An einem der bisher heißesten Tage schritten die Grazer:innen am heutigen 28. Juni zu den Wahlurnen. Mit 51,82 Prozent verzeichnete die Stadt die schlechteste Wahlbeteiligung aller Zeiten, die noch den historischen Tiefstand von 54 Prozent der letzten Wahl im Jahr 2021 unterbot. Kurz nach 18 Uhr fanden sich die Spitzenpolitiker:innen jener fünf Parteien, die es in den Gemeinderat schaffen werden, im Media Center des Rathauses ein, um ihre Statements zum Wahlergebnis bekanntzugeben. Dieses stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig fest, waren doch bis dato etwa rund 84 Prozent der Stimmen ausgezählt.
Das Zwischenergebnis (Auszählungsgrad 235 von 279 Sprengeln):
FPÖ: 12,72 %
ÖVP: 24,59 %
SPÖ: 5,91 %
Grüne: 14,36 %
NEOS: 4,59 %
KPÖ: 36,22 %
DBÖ: 0,1 %
KFG: 0,76 %
GZA: 0,22 %
PIRAT: 0,25 %
MFG: 0,29 %
Elke Kahr (KPÖ):
Ich bin sehr erleichtert und glücklich, dass wir unser außerordentlich gutes Ergebnis der letzten Wahl noch einmal bestätigen konnten. Wir konnten damit zeigen, wie großartig unsere Kolleginnen und Kollegen gearbeitet haben. Ich selbst habe den Auftrag so verstanden, an der Seite der Bevölkerung zu sein. Wir waren immer bemüht, Lösungen zu finden. Mit der Koalition war eine produktive Zusammenarbeit immer möglich, dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Die Bevölkerung hat unsere Arbeit gutiert, das ist für mich ein Auftrag, auch die kommenden fünf Jahre im Sinne der Grazerinnen und Grazer weiterzuarbeiten.
Kurt Hohensinner (ÖVP):
Wir haben unser Ergebnis auch ohne Bürgermeisterbonus halten können. Das ist für uns ein Auftrag, dass wir an den Themen dran bleiben - wie einer starken Innenstadt, einem Gesamtkonzept für den Verkehr oder unseren bildungspolitischen Anliegen.
Judith Schwentner (Grüne):
Wir haben eine große Aufholjagd hingelegt, in den Umfragen waren wir ja weit hinten. Ich bin sehr zufriden mit dem Ergebnis, das wahrscheinlich das zweitbeste ist, das die Grünen in Graz je hatten. Wir haben in diesem Wahlkampf viel gemacht, tausende Haustüren besucht, in den Bezirken und auf der Straße Gespräche geführt ... Wir würden in den kommenden fünf Jahren gerne wieder mitgestalten und würden uns freuen, wieder Verantwortung übernehmen zu können - für noch mehr Grün, Parks und Bäume, für Geh- und Radwege. Es gibt viel zu tun, wir sind bereit dafür!#
René Apfelknab (FPÖ):
Wir sind die zweite Partei, die ein Plus vorne stehen hat. Das heißt: Wir sind wieder da, das stimmt mich positiv. Wir werden eine kantige Oppositionspolitik machen, ich freue mich schon auf die Arbeit!
Doris Kampus (SPÖ):
Es ist ein schmerzhafter Tag für die SPÖ und eine herbe Enttäuschung, dass wir unser Wahlziel nicht erreicht haben. Wir haben den Grazerinnen und Grazern mit den Themen Gesundheit und Pflege ein Angebot gemacht, das sie nicht angenommen haben. Morgen tagt der Parteivorstand, da werden dann die nächsten Schritte festgelegt.
Philipp Pointner (NEOS):
Wir konnten unsere zwei Mandate stabil halten, haben aber das Wahlziel eines dritten nicht erreicht. Das tut natürlich weh. Ich danke allen Wählerinnen und Wählern, die uns den Auftrag gegeben haben, weiterhin ein Stachel im Fleisch der Mächtigen und Fürsprecher für beste Bildung und unternehmerisches Leben zu sein. Dafür stehen wir weiterhin.