Das Projekt

Was wird in der Kaiserfeldgasse gemacht?
Die Kaiserfeldgasse wird zwischen Neutorgasse udn Herrengasse umfassend saniert und neu gestaltet. Wasser-, Strom-, Fernwärme- und Telekommunikationsleitungen werden erneuert. Gleichzeitig werden die Standorte der Linden verbessert und vergrößert. Die gesamte Oberfläche wird mit Naturstein verlegt und barrierefrei ausgeführt.
Wie groß ist das Projektgebiet?
Insgesamt umfasst das Projektgebiet rund 7.000 m². Die Kaiserfeldgasse wird auf einer Länge von rund 300 Metern umgestaltet. Dazu kommen etwa 65 Meter in der Raubergasse und rund 60 Meter in der Schmiedgasse.
Wie lange dauern die Bauarbeiten?
Die Arbeiten starteten am 1. September 2026 und dauern voraussichtlich bis September 2027. Gebaut wird in drei Abschnitten.
Warum wird in drei Abschnitten gebaut?
Eine Baustelle in dieser Lage bringt zwangsläufig Einschränkungen mit sich. Durch die Aufteilung in drei Bauabschnitte können die Beeinträchtigungen für Anrainer:innen, Betriebe und Besucher:innen möglichst gering gehalten werden.
Was ist bei einer Baustelle mitten in der Innenstadt besonders schwierig?
Eine Herausforderung sind die „Überraschungen", die im Untergrund warten können – vor allem bei den Leitungsarbeiten. Besonders vorsichtig muss in den bisherigen Gehsteigbereichen gearbeitet werden, weil sich dort Wurzeln der bestehenden Bäume befinden können. Dazu kommt die Baustellenlogistik: In einer engen Innenstadtgasse steht nur wenig Platz für Maschinen, Material und Anlieferungen zur Verfügung.
Die Lindenallee und neue Bäume



Wie viele Bäume stehen derzeit in der Kaiserfeldgasse?
Im Projektbereich der Kaiserfeldgasse stehen derzeit 51 Bäume. Fünf davon müssen ersetzt werden. Zusätzlich kommen acht neue Silberlinden hinzu.
Warum werden Silberlinden gepflanzt?
Silberlinden kommen mit Hitze und Trockenheit besser zurecht als Sommer- und Winterlinden. Ihren Namen verdanken sie den silbrig behaarten Blattunterseiten. Diese feinen Haare können sich aufstellen, bremsen dadurch den Wind an der Blattoberfläche und verringern die Verdunstung.
Wie alt ist die Lindenallee?
Die ersten Linden wurden vermutlich um 1900 gepflanzt. Von dieser ersten Generation dürften heute noch zwei bis drei Exemplare vorhanden sein. Linden können mehrere hundert Jahre alt werden. Im Straßenraum erreichen sie aufgrund der schwierigeren Bedingungen in der Regel ein Alter von etwa 80 bis 120 Jahren.
Wie groß sind die höchsten Linden?
Die größten Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 19 Metern. Ihre Kronen haben einen Durchmesser von rund zehn Metern.
Warum brauchen die bestehenden Linden Hilfe?
Das größte Problem sind die viel zu kleinen und derzeit weitgehend versiegelten Baumscheiben. Regenwasser kann dadurch kaum in den Boden gelangen. Gleichzeitig steht den Wurzeln nur wenig Raum zur Verfügung. Die Bäume leiden deshalb zunehmend unter Wassermangel.
Wie viel mehr Platz bekommen die Bäume?
Derzeit stehen einem Baum teilweise nur etwa drei bis fünf Quadratmeter offene Fläche zur Verfügung. Nach der Umgestaltung sind es rund 20 m² unversiegelte Baumscheibe pro Baum.
Insgesamt wächst die Grünfläche im Projektgebiet von derzeit rund 210 auf etwa 1.150 m² – sie wird damit mehr als verfünffacht.
Wie wird der Boden rund um die alten Linden verbessert?
Hier ist besondere Vorsicht gefragt. Unter anderem kommt ein Saugbagger zum Einsatz, mit dem Erde möglichst schonend aus dem Bereich der Wurzeln entfernt werden kann. Verdichteter, schlechter Boden wird gegen durchlässiges Substrat ausgetauscht. Zum Einsatz kommen unter anderem Bodenfilter, Staudensubstrat sowie Mischungen aus Oberboden, Sand und Schotter. Zusätzlich werden Nährstoffe wie Kalium und Magnesium eingebracht. Kurz gesagt: Schlechter, dichter Boden kommt raus, guter und wasserdurchlässiger Boden kommt hinein.
Wie tief reichen die Wurzeln?
Die Wurzeln erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Dickere Wurzeln sorgen vor allem für die Standfestigkeit, feinere Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe auf. Das Wurzelsystem reicht hier bis etwa 1,5 Meter tief in den Untergrund.
Wie werden die Bäume während der Bauarbeiten geschützt?
Die Stämme sind mit einer Holzverschalung geschützt. Zusätzlich begleitet eine ökologische Bauaufsicht die Arbeiten und legt vor Ort fest, wo, wie und mit welchen Werkzeugen gearbeitet werden darf. Im Vorfeld wurde unter anderem mit Zugversuchen die Stand- und Bruchsicherheit der Bäume überprüft.
Warum sind Arbeiten rund um alte Bäume so heikel?
Arbeiten unmittelbar im Wurzelbereich kann man ein wenig mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen. Trotz genauer Untersuchungen lässt sich nicht jede Vorschädigung eines alten Baumes zu 100 Prozent vorhersagen. Deshalb werden die Arbeiten besonders sorgfältig durchgeführt und von der ökologischen Bauaufsicht begleitet.
Welche Pflanzen kommen unter die Bäume?
Entscheidend sind die Bedingungen vor Ort: Unter den großen Baumkronen müssen die Pflanzen sowohl mit Schatten als auch mit Trockenheit zurechtkommen. Geplant sind unter anderem Farne, Gräser, Funkien, Blumen und Zwiebelblumen. In der Kaiserfeldgasse werden unterschiedliche Grüntöne dominieren, in den Seitengassen sorgen buntere Mischungen für Farbtupfer.
Wie werden die neuen Bäume und Pflanzen gepflegt?
Die bepflanzten Bereiche werden für ungefähr ein Jahr mit einem Stagettenzaun geschützt. Die neuen Bäume werden in den ersten drei Jahren regelmäßig gegossen. Ein weißer Anstrich am Stamm dient als Sonnenschutz und hilft, sogenannte Frostrisse zu verhindern, die durch starke Temperaturunterschiede entstehen können.
Wie sieht es mit Bäumen in der Schmied- und der Raubergasse aus?
In der Raubergasse werden sieben Stadtulmen, in der Schmiedgasse fünf Amerikanische Zürgelbäume neu gepflanzt. Dort stehen bereits vier dieser Art, die mit wärmeren und trockeneren Bedingungen besser zurecht kommen.
Was eine Linde alles leistet

Wie viel Sauerstoff kann eine große Linde produzieren?
Ein gesunder, belaubter Baum mit einer Krone von etwa zehn Metern Durchmesser kann bis zu 10.000 Liter Sauerstoff pro Tag produzieren.
Wie viel Kohlenstoff kann ein Baum speichern?
Je nach Standort können es etwa 10 bis 30 Kilogramm Kohlenstoff pro Jahr sein.
Wie stark kann eine Linde ihre Umgebung kühlen?
Eine Linde kann an einem Tag bis zu 200 Liter Wasser über ihre Blätter verdunsten. Dadurch kann ihre Umgebung um bis zu drei Grad gekühlt werden.
Welche Tiere leben in der Lindenallee?
Die alten Bäume bieten zahlreichen Insekten und Spinnen sowie verschiedenen Vogelarten Lebensraum. Auch Fledermäuse können etwa alte Astungswunden als Quartier nutzen. Ende September bzw. Anfang Oktober kommen außerdem Krähen zum Überwintern in die Allee.
Pflasterung und Barrierefreiheit

Wie wird die Kaiserfeldgasse künftig aussehen?
Asphalt wird es in diesem Bereich der historischen Innenstadt künftig nicht mehr geben. Stattdessen wird österreichischer Naturstein verlegt. In den Rand- und Kreuzungsbereichen kommen größere Platten im Format 40 × 60 Zentimeter zum Einsatz. In der Mitte der Gasse wird Kleinpflaster verlegt.
Wie wird die Begegnungszone barrierefrei?
Die Oberfläche liegt künftig von Hausmauer zu Hausmauer auf einem Niveau. Damit entfallen auch die Podeste für Gastgärten. Zwei unterschiedliche Pflasterungen helfen blinden und sehbehinderten Menschen bei der Orientierung: Die verschiedenen Oberflächen sind gut wahrnehmbar und machen die unterschiedlichen Bereiche erkennbar.
Verkehr
Ändert sich nach dem Umbau die Verkehrsführung?
Nein. Die bestehenden Einbahnregelungen und Fahrtrichtungen bleiben erhalten.
Was ändert sich bei den Stellplätzen?
In der Kaiserfeldgasse wurden die Kurzparkzonen-Stellplätze bereits mit Einführung der Begegnungszone im Juli 2024 aufgelassen. Ladezonen und Behindertenstellplätze bleiben erhalten.
In der Raubergasse reduziert sich die Zahl der regulären Stellplätze von 22 auf neun. Dafür finden sieben neuen Bäume Platz. Zusätzlich gibt es künftig zwei tim-Stellplätze. Die vier Behindertenstellplätze und die Ladezone bleiben erhalten.
In der Schmiedgasse gibt es künftig zwei statt acht reguläre Stellplätze und zwei statt einem Behindertenstellplatz. Die Ladezone bleibt erhalten. Zusätzlich entstehen Radabstellplätze und Stellplätze für einspurige Fahrzeuge. Die bisherigen tim-Stellplätze werden in die Raubergasse verlegt. Die Westseite wurde bereits im Zuge des Geh-und Radwegs 2024 umgestaltet. Zu den bereits gepflanzten vier Bäumen kommen noch fünf hinzu.
Während der Bauarbeiten
Bleiben Wohnungen, Geschäfte und Lokale erreichbar?
Ja. Alle Hauseingänge sowie Geschäfte und Lokale bleiben während der gesamten Bauzeit erreichbar. Gastgärten müssen im jeweils betroffenen Bauabschnitt vorübergehend abgebaut werden und können nach Abschluss der Arbeiten wieder errichtet werden.
Kann ich während der Bauarbeiten zu Fuß oder mit dem Rad durch die Kaiserfeldgasse?
Für Fußgänger:innen bleibt die Kaiserfeldgasse während der gesamten Bauzeit passierbar. Radfahrer:innen müssen ihr Fahrrad abschnittsweise schieben oder werden umgeleitet. Für den Autoverkehr kann es je nach Bauphase zu Sperren oder Umleitungen kommen. Zufahrten zu privaten Stellplätzen bleiben erhalten, soweit dies technisch möglich ist.
Beim ersten Abschnitt zwischen Neutorgasse und Raubergasse sowie in der südlichen Raubergasse bis zum Joanneumring sind die Arbeiten, die im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein sollen, bereits im Gange:
In dieser Zeit ist – ausgenommen für Anrainer:innen für Zufahrten zu privaten Stellplätzen bzw. Garagen – die Kaiserfeldgasse zwischen Raubergasse und Neutorgasse sowohl für den Kfz- als auch für den Radverkehr gesperrt. Ebenso wie der Bereich der Raubergasse zwischen Kaiserfeldgasse und Joanneumring. Von der Landhausgasse kommend kann man die Raubergasse bis zur Kaiserfeldgasse befahren, sowie links in die Kaiserfeldgasse einbiegen. Für Radfahrer:innen ist eine Umleitung über die Kalchberggasse eingerichtet.
Wie funktionieren Anlieferungen, Müllabfuhr und Einsatzfahrzeuge?
Für jeden Bauabschnitt werden mit den betroffenen Betrieben individuelle Lösungen für Anlieferungen erarbeitet. Einsatzfahrzeuge können die Bereiche während der gesamten Bauzeit erreichen. Auch die Müllentsorgung bleibt gewährleistet.
Mit welchen Beeinträchtigungen muss man rechnen?
Wie bei jeder Baustelle kann es zeitweise zu Lärm und Staub kommen. Die Arbeiten werden so organisiert, dass die Beeinträchtigungen für Anrainer:innen und Betriebe möglichst gering bleiben.
Kommt es zu Unterbrechungen bei Strom, Wasser oder Internet?
Grundsätzlich bleibt die Versorgung während der Bauzeit aufrecht. Sind kurzfristige Unterbrechungen notwendig, werden die betroffenen Haushalte und Betriebe rechtzeitig darüber informiert.

