
Die Holding Graz Abfallwirtschaft setzt einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger und effizienter Abfalllogistik: Mit der nun fertiggestellten direkten Anbindung an die Grazer Schleppbahn können Abfalltransporte künftig verstärkt von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dadurch werden nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt, sondern auch langfristig die Betriebsabläufe optimiert und der Standort in der Sturzgasse nachhaltig gestärkt.
Weniger LKW-Verkehr und mehr Klimaschutz
Mit der Fertigstellung der Anlage wurde die Voraussetzung geschaffen, künftig rund 7.500 Tonnen Abfall pro Jahr direkt per Bahn zu transportieren - mit einer schrittweisen Steigerung der Mengen in den kommenden Jahren. Durch die Verlagerung auf die Schiene werden mehr als 1,5 Millionen Tonnenkilometer auf der Straße eingespart. Das entspricht einer Reduktion von rund 300 LKW-Fahrten pro Jahr.
Die direkte Bahnanbindung bringt der Holding Graz Abfallwirtschaft mehrere wesentliche Vorteile:
- langfristige Absicherung gesetzlich vorgeschriebener Transportwege gemäß Abfallwirtschaftsgesetz (AWG)
- nachhaltige Reduktion von CO₂-Emissionen
- effizientere und planbarere Logistikabläufe
- Entlastung des Standorts Sturzgasse vom Schwerverkehr
- Stärkung einer modernen und klimafreundlichen kommunalen Infrastruktur
Moderne Infrastruktur für effiziente Transporte
Für die Umsetzung des Projekts wurde das bestehende Stammgleis der Schleppbahn im Bereich der Abfallwirtschaft nach Osten verlegt und um ein neues Gleis ergänzt. Das bisherige Stammgleis wurde erneuert und wird künftig als Verladegleis der Nebenanschlussbahn genutzt. Beide Gleise wurden als Mattengleise ausgeführt, sodass die Containerverladung mittels Stapler effizient erfolgen kann.
Am Standort in der Sturzgasse 8 werden Siedlungsabfälle mechanisch aufbereitet und einer weiteren Verwertung bzw. Entsorgung zugeführt. Bestimmte Output-Ströme der Anlage werden künftig direkt in schienentaugliche Container verladen und über die Schleppbahn weitertransportiert. Die neue Anlage funktioniert wie ein kleiner Verschubbahnhof mit zwei Gleisen. Insgesamt können vier Waggons mit jeweils vier Containern gleichzeitig beladen werden. Anschließend erfolgt der Verschub in Kooperation mit den ÖBB vom Standort Sturzgasse bis zum Grazer Ostbahnhof, von wo aus die Abfälle per Bahn von der ÖBB Rail Cargo Group zu den jeweiligen Zielorten transportiert werden.
Investition in eine zukunftssichere Abfallwirtschaft
Die Bauarbeiten für das Projekt starteten im März 2025 und wurden kürzlich abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 5 Millionen Euro. Rund 20 Prozent der Kosten werden durch die SCHIG mbH, eine Förderstelle des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), gefördert.
Seit 2026 schreibt das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz vor, dass Abfalltransporte von mehr als 10 Tonnen über eine Distanz von mehr als 100 Kilometern verstärkt per Bahn oder mit schadstoffarmen Verkehrsmitteln durchgeführt werden müssen. Die neue Schleppbahn-Anbindung ermöglicht der Holding Graz Abfallwirtschaft die nachhaltige Umsetzung dieser Anforderungen.
Als langjähriger und innovativer Partner unterstützte die ÖBB Rail Cargo Group das Projekt beratend bei der Entwicklung passender Bahnlogistiklösungen - mit dem Ziel, das Verschubkonzept und die bereits im Einsatz befindliche Containerlösung optimal auf die künftigen Anforderungen der Holding Graz auszurichten.
Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert und im Rahmen des Programms für die Unterstützung des Ausbaus von Anschlussbahnen sowie von Umschlagsanlagen des Intermodalen Verkehrs durch die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) abgewickelt.
Stimmen zum Projekt
Bürgermeisterin Elke Kahr: „Die neue Nebenanschlussbahn Abfallwirtschaft ermöglicht es der Holding Graz, große Mengen an Abfällen direkt vom Betriebsstandort per Bahn zu transportieren. Das reduziert den LKW-Verkehr deutlich, entlastet die umliegende Verkehrsinfrastruktur und verbessert gleichzeitig die Umweltbilanz des Unternehmens".
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Jeder Transport, der von der Straße auf die Schiene verlagert wird, entlastet unsere Stadt. Weniger LKW-Verkehr bedeutet weniger Belastung für Anrainerinnen und Anrainer und unsere Umwelt. Die neue Schleppbahn leistet genau das und kommt Graz langfristig zugute."
Stadtrat Manfred Eber: „Dass durch die neue Schleppbahn-Anbindung künftig zahlreiche LKW-Fahrten im Stadtgebiet vermieden werden können, ist ein konkreter Vorteil für Graz. Weniger Verkehr auf den Straßen bedeutet weniger Belastung für die Bevölkerung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz."
Holding-Graz-CEO Gert Heigl: „Durch die direkte Anbindung an das Schienennetz sparen wir zukünftig nicht nur LKW-Fahrten und damit Emissionen ein, sondern optimieren auch unsere internen Betriebsabläufe weiter. Rund 5 Millionen Euro wurden in die - auch gesetzlich notwendige - Anbindung der Abfallwirtschaft an das Schienennetz investiert, wobei bis zu 20 Prozent davon vom Bund gefördert wurden."
Holding-Graz-Vorständin Alice Loidl: „Mit der Betriebsaufnahme der Schleppbahnanbindung verringert die Holding Graz im Bereich der Abfallwirtschaft die LKW-Transporte entscheidend und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umweltschonung im Stadtgebiet."
Holding-Graz-Vorstandsdirektor Mark Perz: „Der derzeit von der Rail Cargo Austria durchgeführte umweltfreundliche Transport auf der Schiene wird bereits von angeschlossenen Unternehmen genutzt. Mit der Betriebsaufnahme der Schleppbahnanbindung wird diese Kooperation mit Eisenbahnunternehmen künftig weiter verstärkt."
