Die Stadt Graz ist für ihr Engagement im Bereich Menschenrechte, Antirassismusarbeit und Antidiskriminierung mit dem ECCAR-Award ausgezeichnet worden: Nachdem der Preis der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) bereits im Oktober 2025 bei der Generalversammlung in Zürich an Graz verliehen wurde, fand gestern im Rathaus die offizielle Übergabe des Preises an alle Mitwirkenden statt. Überreicht wurde die Auszeichnung von ECCAR-Präsident Benedetto Zacchiroli an Bürgermeisterin Elke Kahr. Im Anschluss folgte ein offener Austausch mit Vertreter:innen aus Politik und Stadtverwaltung sowie mit Mitgliedern des Menschenrechtsbeirats, des Migrant:innenbeirats und des Europäischen Trainings- und Forschungszentrums für Menschenrechte und Demokratie (ETC).
Auszeichnung für Wahlkampfmonitoring
Ausgezeichnet wurde das Grazer Wahlkampfmonitoring, das vom Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz seit 2007 vor Gemeinderatswahlen durchgeführt wird. Dabei werden Wahlkampagnen anhand eines Ampelsystems bewertet: Grün steht für einen inklusiven Diskurs, Gelb weist auf fragwürdige Rhetorik hin und Rot markiert mögliche Menschenrechtsverletzungen. Expert:innen analysieren Wahlkampfmaterialien aus rechtlicher, soziologischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive, um Transparenz, Fairness und Sachlichkeit im politischen Wettbewerb zu fördern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Monitoring zu deutlich moderater geführten Wahlkampagnen beigetragen hat.
Auch bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl am 28. Juni 2026 kommt das menschenrechtliche Wahlkampfbarometer wieder zum Einsatz.
Best Practice für Europa
Allen voran freute sich Bürgermeisterin Elke Kahr über die Auszeichnung und den Besuch der ECCAR-Delegation in Graz: "Das Wahlkampfmonitoring ist ein Instrument der Selbstdisziplinierung, das einer Abrüstung der Sprache dient und eine Wahlauseinandersetzung in einer Weise fördert, in der niemand diskriminiert wird. Danke an die Kolleginnen und Kollegen, die dieses Mittel zum Einsatz bringen. Wir sind stolz, der Städtekoalition gegen Rassismus anzugehören."
Seit 20 Jahren gehört Graz dem ECCAR-Netzwerk an. Im Jänner letzten Jahres wurde im Gemeinderat das 10-Punkte-Aktionsprogramm gegen Rassismus beschlossen.
ECCAR-Präsident Benedetto Zacchiroli freute sich, wieder in Graz zu sein und lobte den Einsatz der Stadt Graz für Menschenrechte: "Soziale Inklusion ist die Grundlage, auf der unsere Gemeinschaften aufgebaut werden können. Es geht darum, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen willkommen zu heißen und ihnen das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein. Genau das braucht Europa. Europa braucht Städte wie Graz. Diese Auszeichnung ist für uns ein Best-Practice-Beispiel. Das Wahlkampfmonitoring ist ein Instrument, um jener Politik entgegenzutreten, die Rassismus und Ausgrenzung bewusst einsetzt, um Stimmen zu gewinnen."
Über ECCAR
Die European Coalition of Cities against Racism (ECCAR) wurde 2004 auf Initiative der UNESCO gegründet. Sie ist ein europäisches Städtenetzwerk zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung auf kommunaler Ebene. Herzstück der Arbeit ist ein 10-Punkte-Aktionsplan, zu dem sich die Mitgliedsstädte verpflichten.
Heute zählen 179 Städte zur Koalition, die Geschäftsstelle befindet sich in Heidelberg. Graz ist seit 2006 Mitglied und im Steering Committee vertreten.


