






Wo am Bischofsplatz noch vor wenigen Wochen Bagger tiefe Künetten ausgehoben haben, finden heute Stein für Stein Naturpflaster an ihren endgültigen Platz. Die künftige Platzgestaltung wird erstmals sichtbar. Besonders ins Auge fällt das neue Pflaster. Große Natursteinplatten wechseln sich mit klassischem Kleinpflaster ab, das in Segmentbögen verlegt wird. Das Muster erinnert an die gotischen Torbögen.
Dass nun gepflastert wird, verrät auch, was sich darunter bereits getan hat. Fernwärme-, Strom- und Hausanschlüsse sowie Telekommunikationsleitungen sind erneuert, die Schwammstadtbereiche für die neuen Bäume angelegt und die Wurzelräume der bestehenden Bäume saniert. Aktivkohle im Untergrund dient künftig als natürlicher Nährstofflieferant. Sobald die erste Platzseite fertig ist, ziehen die Arbeiten auf die gegenüberliegende Seite Richtung Schlossergasse weiter. So bleiben die umliegenden Bereiche während der Bauzeit erreichbar.
Ein paar Schritte weiter verschwindet die Baustelle wieder unter die Erde. In der Schlossergasse laufen derzeit die Arbeiten an der neuen Fernwärmeleitung. Strom- und Wasserleitungen sind bereits fertiggestellt. Erst wenn auch die letzten Leitungen verlegt sind, erhält die Gasse dieselbe hochwertige Natursteinoberfläche wie der Bischofsplatz.
Ähnlich sieht es in der Bürgergasse aus. Dort arbeiten die Bautrupps derzeit abschnittsweise. Auf einer Straßenseite sind die Fernwärme- und Stromleitungen bereits erneuert. Nachdem die Künette provisorisch verschlossen wird, wechseln die Arbeiten auf die gegenüberliegende Seite, wo die Wasserleitungen verlegt werden. Der Grund liegt unter der Erde: Strom- und Wasserleitungen müssen aus Sicherheitsgründen getrennt geführt werden. Für Fußgänger:innen bleiben Gehsteige und Geschäftszugänge während der gesamten Bauzeit geöffnet.
Am eigentlichen Tummelplatz ist die Baustelle derzeit punktuell aufgeteilt. Mit Beginn der Sommerferien nimmt sie aber so richtig Fahrt auf. Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, um den Schulbetrieb des Akademischen Gymnasiums möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Schon jetzt entsteht mitten auf dem Platz ein neuer Fernwärmeschacht, der künftig als zentraler Verteiler dient. Rundherum werden Leitungen für Fernwärme, Strom und Citycom erneuert. Gleich daneben wächst der Technikschacht für das spätere Wasserspiel.
Nach Schulschluss beginnt schließlich der eigentliche Umbau der Platzfläche samt der Schwammstadtbereiche für die Bäume. Nach dem Abbruch der bestehenden Oberflächen entsteht ein komplett neuer Untergrund. Eine Besonderheit bleibt später unsichtbar: Erstmals wird in Graz ein unterirdischer Entwässerungstunnel gebaut, der Regenmengen bis zu einem 30-jährlichen Niederschlagsereignis aufnehmen kann. Gemeinsam mit dem Kanalsystem sorgt er dafür, dass Oberflächenwasser kontrolliert abgeführt wird.
Auch am östlichen Tummelplatz starten im Juli Leitungsarbeiten. Fernwärme, Wasser, Strom und Citycom werden dabei bewusst so angeordnet, dass der Wurzelraum der künftig zwölf neuen Bäume dauerhaft frei von Einbauten bleibt. Anfang 2027 folgen dann der eigentliche Platzumbau, die neue Oberfläche und die Baumpflanzungen. Im Sommer 2027 soll dieser Abschnitt abgeschlossen sein.
Wer ganz genau hinsieht, entdeckt schon heute kleine Details, die künftig aufhorchen lassen. Unter der Erde sind bereits die Vorbereitungen für drei Rohrtelefone getroffen. Nach der Fertigstellung können Kinder an verschiedenen Stellen des Platzes miteinander sprechen – ganz ohne Elektronik, nur über den Klang der miteinander verbundenen Röhren.
*Der Bauablauf entspricht dem Terminplan. Witterung oder unvorhergesehene Ereignisse können zu zeitlichen Verschiebungen führen.

