Ein warmer Frühlingsnachmittag, ein heller und freundlicher Platz und jede Menge neugierige Gesichter: Im wachsenden Grazer Stadtteil Reininghaus wird heute gefeiert – und zwar so, wie es zu diesem Ort passt: offen, entspannt und mitten im Geschehen. Der Reininghausplatz ist offiziell schon seit dem Winter fertig, aber erst jetzt, mit Musik, Stimmen und Leben, wird er wirklich das, was er sein soll.
Den Auftakt macht Daniel Huber vom Stadtteilbüro – ein kurzes Hallo, ein Blick über den Platz, dann geht's gleich ins Gespräch. Er holt Stadtbaudirektor Bertram Werle vors Mikrofon und stellt die naheliegende Frage: Wie oft hat er in seiner Laufbahn einen derartigen Platz bereits eröffnet? Werle muss nicht lange überlegen: „In dieser Dimension und mit dieser Ausstattung noch nie." Und er lässt gleich ein Bild folgen, das hängen bleibt: „Der Platz bildet ein weiteres lebendiges Zentrum, das Identität stiftet und Menschen verbindet – doppelt so groß wie der Hauptplatz, als Bühne für das städtische Leben."
Man glaubt es ihm sofort, wenn man sich umsieht. Kinder laufen über die Fläche, erste Gruppen lassen sich nieder, und irgendwo wird schon getestet, was der Platz kann. Werle ordnet das Ganze auch städtebaulich ein: Die Stadt habe mit Straßenbahn, Schulbau, Sportpark und Co. ihre „Hausaufgaben gemacht", jetzt wachse rundherum weiter der Stadtteil. Und genau dafür brauche es solche Orte – schon jetzt profitieren rund 4.000 Menschen hier davon.
Dann gehört die Bühne Gerald Beck, Geschäftsführer der ARE Austrian Real Estate. Und Beck wird konkret: „Mit dem rund 10.000 Quadratmeter großen Platz hat die ARE im Quartier Reininghaus einen zentralen Begegnungsraum für alle Generationen geschaffen und der Stadt Graz übergeben. Dank seiner vielfältigen Nutzungen – von Schachtischen im Schatten der Bäume über ein erfrischendes Wasserbecken bis hin zum Marktplatz – entwickelt sich der Reininghausplatz zu einem lebendigen Treffpunkt. Ich wünsche allen viel Freude beim Entdecken dieses neuen Lebensraumes."
Er hat auch etwas mitgebracht. Kein klassisches Präsent, sondern etwas, das sofort Sinn ergibt: ein Set aus Tischtennisschlägern und -bällen, Schachfiguren und Boccia-Kugeln. Übergeben wird es an Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, die sich sichtbar freut: „Heute geht hier nicht nur tatsächlich die Sonne auf, es geht auch das Herz auf. Denn dieser Platz wird zu einem Herzstück dieses Stadtteils werden." Sie verweist auf das Wasser, die vielen Bäume und darauf, dass genau solche Orte gebraucht werden: „Die Stadt lebt von den Menschen. Es ist wichtig, dass sie sich an Plätzen wie diesem wohlfühlen." Und mit Blick auf die Spielsets ergänzt sie schmunzelnd, dass man sich diese künftig ganz unkompliziert im Stadtteilbüro ausborgen kann - also: einfach loslegen.
Und genau das passiert dann auch. Der Kinderchor der Volksschule Reininghaus übernimmt und bringt mit einem eigenen Lied sofort Stimmung auf den Platz. Kurz darauf zeigen die Schüler:innen der AHS, was hier alles möglich ist – sie tanzen, performen und formen gemeinsam ein großes, lebendiges Herz. Ein schönes Bild für einen Ort, der genau das sein will.
Ein großes Danke wurde auch allen Beteiligten ausgesprochen, die mitgearbeitet haben, dass der Platz entstehen kann. Von der Politik über die Planungsabteilungen und Behörden im Grazer Bauamt, der Holding, Immobilienabteilung, den Stadtbibliotheken, Sportamt, natürlich der Planung durch das studio boden bis hin zu den vielen Bauexpert:innen und die Schulen, die zum Gelingen beigetragen haben. Viele von ihnen sind ebenfalls vorbeigekommen, um gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort den Nachmittag zu genießen: Buffet, Kaffee, Drinks, kleine Snacks, Marktstände, Musik. Der Bücherbus der Stadtbibliothek macht Station, Menschen stöbern, setzen sich, bleiben hängen. An den Spieltischen wird ausprobiert, auf den Bänken geplaudert.
Das Fest läuft übrigens noch. Wer also Lust hat, vorbeizukommen: Platz ist genug. Und willkommen ist sowieso jede und jeder.


















