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Erste Einblicke in die neue "Küche Graz"

Regional, nachhaltig und technisch auf dem neuesten Stand

23.06.2026

Die neue „Küche Graz" steht kurz vor der Inbetriebnahme: Der Neubau der kommunalen Großküche ist derzeit zu rund 90 Prozent fertiggestellt. Im August wird das Gebäude von der GBG an das Sozialamt übergeben, ab dann sollen bereits erste Speisen am neuen Standort in der Herrgottwiesgasse 157 zubereitet werden, die offizielle Eröffnung ist für September rund um den Schulbeginn geplant. Mit der neuen „Küche Graz" ersetzt die Stadt Graz die mehr als 100 Jahre alte Großküche in der Körösistraße, die seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist. Künftig können hier bis zu 15.000 Mahlzeiten pro Tag produziert werden - mit mehr Platz, moderner Technik und einem klaren Schwerpunkt auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Transparenz. Einen ersten Einblick gaben gestern Bürgermeisterin Elke Kahr, Sozialamtsleiterin Andrea Fink und der Leiter der Küche Graz, Franz Gerngroß.

Freuen sich auf die neue "Küche Graz": Sous-Chef Kevin Hainz, Leiter der Küche Graz, Franz Gerngroß, Sozialamtsleiterin Andrea Fink, Bürgermeisterin Elke Kahr und Küchenchef Daniel Zinser (v. l.).Rund 400 Liter fassen die vier selbstrührenden Kochtöpfe, die sowohl kühlen als auch kochen können.Außenansicht der neuen "Küche Graz" in der Hergottwiesgasse.Sieben bis acht Stunden pro Tag wird die hochmoderne Waschstraße im Einsatz sein.

80 Prozent regionale Lebensmittel

Ein zentrales Merkmal der neuen Küche ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten. „Rund 80 Prozent der eingesetzten Lebensmittel stammen aus der Region" erklärt Franz Gerngroß, Leiter der Küche Graz. Damit will die Stadt nicht nur die Qualität der Verpflegung sichern, sondern auch die heimische Landwirtschaft stärken. Schon jetzt ist auf der Website transparent nachvollziehbar, mit welchen Lieferanten man zusammenarbeitet.

Inhaltlich will die neue „Küche Graz" die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen noch stärker berücksichtigen. Geplant sind unter anderem ein eigener Speiseplan für Krabbelkinder sowie Beteiligungsprojekte, bei denen Kinder Speisevorschläge einbringen können. „Die Küche Graz ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Auch, weil wir hier als Stadt aktiv mitgestalten können. Der Anspruch an die Küche Graz ist sehr hoch. Wir versuchen die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen aller Beteiligten, von der Küche, über Landwirtschaft bis zu den Einrichtungen, bestmöglich zu berücksichtigen", so Bürgermeisterin Elke Kahr.

Nachhaltigkeit im Fokus

Auch bei der Infrastruktur setzt die neue „Küche Graz" auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird über 46 Tiefenbohrungen und ein Geothermie-System mit Saug- und Schluckbrunnen versorgt, mehr als 96 Photovoltaik-Module unterstützen die Stromversorgung, die Kälteanlage arbeitet mit CO₂-Technologie. Gekocht wird in der neuen Küche zu 100 Prozent elektrisch. Größere Lagerkapazitäten sollen außerdem die Zahl der Lieferstopps deutlich reduzieren - künftig ist nur noch rund ein Drittel der bisherigen Anlieferungen geplant. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch ein neu gepflanztes „Klimawäldchen" auf einem benachbarten Grundstück und eine künftige Begrünung des Gebäudes.

Moderne Technik und „papierloses Kochen“

Rund 60 Prozent des Budgets für die neue Küche flossen in die technische Ausstattung. Ziel ist es, wirtschaftlicher, energieeffizienter und zugleich qualitativ hochwertiger zu kochen. Moderne Kochgeräte ermöglichen es, die Leistung zu reduzieren, ohne dass die Qualität der Speisen darunter leidet. Besonders beeindruckend sind die vier selbstrührenden Kochkessel mit je 400 Litern Fassungsvermögen, die kochen und kühlen können, moderne Bratpfannen mit Druckgarfunktion, Kombidämpfer, Chiller zum raschen Kühlen von Speisen, Tiefkühlhäuser sowie Spezialanlagen für die Verarbeitung großer Mengen. Eine leistungsstarke Waschstraße ist täglich mehrere Stunden in Betrieb. Besonders innovativ ist das Konzept des „papierlosen Kochens": Etiketten und Lieferscheine werden durch ein digitales QR-Code-System ersetzt. Mitarbeiter scannen Behälter und Geschirr, um Inhalt und Zuordnung eindeutig zu identifizieren.

Inhaltlich will die neue „Küche Graz" die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen noch stärker berücksichtigen. Geplant sind unter anderem ein eigener Speiseplan für Krabbelkinder sowie Beteiligungsprojekte, bei denen Kinder Speisevorschläge einbringen können. „Mit der neuen Küche Graz wollen wir näher an unsere Kund:innen heranrücken und transparent machen, wie hier gearbeitet und gekocht wird. Die mitarbeiterfreundliche und offene Küche schafft Einblicke, fördert das gegenseitige Verständnis und stärkt den Dialog mit Schulen und anderen Einrichtungen", betont Sozialamtsleiterin Andrea Fink. Geplant ist außerdem eine Schulungsküche, in der in den kommenden Jahren Kochveranstaltungen und Formate für Schulen stattfinden sollen.

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