Smart City Graz

Strategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Graz ist die zweitgrößte Stadt Österreichs und Landeshauptstadt des Bundeslandes Steiermark. Mit 1.1.2012 hat die Stadt Graz 266.965 Einwohner (Hauptwohnsitz), dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 2058 EW/km². Gemeinsam mit den Umlandgemeinden leben derzeit rund 405.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Region Graz. Der langfristige Trend zeigt einen stetigen Bevölkerungszuwachs der Stadt Graz und ihrer Umlandgemeinden, die aktuellen Prognosen sehen bis 2050 einen Einwohneranstieg auf rund 490.000 voraus. Die prognostizierte dynamische Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung bildet eine besondere Herausforderung für die Grazer Stadtentwicklung.
Das Hauptaugenmerk liegt auf Entwicklungsgebieten im bestehenden Siedlungsgebiet (Siedlungsschwerpunkte), wo bereits beste infrastrukturelle Ausstattung vorhanden ist bzw. aufgrund besonders günstiger Voraussetzungen geplant ist.

Ausgangssituation

Emissionen
Graz hat durch seine Beckenlage klimatische Nachteile. Durch die geschützte Lage der Stadt ist vor allem im Winter ein Luftaustausch im Grazer Becken nur schwer möglich.
Bei Betrachtung der Gesamtmenge der Schadstoffemissionen in den Jahren zwischen 1995 und 2001 zeigt sich, dass die Emissionsmengen von Schwefeldioxid (SO2) und Kohlenmonoxid (CO) seit 1995 stark rückläufig sind. Die Kohlenstoffdioxid Emissionen nahmen im Betrachtungszeitraum um 29 % zu. Bei Betrachtung der Emissionsquellen zeigt sich, dass die Treibhausgasemissionen zu etwa gleich großen Teilen (jeweils rund 39%) aus den Sektoren Industrie/Gewerbe und Haushalte stammen (Verkehr rund 22 %). Die Emissionen aus Feinstaub PM 10 stammen mit rund 50% zum überwiegenden Teil aus dem Sektor Verkehr, Industrie/Gewerbe sind für rund 27 % und die Haushalte für rund 23 % verantwortlich.

Energienachfrage und Bereitstellung
Der Endenergieeinsatz für Heizung, Warmwasser und Kochen in Grazer Wohn- und Dienstleistungsgebäuden liegt im Jahr 2009 bei rund 2.100 GWh (diese Zahl stellt einen Teil des Grazer Gesamtenergiebedarfs dar). Die hauptsächlich genutzten Energieträger hierfür sind Fernwärme (33 %), Öle (rund 25 %), elektrische Energie (rund 20 %) und Gase (rund 15 %). Erneuerbare Energieträger (Biomasse und sonstige alternative Energieträger) kommen auf einen Anteil von knapp über 5%. Die restlichen 2% werden von Kohle abgedeckt.

Verkehrsmittelaufteilung
Der motorisierte Individualverkehr (MIV) hat mit über einem Drittel den größten Anteil, erkennbar ist eine erstmalige Reduktion des MIV seit Beginn der Erhebungen. Zu beobachten ist außerdem der kontinuierliche Anstieg des Fahrradanteils (von 8,3% im Jahr 1982 auf 16,1% im Jahr 2008). Der öffentliche Verkehr verzeichnet im Beobachtungszeitraum einen leichten Anstieg und liegt aktuell bei knapp 20 %.

Nachhaltige Strategien für die Stadtentwicklung

Im Zuge des Strategieprojektes „I live Graz" wurden 7+1 Indikatoren erfasst, die für eine Erreichung einer Smart City erforderlich sind. In den Handlungsfeldern Ökonomie, Gesellschaft, Ökologie, Mobilität, Energie, Ver-/ Entsorgung Gebäude wurden Indikatoren erstellt und im Handlungsfeld Stadtplanung Strategien für die zukünftige Stadtentwicklung von Graz in Richtung einer „Zero Emission" Stadt erarbeitet.

Visionen für Graz

2020: Graz hat sich als „Smart City- Innovations-, Technologie- und Dienstleistungszentrum mit internationalem Anspruch etabliert und entwickelt sich in die TOP 10 unter den europäischen „medium-sized-cities".
Im Zielgebiet Graz Mitte wurden das erste Smart City Stadtquartier umgesetzt. Die Anwendung der SC-Strategien sind allgemeine Handlungsgrundlage. Das besondere Zusammenwirken von Kultur-, Wirtschafts-, und Wissenschaftskompetenzen ist Motor einer dynamischen, modernen, kreativen Entwicklung und Grundlage hoher urbaner Lebensqualität.

2050: Graz ist eine dynamische, wohlhabende und führende Europäische medium-sized-city Europas mit höchster Lebensqualität. Durch die konsequente Verfolgung von Smart City- Strategien, Bewusstseinsbildung, und Partizipation konnte der Ressourcen-, der Energieverbrauch und der damit verbundene Schadstoffausstoß in Richtung einer Zero Emission City reduziert werden. Die benötigte Gesamt-Energie wird zu 100 % regional und aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Als Forschungs-, Qualifizierungs- und Wirtschaftsstandort ist Graz internationaler Benchmark für Wertschöpfung mit Urban Technologies.

1. Demoprojekt in der Waagner Biro Straße

Westlich des Grazer Hauptbahnhofes rund um die Waagner-Biro-Straße soll der erste Smart City Graz Stadtteil entstehen. Die ersten Demoprojekte wurden als einziges österreichisches Leitprojekt ausgewählt. Der Projekttitel ist "Smart City Project Graz Mitte" und die Vorbereitungen starteten 2012.

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