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Aktuelles aus dem Stadtsenat

Ausgewählte Beschlüsse aus der Sitzung vom 29. Mai 2026

29.05.2026

Am 29. Mai 2026 tagte der Grazer Stadtsenat im Rathaus unter Vorsitz von Bürgermeisterin Elke Kahr. Hier eine Auswahl der zentralen Beschlüsse:

Living Rooms - Verein zur Förderung städtischer Wohnkultur Wertschätzungszentrum Len

Eine Förderung in Höhe von 4.000 Euro für "Living Rooms - Verein zur Förderung städtischer Wohnkultur Wertschätzungszentrum Lend" wird für die anfallenden Betriebskosten- und Instandhaltungskosten benötigt. Das Wertschätzungszentrums Lend (Wienerstraße 121, Leuzenhofgasse 2) ist eine grüne Oase und Raum für Nachbar:innen, Kinder, Mitarbeiter:innen der Natur.Werk.Stadt. Angeboten werden dort (Garten-)Workshops, Führungen, nachhaltige Upcycling-Produkte und Informationen zu Nachhaltigkeit und zur Förderung von Biodiversität. Im Rahmen von Festen und Feiern (z.B. Tag der offenen Tür, Weihnachts-Bazar) lädt das Wertschätzungszentrum zum generationenübergreifenden und interkulturellen Zusammensein ein.

Die Förderung wurde einstimmig beschlossen.

AGT KICKSTART Verein für Gewaltprävention und tertiärpräventative soziale Kompetenztrainings

Das Projekt „ausgeboxt" dient der Gewaltprävention und sozialen Stabilisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 10 bis 29 Jahren. Durch evidenzbasierte Maßnahmen werden soziale und emotionale Kompetenzen gefördert sowie Strategien zur konstruktiven Konfliktlösung vermittelt. Schwerpunkte bilden Empathietraining, die Stärkung von Resilienz und Selbstwirksamkeit sowie gruppendynamische Ansätze zur Reduktion von Aggressionspotenzialen. Ergänzend werden milieuspezifische Maßnahmen in Übergangswohnungen der Stadt Graz umgesetzt. Durch präventive Präsenz, situative Deeskalation und kontinuierliche Beziehungsarbeit wird ein sicheres soziales Umfeld geschaffen und langfristigen negativen Entwicklungen entgegengewirkt. Das Projekt zielt darauf ab, Gewaltursachen nachhaltig zu bearbeiten und jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. Kurz- und mittelfristig werden Konflikte entschärft, soziale Kompetenzen gestärkt und die Integration in unterstützende Netzwerke verbessert. Langfristig trägt das Projekt zur Verringerung von Gewaltbereitschaft, sozialer Ausgrenzung und Folgekosten bei. Zur Sicherstellung der Umsetzung und zur Deckung der erforderlichen Lohnkosten sollen die beantragten Fördermittel gewährt werden. Mit der Fortführung des Projekts ist ein wesentlicher sozialer Mehrwert für die Zielgruppe sowie für das gesellschaftliche Umfeld verbunden. 

Die Förderung in der Höhe von 20.000 Euro wurde einstimmig beschlossen. 

CHIALA - Verein zur Förderung von Kultur.Diversität.Entwicklung

Der Verein CHIALA unterstützt seit nahezu 20 Jahren Menschen mit Migrationshintergrund in Graz bei der Bewältigung sozialer Herausforderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen, insbesondere in den Bereichen Wohnen, Familie, Arbeit, Gesundheit sowie bei Behördenangelegenheiten. Ziel der Sozialberatung ist es, Menschen mit Migrationshintergrund im Alltag zu begleiten, Orientierung in einer neuen Umgebung zu ermöglichen und bei auftretenden Problemen als niederschwellige Anlaufstelle unterstützend zur Seite zu stehen. Viele Betroffene sehen sich mit komplexen bürokratischen Anforderungen konfrontiert, die durch Sprachbarrieren zusätzlich erschwert werden. Das Beratungsangebot des Vereins ist bewusst niederschwellig, leicht zugänglich und unbürokratisch gestaltet. Die Inanspruchnahme erfolgt gegen einen Selbstkostenbeitrag von EUR 2,00 pro Beratung. Durch die Unterstützung des Vereins wird den Klient:innen die Orientierung im österreichischen System erleichtert und ihre Selbstständigkeit nachhaltig gestärkt. Der Verein übernimmt dabei eine wichtige Brückenfunktion zwischen der Zielgruppe und öffentlichen Einrichtungen. Menschen werden vor und während behördlicher Prozesse begleitet, wodurch eine bessere Verständigung sowie effizientere Abläufe gefördert werden. Durch frühzeitige Beratung und präventive Unterstützung können soziale Herausforderungen rechtzeitig erkannt und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. Damit wird nicht nur die soziale Teilhabe der Betroffenen gestärkt, sondern gleichzeitig auch eine Entlastung öffentlicher Stellen erreicht. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1.312 Beratungsgespräche mit 428 Personen durchgeführt.
Zur teilweisen Deckung der hierfür erforderlichen Personalkosten sollen dem Verein finanzielle Mittel in der Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung gestellt werden - einstimmig beschlossen. 

Tageszentrum Bahnhof - Bahnhofsmission - Erweiterung der Spindanlage

Die Bahnhofsmission Graz stellt für ihre Gäste eine niederschwellige Möglichkeit zur sicheren Verwahrung persönlicher Gegenstände zur Verfügung. Derzeit stehen insgesamt 32 Spinde zur Verfügung, welche dauerhaft ausgelastet sind. Die Nachfrage nach sicheren Verwahrungsmöglichkeiten ist seit längerer Zeit konstant hoch und kann mit dem bestehenden Angebot nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Insbesondere für Menschen in prekären Lebenssituationen, wohnungslose Personen sowie Gäste der Bahnhofsmission stellen die Spinde eine wesentliche Unterstützung im Alltag dar. Die ursprünglich ausführende Tischlereifirma soll die bestehende Spindanlage erweitern. Durch die Umsetzung der Maßnahme kann die Anzahl der verfügbaren Spinde von derzeit 32 auf insgesamt 60 erhöht werden. Die Stadt Graz hat mit Stadtsenatsbeschluss zu GZ: A8/4-033654/2024-67 sowie GZ: A5-121686/2024 per 09.08.2024 die Anmietung der Räumlichkeiten am Europaplatz für das Sozialamt zum Betrieb eines Tageszentrums für die Dauer von 10 Jahren beschlossen. Der Mietgegenstand wird der Caritas der Diözese Graz-Seckau prekaristisch bis auf jederzeitigen Widerruf überlassen. Die jährlichen Anmietungskosten belaufen sich auf ca. 46.800,00 Euro und werden aus dem Arbeitsbudget des Sozialamts an die Abteilung für Immobilien übertragen. Zusätzlich erhält die Caritas für den Betrieb der dortigen „Bahnhofsmission - Tageszentrum Bahnhof" im Jahr 2026 bereits eine Basisförderung in Höhe von 430.000 Euro vom Sozialamt. Um die dafür notwendigen Kosten zu decken, sollen diese Mittel gewährt werden. 

Eine Förderung in der Höhe von 4.851 Euro für die Erweiterung der Spindanlage im Tageszentrum wurde einstimmig beschlossen. 

European Neighbours - FAIR FUTURE Bio-Knoblauch

EUROPEAN NEIGHBOURS entwickelt und skaliert ein nachhaltiges Modell für den Knoblauchanbau in Europa mit Fokus auf Innovation, regionale Wertschöpfung und soziale Integration. In Kooperation mit Partnern in der Slowakei, Kroatien und Ungarn werden moderne Anbaumethoden, insbesondere die Pflanzgutvermehrung über Bulbillen, erfolgreich umgesetzt. Das Projekt stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe, reduziert Importabhängigkeiten und schafft neue Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig fördert es die Integration marginalisierter Gruppen durch Qualifizierung und unternehmerische Perspektiven. Graz und die Steiermark profitieren durch internationale Vernetzung, Know-how-Transfer und eine sichtbare Positionierung als Standort für nachhaltige Landwirtschaft und Innovation. 

Die Förderung in der Höhe von 25.000 Euro wurde einstimmig beschlossen.

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