Eintragung ins Goldene Buch der Stadt: Architekt Dietmar Feichtinger zu Gast im Rathaus.
Bevor Dietmar Feichtinger am 8. Mai 2026 an der TU Graz geehrt wurde, folgte er der Einladung von Bürgermeisterin Elke Kahr ins Rathaus. Der international renommierte Architekt kam mit seiner Frau, Architektin Barbara Feichtinger-Felber, seiner Mutter und Schwiegermutter, weiteren Verwandten und Freunden ins Grazer Rathaus. Empfangen wurde er im Stadtsenatssitzungssaal, wo sich auch Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, StR.in Claudia Unger und Stadtbaudirektor Bertram Werle die Ehre gaben.
Nur 16 Tage liegen zwischen dem Geburtstag des Architekten am 18. November und dem der Bürgermeisterin, wie sie eingangs launig feststellte. Sie würdigte vor allem seinen Aufstieg vom jungen Steirer in Paris der 1980er-Jahre zu einem der bekanntesten Architekten Europas. "Ihr Leben - wie Sie mit Ihrer Frau von Graz losgestartet sind - ist einfach beeindruckend", sagte die Bürgermeisterin und verwies auf das gemeinsame Architekturbüro in Paris, das mit spektakulären Projekten wie der Pariser Simone-de-Beauvoir-Brücke über die Seine oder der zum Mont-Saint-Michel internationale Anerkennung erntete. Vom Lebens- und Arbeitsmittelpunkt Paris aus, wird im Architekturbüro Dietmar Feichtinger unter anderem gerade eine weitere Brücke in Nantes in der Bretagne realisiert.
Die Brücken nach Graz hat das Ehepaar nie abgebrochen. Neben der familiären Bande hat Feichtinger auch architektonische Anknüpfungspunkte an Graz: "Eine meine ersten Brücken habe ich tatsächlich für die Pflanzenphysiologie gezeichnet, sie verbindet das Hauptgebäude mit dem neuen." Er und seine Frau seien in der Zeit der großen Projekte von Francois Mitterrand nach Frankreich gegangen. "Es hat uns damals sehr interessiert, dass der Präsident Architektur als Zeichen setzt", schilderte Feichtinger.
Weithin sichtbare Zeichen setzte das Ehepaar bereits in vielen Ländern Europas. Am Ende des Besuchs trugen sich Dietmar Feichtiger und seine Frau noch ins Goldene Buch der Stadt ein und hinterließen so eine Botschaft, die ebenso Bestand hat - samt gezeichneter Brücke.









Zur Person
Dietmar Feichtinger wurde am 18. November 1961 in Bruck an der Mur geboren und wuchs in Graz auf.
1988 Abschluss des Architekturstudiums mit Auszeichnung an der Technischen Universität Graz, 1989 Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Paris, 1994 gründete er dort gemeinsam mit seiner Frau, Barbara Feichtinger-Felber, das Architekturbüro Dietmar Feichtinger Architectes.
Feichtinger zählt zu den international renommiertesten Architekten. Seit Jahrzehnten schafft er herausragende Projekte und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Kunstpreis Berlin, dem Österreichischen Bauherrenpreis uvm. Seit 2014 ist er ständiges Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im Jänner 2026 wurde er zum Ehrenmitglied der Académie d'architecture in Frankreich ernannt. Sein Œuvre - zumeist öffentliche Aufträge - umfasst Schulen, Brücken, Schwimmbäder, Büro-, Universitäts- und Wohngebäude in Frankreich, Österreich, Deutschland, Belgien und Dänemark.
Zu seinen herausragendsten Arbeiten zählen unter anderem die Pariser Simone-de-Beauvoir-Brücke über die Seine, die Brücke zum Mont Saint-Michel und die Dreiländerbrücke über den Rhein in Weil. In Österreich baute er etwa das Klinikum Klagenfurt, die Verkaufs-und Finanzzentrale des Stahlkonzerns Voest Alpine in Linz, die Donau-Universität Krems und das Schulzentrum in Gloggnitz.
Neben der Arbeit als Architekt lehrt Feichtinger an der École nationale supérieure d'architecture (ENSA) de Paris-La Villette und seit Herbst 2023 als Universitätsprofessor für Hochbaukonstruktion und Entwerfen am Institut für Architektur und Gestaltung der Technischen Universität Wien.

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