte auch, dass die Stadt die finanziellen Mitteln für ein 40. Festival reserviert hätte, den gesamten Ausfall jedoch trotz aller Bemühungen nicht stemmen könne. Kahr erlaubte sich jedoch, zu träumen und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es eine Lösung für das Festival und das Team rund um Tessa geben wird. "Wir als Stadt waren immer überzeugt von diesem Festival und haben es stets mitgetragen. Es ist wunderbar zu sehen, wie ein einfacher Gedanke, eine so große Strahlkraft und Faszination ausüben könne. Gerade das ist es, was unsere Gesellschaft jetzt mehr denn je braucht. Denn Geschichten haben etwas Verbindendes, sind Brücken für alle Generationen und zwischen ihnen, zwischen den Kulturen, den Religionen etc."
