Am Samstag, dem 21. März begehen wir den Internationalen Tag gegen Rassismus. Doch anstatt diesen Tag zum Anlass nehmen zu können, positive Fortschritte hervorzuheben, erfüllen die aktuellen politischen Entwicklungen in Österreich den Migrant:innenbeirat der Stadt Graz mit großer Sorge.
In den vergangenen Monaten beobachten wir einen immer schärfer werdenden migrationspolitischen Diskurs, in dem gesellschaftliche Minderheiten und Menschen mit Migrationsbiografie systematisch zu Sündenböcken gemacht werden. Gleichzeitig verschieben sich die Grenzen des Sagbaren: Rassistische Narrative werden verharmlost, normalisiert und salonfähig gemacht, während Ausgrenzung und Diskriminierung zunehmend politische Legitimation erfahren.
Gerade jetzt braucht es politische Verantwortung, klare Haltung und den Mut, menschenfeindlichen Tendenzen entschieden entgegenzutreten. Der Migrant:innenbeirat fordert die politischen Entscheidungsträger:innen nachdrücklich auf, sich für eine Politik starkzumachen, die verbindet statt spaltet, die schützt statt ausgrenzt und die die Würde aller Menschen - unabhängig von Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit - kompromisslos in den Mittelpunkt stellt.
Der Kampf gegen Rassismus ist untrennbar mit dem Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit verbunden. Zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Rassismus braucht es eine unmissverständliche, klare Haltung von uns allen - und das entschlossene Handeln aller, die an einer offenen, gerechten Gesellschaft festhalten.
Migrant:innenbeirat der Stadt Graz
19. März 2026

