
Vier Brückenteile, 280 Tonnen Stahl und ein Spezialkran mit 300 Tonnen Hubkraft: Der neue Pongratz-Moore-Steg nimmt Gestalt an.
Beim Bau des neuen Pongratz-Moore-Stegs steht der nächste Meilenstein bevor: Heute, 1. Juli, und morgen, 2. Juli, steuern in den Nachtstunden besondere Schwertransporte Graz an. Aus dem Stahlbauwerk in Kärnten werden - so es die Wetterbedingungen zulassen -die ersten beiden Brückensegmente für den neuen Murübergang angeliefert.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner:
„Ich weiß, wie sehr dieser Steg den Menschen in Andritz und Gösting fehlt. Das Projekt ist außergewöhnlich anspruchsvoll: mit wasserrechtlichen und naturschutzrechtlichen Auflagen, Hochwasserschutz, zahlreichen Leitungen und schwierigen Platzverhältnissen. Umso mehr freut es mich, dass es sichtbar vorangeht. Mit dem neuen Pongratz-Moore-Steg schaffen wir eine moderne, breite und barrierefreie Verbindung für alle, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ende dieses Jahres steht diese wichtige Verbindung den Grazer:innen endlich wieder zur Verfügung."
Zum aktuellen Brückentransport
Die Route der Anlieferung führt dabei von Norden kommend über die Wiener Straße bis zur Baustelle. Der Transport der tonnenschweren Bauteile erforderte dabei millimetergenaue Planung: An der Kreuzung Wiener Straße/Schippinger Straße musste sogar ein Lichtmast versetzt werden, damit der Schwertransport die Kurve passieren kann.
70 Tonnen pro Bauteil
Jedes der angelieferten Stahlsegmente bringt rund 70 Tonnen auf die Waage und ist 33 Meter lang. Zusammengesetzt wird das spätere Tragwerk rund 280 Tonnen wiegen. Die einzelnen Segmente werden zunächst neben der Mur in einem provisorischen „Trockendock" zusammengeführt. Dort werden die Bauteile verschweißt und anschließend unter einer Einhausung mit einem Korrosionsschutz versehen. Die endgültige Farbgebung des Stegs erfolgt in einem markanten Dunkelrot.
In zwei bis drei Wochen werden die noch fehlenden Segmente drei und vier angeliefert und nach demselben Verfahren montiert und behandelt. Qualität und Sicherheit haben dabei oberste Priorität: Jede einzelne Schweißnaht wird im Anschluss in einem eigenen Prüfverfahren kontrolliert und dokumentiert.
Wenn der Spezialkran seine Muskeln spielen lässt
Während die Brücke neben der Mur Form annimmt, wird noch im Juli einer der wenigen Spezialkräne Österreichs auf der Baustelle eintreffen. Seine Besonderheit: Er zählt zu einem der wenigen, die Lasten in der Größenordnung von rund 300 Tonnen stemmen können. Der Kran wird übrigens selbst in Einzelteilen angeliefert und erst vor Ort montiert, bevor er seine eigentliche Aufgabe übernehmen kann.
„Schwebende Brücke“ im August geplant
Wenn alle Vorbereitungen planmäßig verlaufen, kann der neue Pongratz-Moore-Steg bereits im August über der Mur „schweben": Dann soll das rund 300 Tonnen schwere Tragwerk in einem einzigen Hebevorgang auf seine endgültige Position auf den Widerlagern gesetzt werden - wohl einer der spektakulärste Brückenschlag-Momente des gesamten Projekts.
Anschließend folgen die weiteren Ausbauarbeiten. Unter anderem werden die Versorgungsleitungen in das Tragwerk eingezogen, Beleuchtung und Infrastruktur errichtet sowie die angrenzenden Wege- und Grünflächen gestaltet. Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist weiterhin bis Ende des Jahres vorgesehen.

