
Wer derzeit mit dem Rad durch Graz fährt, entdeckt immer öfter große blaue Zahlen auf der Fahrbahn oder neue Wegweiser. Hinter den Markierungen steckt kein Zufall: Erstmals wird das Grazer Hauptradroutennetz mit seinen 13 Hauptrouten nach einem einheitlichen System sichtbar.
Die 13 Hauptradrouten bilden das Rückgrat des Grazer Radverkehrsnetzes. Bereits im Zuge der Radoffensive wurden sie auf Basis der Radnetzstudie definiert und verbinden die wichtigsten Ziele der Stadt. Dabei wurde bewusst nicht immer der kürzeste Weg gewählt, sondern jene Verbindungen, auf denen Radfahrende möglichst sicher, komfortabel und zügig unterwegs sind.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Mein Ziel ist es, ein Radnetz in Graz zu schaffen, auf dem man sicher, schnell und gut orientiert durch Graz und darüber hinaus kommt. Mit jedem Lückenschluss wird dieses Netz besser. So schaffen wir Verbindungen, die im Alltag wirklich genutzt werden."
Die Nummern folgen dabei einer einfachen Logik: Ausgangspunkt ist der Innenstadt-Radring mit der Nummer 0. Von dort führen die Hauptradrouten sternförmig in alle Himmelsrichtungen - etwa die Route 2 Richtung Gratkorn, die Route 7 Richtung Raaba oder die Route 12 nach Eggenberg.
Masterplaner der Radoffensive Stefan Bendiks (ARTGINEERING): „Ein gutes, durchgängiges Netz ohne Lücken ist das A und O für den Radverkehr. Das neue Leitsystem macht dieses Netz intuitiv lesbar und hilft Radfahrenden, die sicherste und komfortabelste Route zu finden. Bodenmarkierungen sorgen dabei direkt im Straßenraum für klare Orientierung
Markiert wird erst, wenn die Qualität stimmt

Die blauen Zahlen sind dabei weit mehr als eine Orientierungshilfe. Sie stehen auch für einen Qualitätsanspruch. Überall dort, wo eine Hauptradroute bereits sicher und komfortabel befahrbar ist, wird sie nach dem neuen Standard markiert. Mit jeder weiteren Qualitätsverbesserung wächst so das sichtbare Hauptradroutennetz.
Bereits heute sind mehr als 30 Kilometer der insgesamt knapp 100 Kilometer langen Grazer Hauptradrouten nach dem neuen Standard markiert. Vollständig durchgängig sind derzeit der Innenstadt-Radring (Route 0) sowie die Route 12 Richtung Eggenberg. Auf weiteren Hauptrouten wurden bereits jene Abschnitte markiert, die den Qualitätskriterien entsprechen. Mit jedem Lückenschluss kommen weitere Teilstücke hinzu, bis die jeweilige Route schließlich vollständig markiert werden kann.
Die nächsten Routen folgen
Ein nächster Meilenstein wird die Route 2 Richtung Gratkorn sein. Nach Fertigstellung des Pongratz-Moore-Stegs kann auch diese Verbindung durchgängig markiert werden. Parallel dazu werden bestehende Problemstellen auf weiteren Hauptrouten beseitigt, um das Netz laufend zu vervollständigen.
Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten hilft das Hauptradroutennetz auch dabei, Investitionen gezielt zu priorisieren. Verbesserungen erfolgen dort, wo besonders viele Menschen mit dem Rad unterwegs sind oder künftig unterwegs sein werden. So entsteht Schritt für Schritt ein durchgängiges Netz.
Einheitliches System über die Stadtgrenze hinaus
Das Konzept endet nicht an der Grazer Stadtgrenze. Gemeinsam mit dem Land Steiermark wurde ein einheitliches Leitsystem entwickelt, das bereits in zahlreichen Umlandgemeinden umgesetzt wird. Wer heute beispielsweise auf dem blauen Radstreifen von Graz Richtung Raaba unterwegs ist, bleibt über Gemeindegrenzen hinweg im selben Orientierungssystem. Das erleichtert die Orientierung und schafft erstmals ein durchgängiges Radwegenetz für den gesamten Zentralraum.
