Ein warmer Frühlingsnachmittag, ein heller und freundlicher Platz und jede Menge neugierige Gesichter: Im wachsenden Grazer Stadtteil Reininghaus wurde am 24. April gefeiert – und zwar so, wie es zu diesem Ort passt: offen, entspannt und mitten im Geschehen. Der Reininghausplatz ist offiziell schon seit dem Winter fertig, aber erst jetzt, mit Musik, Stimmen und Leben, wurde er wirklich das, was er sein sollte.
Den Auftakt machte Daniel Huber vom Stadtteilbüro – ein kurzes Hallo, ein Blick über den Platz, dann ging's gleich ins Gespräch. Er holte Stadtbaudirektor Bertram Werle vors Mikrofon und stellte die naheliegende Frage: Wie oft hat er in seiner Laufbahn einen derartigen Platz bereits eröffnet? Werle musste nicht lange überlegen: „In dieser Dimension und mit dieser Ausstattung noch nie." Und er ließ gleich ein Bild folgen, das hängen blieb: „Der Platz bildet ein weiteres lebendiges Zentrum, das Identität stiftet und Menschen verbindet – doppelt so groß wie der Hauptplatz, als Bühne für das städtische Leben."
Man glaubte es ihm sofort, als man sich umsah. Kinder liefen über die Fläche, erste Gruppen ließen sich nieder, und irgendwo wurde schon getestet, was der Platz kann. Werle ordnete das Ganze auch städtebaulich ein: Die Stadt habe mit Straßenbahn, Schulbau, Sportpark und Co. ihre „Hausaufgaben gemacht", jetzt wachse rundherum weiter der Stadtteil. Und genau dafür brauche es solche Orte – schon jetzt profitieren rund 4.000 Menschen hier davon.
Dann gehörte die Bühne Gerald Beck, Geschäftsführer der ARE Austrian Real Estate. Und Beck wurde konkret: „Mit dem rund 10.000 Quadratmeter großen Platz hat die ARE im Quartier Reininghaus einen zentralen Begegnungsraum für alle Generationen geschaffen und der Stadt Graz übergeben. Dank seiner vielfältigen Nutzungen – von Schachtischen im Schatten der Bäume über ein erfrischendes Wasserbecken bis hin zum Marktplatz – entwickelt sich der Reininghausplatz zu einem lebendigen Treffpunkt. Ich wünsche allen viel Freude beim Entdecken dieses neuen Lebensraumes."
Er hatte auch etwas mitgebracht. Kein klassisches Präsent, sondern etwas, das sofort Sinn ergab: ein Set aus Tischtennisschlägern und -bällen, Schachfiguren und Boccia-Kugeln. Übergeben wurde es an Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, die sich sichtbar freute: „Heute geht hier nicht nur tatsächlich die Sonne auf, es geht auch das Herz auf. Denn dieser Platz wird zu einem Herzstück dieses Stadtteils werden." Sie verwies auf das Wasser, die vielen Bäume und darauf, dass genau solche Orte gebraucht werden: „Die Stadt lebt von den Menschen. Es ist wichtig, dass sie sich an Plätzen wie diesem wohlfühlen." Und mit Blick auf die Spielsets ergänztesie schmunzelnd, dass man sich diese künftig ganz unkompliziert im Stadtteilbüro ausborgen kann – also: einfach loslegen.
Und genau das passiert dann auch. Der Kinderchor der Volksschule Reininghaus übernah, und brachte mit einem eigenen Lied sofort Stimmung auf den Platz. Kurz darauf zeigten die Schüler:innen der AHS, was hier alles möglich ist – sie tanzen, performen und formen gemeinsam ein großes, lebendiges Herz. Ein schönes Bild für einen Ort, der genau das sein will. Auch der Reininhauschor erhob harmonisch seine Stimme und erweiterte die Klangwolke.
Ein großes Danke wurde auch allen Beteiligten ausgesprochen, die mitgearbeitet hatten, dass der Platz entstehen kann. Von der Politik über die Planungsabteilungen und Behörden im Grazer Bauamt, der Holding, Immobilienabteilung, den Stadtbibliotheken, Sportamt, natürlich der Planung durch das studio boden bis hin zu den vielen Bauexpert:innen und die Schulen, die zum Gelingen beigetragen haben. Viele von ihnen waren ebenfalls vorbeigekommen, um gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort den Nachmittag zu genießen: Buffet, Kaffee, Drinks, kleine Snacks, Marktstände, Musik. Der Bücherbus der Stadtbibliothek machte Station, Menschen stöberten. An den Spieltischen wurde ausprobiert, auf den Bänken geplaudert.
Wer also Lust hat, vorbeizukommen: Platz ist genug. Und willkommen ist sowieso jede und jeder.


















