Wie gelingt ein Gesundheitssystem, das alle Menschen erreicht?
Dieser Frage widmete sich die internationale Konferenz „Highway to Health" am 11. Juni im Grazer Volkskundemuseum. Mehr als 150 Teilnehmer:innen aus Österreich, Slowenien und weiteren europäischen Ländern diskutierten über Zugänge zur Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung. Die Veranstaltung bildete den Abschluss des dreijährigen EU-Projekts „Health for All", an dem auch die Gesundheitsdrehscheibe der Stadt Graz beteiligt ist.
Der britische Sozialarbeiter Dan Hopewell zeigte anhand des international bekannten Projekts in London Bromley by bow, wie Gesundheitsangebote näher zu den Menschen gebracht werden können. Dabei zog er auch Parallelen zur Grazer Gesundheitsdrehscheibe. In der anschließenden Diskussion hob er hervor, dass das Grazer Modell weit über die Stadt hinaus Aufmerksamkeit verdient und als Beispiel für ganz Österreich dienen könne.
Einen besonderen Akzent setzte die Wiener Philosophin Lisz Hirn. In ihrer Keynote sprach sie über soziale Ungleichheiten im Gesundheitsbereich und machte deutlich, dass Gesundheit nicht für alle Menschen unter denselben Voraussetzungen erreichbar ist. Dabei thematisierte sie insbesondere die nach wie vor tabuisierten Belastungen und Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert sind.
Neben den beiden Keynotes bot die Konferenz zwölf Workshops zu Themen wie Gesundheitsförderung, Community Health Nursing, Barrierefreiheit und digitaler Gesundheitskompetenz. Fachleute aus Wissenschaft, Sozialbereich, Gesundheitswesen und Politik tauschten Erfahrungen aus und diskutierten konkrete Lösungsansätze für einen gerechteren Zugang zu Gesundheit.
„Die Konferenz hat eindrucksvoll gezeigt, dass Gesundheit weit mehr ist als medizinische Versorgung. Es geht auch um soziale Voraussetzungen, um Information und darum, Menschen den Zugang zu den richtigen Angeboten zu erleichtern. Genau hier setzt die Gesundheitsdrehscheibe Graz an - und die positiven Rückmeldungen unserer internationalen Gäste bestärken uns auf diesem Weg", betont Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer.
Die Konferenz machte deutlich: Gesundheit beginnt nicht erst in Ordinationen oder Krankenhäusern. Sie beginnt dort, wo Menschen Unterstützung, Orientierung und Zugang zu den richtigen Angeboten erhalten. Genau daran arbeitet die Gesundheitsdrehscheibe Graz jeden Tag.
Die Gesundheitsdrehscheibe ist in der Annenstraße 28, telefonisch unter +43 316 872-3999 oder per E-Mail an gesundheitsdrehscheibe@stadt.graz.at erreichbar.
Alle Angebote und Dienstleistungen sind freiwillig, kostenlos und auf Wunsch anonym.
Öffnungszeiten
Telefonische (Erst)beratung:
Mo bis Mi 8:00 - 16:00
Do und Fr 8:00 - 12:00
Parteienverkehr und offene Beratung:
Mo bis Fr 8:00 - 12:00 Uhr und Mo 13:00-16:00 Uhr ohne Termin
Individuelle Termine nach Vereinbarung


